Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Jürgen Mrosk, Conetka GmbH

Nach der Wende musste sich der Ostberliner Jürgen Mrosk einen neuen Job suchen. Wenige Jahre später war sein Arbeitgeber insolvent – und Mrosk Firmengründer. Er ist noch immer aktiv, strebt aber die Rente an.

Von: Sabine Hölper
Auf dem Bild ist ein älterer Mann mit Brille zu sehen, der in die Kamera lächelt.

Seit 31 Jahren betreibt Jürgen Mrosk den Computer- und Netzwerktechnikhandel Conetka.

Herr Mrosk, was macht Conetka?

Conetka ist seit 31 Jahren ein Fachändler für Computer- und Netzwerktechnik. Das Sortiment umfasst den kompletten Bereich der Netzwerktechnik, Standardkabel und Leitungen, Sonder - und Spezialleitungen, HF-Steckverbinder, Kommunikations- und Telefonzubehör, 19 Zoll Netzwerkschränke, Lichtwellenleiterkabel und Zubehör, Kupferlitzen und Strombänder, USV- und Netzstromgeräte.

 

Wann und wieso haben Sie das Unternehmen gegründet?

Ich komme aus dem Berliner Osten. Nach der Wende musste ich mir einen neuen Job suchen. Also ging ich als Vertriebler in eine Firma für Computer- und Netzwerktechnik in Berlin-Frohnau. Der damalige Inhaber verkaufte das Unternehmen einige Jahre später, aber leider an einen Betrüger. Somit ging die Firma insolvent. Also habe ich im Sommer 1995 mein eigenes Unternehmen in der gleichen Branche gegründet. Mein Vorteil war, dass ich viele Kunden aus dem vorherigen Unternehmen übernehmen konnte. Ich etablierte mich schnell, punktete mit Basiswissen, Lagerhaltung und Lieferschnelligkeit. Und die Kunden wussten bei mir: Ein Mann, ein Wort.

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Sie hatten zeitweise einen Mitarbeiter, dann eine Mitarbeiterin. Seit vielen Jahren ist Conetka ein Ein-Mann-Betrieb. Wie geht es weiter?

Ich bin 68 Jahre alt, betreibe das Unternehmen nun mehr als Hobby. Und weil ich muss. Ich hatte vor vielen Jahren Geld in eine Pensionskasse eingezahlt, um im Alter versorgt zu sein. Nun ist es aber so, dass die monatlichen Auszahlungen an den Fortbestand des Unternehmens gekoppelt sind. Daher führe ich es noch so lange, bis die Zuwendungen auslaufen. Das wird voraussichtlich Ende nächstes Jahres sein. Dann gehe ich endgültig in Rente.

 

Fällt Ihnen der Abschied nach mehr als drei Jahrzehnten leicht?

Ja. Ab 2028 gilt für Unternehmen die Pflicht zur E-Rechnung. Da möchte ich nicht mehr mitmachen. Die ehrlich arbeitenden Firmen werden unter Generalverdacht gestellt, unkorrekt zu agieren. Für kleine Unternehmen ist diese Entscheidung mit erheblichen Kosten und Zeitaufwand verbunden.