IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Hotelgewerbe

Amano: Wie die Hotelgruppe zur Berliner Love Brand wurde

Die Amano Group hat sich in der Hotel- und Gastroszene der Hauptstadt fest etabliert – auch bei den Locals. Hinter dem Erfolg des Berliner Unternehmens steckt weit mehr als gutes Design und bezahlbare Preise.

Von: Luisa Deppe
Die Whispering Angel Rooftop Bar des Amano Hotels in Mitte.

Hotspot am Rosenthaler Platz: Die Amano Rooftop Bar in Mitte zieht nicht nur Touristen an.

Bereits bei der Eröffnung des ersten Hotel Amano 2009 in Berlin-Mitte war klar: Dieses Projekt will sich nicht still und leise in Berlins satten Hotelmarkt integrieren.  Die AMANO Hotels wollen nämlich nicht nur ihren Übernachtungsgästen eine gemütliche Bleibe bieten, sondern vor allem ein Treffpunkt sein, der auch Locals anzieht. Dazu gehört weit mehr als ein ansprechendes Design.

AMANO setzt auf einen unterschätzen Standort der Hotel-Branche

Ariel Schiff und Artur Süsskind gründeten die AMANO Group im Jahr 2009 und sind bis heute gemeinschaftlich im Unternehmen aktiv. Die Hoteliers verstehen sich als Familienunternehmen, die sich die Zuständigkeiten untereinander aufteilen. Alles begann mit dem Hotelkonzept von Ariel Schiff Ende der Nullerjahre. Ihm schwebte ein Hotel vor, das mehr den Charakter der Stadt abbilden sollte. Individualität und Kreativität sollten im Zentrum stehen.

Das erste AMANO Hotel entstand an der Rosenthaler Straße, Ecke Auguststraße – der Standort war damals alles andere als beliebt und galt als unprofitabel. Große Hotelketten schlugen den Vorschlag Schiffs aus, ein Hotel in diesem Teil der Stadt zu bewirtschaften. So kam es, dass Ariel Schiff und sein Geschäftskollege Artur Süsskind – die sich aus der Immobilienbranche kannten – das erste AMANO Hotel auf eigene Faust ins Leben riefen.

Phillip Rokeach stieg 2010 ins Geschäft ein und begleitete den Wachstumskurs der AMANO Group, die inzwischen 12 Hotels an fünf Standorten betreibt. Neben der Bundeshauptstadt ist die Hotelreihe auch in München, Leipzig, Düsseldorf und London zu finden. Neue Standorte im In- und Ausland sollen noch dazu kommen.

Hospitality versteht AMANO als Marke

Phillip Rokeach ist heute Co-CEO und Geschäftsführer der AMANO Group und steuert das operative Tagesgeschäft. „Ein wichtiger Meilenstein war die Entscheidung, nicht nur Hotels zu entwickeln, sondern komplette Hospitality-Konzepte mit eigener Gastronomie und eigenständigen Marken aufzubauen. Dadurch konnten wir eine starke Identität schaffen“, erklärt Rokeach.

Jedes AMANO Hotel ist eine eigene Marke. Die einzelnen Häuser tragen verschiedene Namen und unterscheiden sich auch in ihrem Design und gastronomischem Angebot. Denn von der neapolitanischen Pizza im GAMBINO’s über die mediterrane Küche im MANI Restaurant bis zu Klassikern der Levante im JOSEPH, werden verschiedene Geschmäcker bedient.

Hinzu kommen kreative Barkonzepte und vielseitige Eventflächen, die auch Einheimische anlocken sollen. Außerdem gibt es fünf Rooftop Bars – vier von ihnen in der deutschen Hauptstadt und eine in London. 

Foto von Phillip Rokeach in schwarz-weiß.

Phillip Rokeach ist seit 2010 Teil der Führungsebene der AMANO Group.

Auch wenn die Hoteliers ihren Blick erweitert haben, beteuert Rokeach: „Berlin ist die Heimat der Amano Group und bis heute das Herz unseres Unternehmens. Hier wurde die Marke entwickelt, hier befinden sich die meisten unserer Häuser und hier entstehen viele neue Ideen und Konzepte. Die Stadt steht für Kreativität, Internationalität und Vielfalt – Werte, die unsere Marke bis heute prägen.“

Im Moment beschäftigt die Hotelkette knapp mehr als 400 Mitarbeitende in Berlin – unter ihnen sind auch Azubis, Dual-Studierende und Management Trainees. Sie alle kümmern sich um die insgesamt 1.350 Zimmer, die sich auf 12 Hotels verteilen. Und es sollen noch einige dazukommen. 

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Fachkräftemangel macht auch der Hotellerie zu schaffen

Aber auch die Hotelbranche bleibt vom Fachkräftemangel nicht verschont. „Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft“, bestätigt Rokeach. Auch deshalb rekrutiere die AMANO Group laut Rokeach zunehmend auch aus dem Ausland und bemühe sich, den Mitarbeitenden ein attraktives Arbeitsumfeld mit Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Der Außerbereich des „East Side Gardens“ ist im mediterranen Stil mit rot-weiß karierten Tischdecken eingerichtet.

Am Berliner Ostbahnhof befindet sich das Hotel AMANO East Side.

„Um qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen, setzen wir auf einen ganzheitlichen Recruiting-Ansatz“, so Rokeach. Mitarbeiterempfehlungsprogramme aber auch Kooperationen mit Hotelfachschulen und anderen Bildungseinrichtungen habe die AMANO Group gestärkt.

Amano Group fordert mehr Investitionen in Städtetourismus und Infrastruktur

Rokeach bemerkt noch einen Veränderung in der Hotellerie: Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation mache das Reisen unattraktiver und bremse das Wachstum. Rokeach sagt: „Die Branche befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Wandel. Neben steigenden Personal-, Energie- und Betriebskosten beschäftigen uns vor allem veränderte Erwartungen der Gäste. Reisende legen heute deutlich mehr Wert auf individuelle Erlebnisse, Digitalisierung und nachhaltiges Wirtschaften“, so Rekeach.

Zusätzlich würden globalpolitische Faktoren für Zurückhaltung beim Reisen sorgen. Faktoren, wie „wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Entwicklungen“ hätten einen direkten Einfluss auf das Buchungsverhalten von Kunden. „Für uns bedeutet das, flexibel zu bleiben, unsere Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig den hohen Qualitätsanspruch unserer Marke aufrechtzuerhalten," erklärt Rokeach.

Menschen werden weiterhin reisen – allerdings bewusster und mit höheren Ansprüchen an Qualität, Erlebnis und Individualität.“
Phillip Rokeach Co-Geschäftsführer AMANO Group
Die Apartment Bar im Amano Grand Central am Hauptbahnhof Berlin.

Weg vom schmucklosen Business-Hotel: Die AMANO Hotels wollen mit modernen Designkonzepten und bezahlbaren Preisen überzeugen.

Rokeach ist der Meinung, dass die Politik einiges tun könnte, um die lokale Wirtschaft zu stärken – und somit auch wieder mehr Touristen in deutsche Städte locken. Zum Beispiel könnte es laut ihm nicht schaden mehr in die städtische Infrastruktur und die lokale Kultur- und Veranstaltungsszene zu investieren. 

Zum Beispiel bräuchte es ein größeres Angebot an Langstreckenverbindungen für den Bahn- und Flugverkehr. Unter anderem wünscht sich der Amano-Geschäftsführer ein „tragfähiges Gebührenkonzept, damit neue Strecken und Airlines hinzukommen und bestehende Partner ihr Angebot am Standort Berlin ausbauen.“

Auch Großveranstaltungen, wie Konzerte, Kongresse und Messen sollte die Stadt vermehrt ausrichten. Rokeach unterstreicht: „Davon profitiert nicht nur die Hotellerie, sondern der gesamte Berliner Wirtschaftsraum, darunter der Transportsektor mit Taxis und Fahrdiensten, die Gastronomie, der Einzelhandel und die Clubszene.“