IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Branche

Berlins Tourismusbranche zieht Bilanz: Nicht „out“, aber …

Der Tourismus in Berlin steht vor Herausforderungen: Die Zahl der Übernachtungen ist zuletzt zurückgegangen, auch die Gästezahlen liegen weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau. Wie steht es aktuell um den Tourismusstandort Berlin – und was braucht es für eine Trendwende?

Von: Laurenzia Kiesche
Blick auf den Berliner Dom im Sommer

Berlin ist als Reiseziel nach wie vor gefragt – die Gäste bleiben allerdings nicht mehr so lang.

Ist Berlin „out“? Seit die Touristenzahlen in der Hauptstadt zurückgehen, wird diese Frage immer wieder diskutiert. Doch wie viel ist tatsächlich dran an diesem Eindruck? 

Ein Blick auf die Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg: Von Januar bis Mai 2026 verzeichnete Berlin rund 10,9 Millionen Übernachtungen – fast drei Prozent weniger als im vergangenen Jahr in diesem Zeitraum. Im Juni stiegen die Übernachtungen zwar auf rund 13,6 Millionen – doch auch hier liegt die Zahl rund 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert

Übernachtungen
13,6
Millionen
Übernachtungen wurden in Berlin in der ersten Jahreshälfte 2026 verzeichnet.
Gäste
5,9
Millionen
Menschen besuchten Berlin im ersten Halbjahr 2026.

Dämpfer für die Branche: Gestiegene CityTax belastet das Business

Was macht der Branche zu schaffen? Hotellerie, Gastronomie und die gesamte Tourismusbranche müssen sich derzeit mehreren Herausforderungen gleichzeitig stellen, sagt der Geschäftsführer der DEHOGA Berlin Gerrit Buchhorn. „Die internationale Nachfrage ist schwächer, die Aufenthaltsdauer geht zurück und gleichzeitig bleiben die Kosten für Personal, Energie und Waren hoch“, fasst er zusammen.

Hinzu komme die seit 2025 erhöhte City Tax, die den Standort im Wettbewerb mit anderen Städten zusätzlich belaste. Seit 2025 beträgt diese 7,5 Prozent des Nettoentgelts für die Übernachtung – insgesamt 150,35 Millionen Euro konnte das Land Berlin im vergangenen Jahr über diese Steuer einnehmen.

Berlin als Meeting-Metropole - knapp 14 Millionen Kongressbesucher letztes Jahr
Symbolbild: Gebäude der Messe Berlin mit Besuchern
Veranstaltungs- und Kongressstatistik 2025 Berlin als Meeting-Metropole - knapp 14 Millionen Kongressbesucher letztes Jahr
Lesezeit: 1 Minute
Fernsehturm-Chefin Anja Nitsch über die Perspektiven des Tourismus in Berlin
Anja Nitsch, Geschäftsführerin der TV-Turm Alexanderplatz Gastronomiegesellschaft mbH, im Interview.
Video-Kurzinterview Fernsehturm-Chefin Anja Nitsch über die Perspektiven des Tourismus in Berlin
Dauer: 2 Minuten
Michael Gneuss
Estrel-Eigentümer: „Wir können jeden Weltkongress ausrichten“
Branchen Hotellerie Estrel-Eigentümer: „Wir können jeden Weltkongress ausrichten“
Lesezeit: 7 Minuten
Michael Gneuss

2019 war eines der besten Jahre für Betriebe, sagt Gerrit Buchhorn. Das zeigen auch die Zahlen: im gesamten Jahr wurden rund 34 Millionen Übernachtungen gezählt, circa 16 Millionen davon im ersten Halbjahr. „Unser Ziel muss es sein, wieder an dieses Niveau anzuknüpfen. 

Knapp 30 Millionen Übernachtungen, wie wir sie im vergangenen Jahr erreicht haben, sind grundsätzlich kein schlechtes Ergebnis. Sie reichen allerdings nicht aus, um die vorhandenen Kapazitäten angemessen auszulasten.“

Was den Tourismus in Berlin stärken kann

  • Mobilität und Erreichbarkeit ausbauen: Ein verlässlicherer Nahverkehr in der Stadt und mehr Fernverbindungen zum Flughafen BER ermöglichen.
  • Betriebe entlasten und unterstützen: Bürokratie abbauen sowie faire Regelungen bei City Tax und Ausbildungsplatzabgabe finden.
  • Besuchsgründe schaffen: Messen, Kongresse und andere Veranstaltungen in die Hauptstadt holen

Attraktion Berliner Unterwelten: Wie die Pandemie nachwirkt

Dass die Folgen der Pandemie im Berliner Tourismus weiter nachwirken, wird auch bei den Touristenattraktionen deutlich. So hatte beispielsweise der Berliner Unterwelten e.V., der einzigartige Führungen durch ehemalige Weltkriegsbunker oder Tunnel anbietet, 2019 noch 365.000 Besucherinnen und Besucher. 

„Wenn wir gut sind, werden wir dieses Jahr 330.000 Gäste erreichen, sind also von dem damals erzielten Ergebnis noch weit entfernt“, sagt der Vorsitzende Dietmar Arnold. Bis Juli dieses Jahres waren es fast 193.000 Besucherinnen und Besucher.

Führung Berliner Unterwelten e.V.

Der Berliner Unterwelten e.V. bietet Führungen zu historischen Weltkriegsbunkern an.

Auslandstourismus spiegelt globale Wirtschaftslage

Die DEHOGA Berlin führt die sinkenden Übernachtungszahlen bei gleichbleibender Gästezahl, im Vergleich zu 2025, auf eine verkürzte Aufenthaltsdauer zurück. Davon betroffen seien vor allem internationale Besucherinnen und Besucher. „Das spiegelt aus unserer Sicht vor allem die eingetrübte wirtschaftliche Lage in wichtigen Auslandsmärkten wider", sagt Gerrit Buchhorn.

In der ersten Jahreshälfte 2026 kamen rund 84 Tausend weniger ausländische Gäste nach Berlin als im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang von etwa vier Prozent. Die Zahl der Inlandsgäste stieg im selben Zeitraum um rund 67 Tausend, etwa 1,7 Prozent.

Wenn wir gut sind, werden wir dieses Jahr 330.000 Gäste erreichen, sind also von dem 2019 erzielten Ergebnis noch weit entfernt“
Dietmar Arnold Vorsitzender Berliner Unterwelten e. V.

Ausblick: Maßnahmen für den Aufwärtstrend

Zum einen müssten die Betriebe ihre Angebote attraktiver gestalten, um die Nachfrage anzukurbeln – laut Gerrit Buchhorn setzen viele Unternehmen dies bereits um. „Entscheidend ist aber auch, dass die politischen Rahmenbedingungen stimmenund die Unternehmen nicht zusätzlich belastet werden – beispielsweise durch die geplante Ausbildungsplatzumlage.“

Für ihn sind drei wesentliche Hebel entscheidend: eine bessere internationale Erreichbarkeit durch zusätzliche Direktflüge nach Berlin, die Schaffung attraktiverer Reiseanlässe und optimierte Rahmenbedingungen für die Betriebe.„Dazu gehören weniger Bürokratie, eine wettbewerbsfähigere Gestaltung der City Tax sowie beispielsweise einfache und verlässliche Regelungen für die Außengastronomie.“ Dietmar Arnold von den Unterwelten sieht auch beim Nahverkehr in Berlin Handlungsbedarf: Aufgrund des ÖPNVs seien viele Gäste schon zu spät zu Führungen gekommen.

Doch die weitere Entwicklung des Tourismus in Berlin sieht Buchhorn optimistisch: „Berlin wird weiterhin stark nachgefragt, und die aktuellen Zahlen zeigen nicht, dass die Menschen Berlin nicht mehr besuchen wollen. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, wieder mehr internationale Gäste zu gewinnen, die Aufenthaltsdauer zu erhöhen und damit zusätzliche Übernachtungen zu generieren.“

Der Geschäftsführer von visitBerlin Jürgen Amann zeigt sich ebenfalls zuversichtlich: „Mit den großen Messen wie der IFA oder der Innotrans, Sportevents und Kongressen im zweiten Halbjahr hat Berlin gute Voraussetzungen, zusätzliche Nachfrage zu gewinnen und neue Zielgruppen anzusprechen“, teilt Amann mit. Und diese sind im Aufwärtstrend.