IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Elke Freiling, Frei von und zu UG

Elke Freiling und ihr Geschäftspartner Bahaa Saad Al Din sind zusammen die „Frei von und zu UG“ und haben im Juli 2025 das vegane Bistro Pêle-Mêle in der Innstraße 26 in Neukölln übernommen. Mit uns spricht Elke Freiling über eine Kette von Zufällen, die sie zur Gastronomie brachte, und warum ein veganes Bistro kein Selbstläufer ist, auch wenn Berlin als ein Hotspot des Veganismus gilt.

Ulrike Menn
Eine Frau und ein Mann stehen in einem hellen Raum. Es sind mehrere rustikale hellbraune Stühle und Tische zusehen.

Elke Freiling und Bahaa Saad Al Din eröffneten im Juli 2025 ihr Kaffee in Neukölln.

Frau Freiling, was bitte bedeutet Pêle-Mêle?

(lacht). Ja, das werde ich oft gefragt. Das ist französisch und bedeutet so viel wie „buntes Gemisch“. Wir selbst interpretieren diesen Namen als „Vielfalt“ und haben ihn zusammen mit dem Café im Juli 2025 übernommen, weil der Name schon in der veganen Szene etabliert war. Wir hatten übrigens einen sehr unglücklichen Start: Wir haben nach der Übernahme einen versteckten Wasserschaden entdeckt und mussten die ersten sieben Monate sanieren.

Wer Impact will, braucht Kapital - aber wie?

Welche Förderungen gibt es für Sozialunternehmen und wie erhalte ich diese? Diese Fragen werden im kostenlosen Webinar der IHK Berlin von Berliner Best-Practice-Unternehmen beantwortet. Worum geht es im Detail?

  • Einblicke in Finanzierungsstrategien, Best-Practices & Erfahrungsberichte
  • Welche Herausforderungen gibt es bei impact-orientierten Modellen und wie geht man damit um?
  • Impulse der Bürgschaftsbank Berlin und der GLS Bank: Was bieten Sie und worauf wird geachtet?

Das für IHK-Mitglieder kostenlose Webinar findet am 27. August statt. Zur Anmeldung.

Wie sind Sie zur Gastro-Unternehmerin geworden?

Wir beide, mein Miteigentümer Bahaa Saad Al Din und ich, kommen eigentlich aus anderen Richtungen. Ich habe Soziologie studiert, habe im pädagogischen und sozialen Bereich gearbeitet, war dann ein Jahr in Gambia und habe dort durch einen Zufall die stellvertretende Leitung eines Gastrobetriebes übernommen. Zurück in Deutschland habe ich Bahaa kennengelernt, als er 2014 aus Syrien kam. Durch Corona wurde ich dann arbeitslos. Bahaa hat BWL studiert und als Dolmetscher gearbeitet, kann aber auch sehr gut kochen. Irgendwann haben wir uns entschieden, gemeinsam ein Bistro zu machen.

Mir bringt der Umgang mit den Gästen einfach großen Spaß und ich finde es toll, mich in meinem Alter - ich bin jetzt 60 - nochmal ganz neu zu orientieren. Wir sind ganz zufrieden, wie unser Geschäft angelaufen ist. Auch wenn wir in der Innstraße nicht auf Laufkunden hoffen können. 

Wie sieht ihr Business aus?

Wir haben täglich von 10 bis 19 Uhr und freitags bis 21 Uhr geöffnet, und wir bieten unsere Räume auch abends für private Feiern oder Arbeitstreffen an. Wir haben innen 40 Sitzplätze und außen nochmal 12. Es gibt internationale Speisen und Gerichte aus Syrien, wie zum Beispiel „Mutabaq“, ein Eintopf aus Auberginen, Tomaten, Pilzen und Zwiebeln. Unsere Gerichte gehen bei 9 Euro los, und wir haben auch Snacks für den kleineren Hunger und Geldbeutel. Hervorheben möchte ich unseren Sonn- und Feiertagsbrunch. Der ist hier sehr beliebt. Zudem kann man uns als Caterer buchen - auch für größere Events mit mehr als 100 Gästen.

Eine Frau und ein Mann stehen hinter einem weißen Tressen in einem Cafe. Zu sehen sind mehrere helle Holzmöbel und grüne Pflanzen

Mit dem Pêle-Mêle setzen Elke Freiling und Bahaa Saad Al Din auf pflanzliche Küche und gelebte Vielfalt. Gleichzeitig erleben sie, wie bürokratische Hürden den Alltag kleiner Gastronomiebetriebe prägen

Was nervt Sie, was würden Sie sich anders wünschen?

Die Bürokratie, die ist wirklich ein großer Hemmschuh. Es ist alles wahnsinnig umständlich und aufwendig. Und ich meine, wir haben beide studiert und schon vieles anderes gemacht und trotzdem fällt uns das schwer. Man muss so viele Auflagen befolgen, alles sehr genau dokumentieren und das während des laufenden Betriebs. Das kostet enorm viel Zeit, die ich eigentlich lieber anderweitig investieren würde.

Veganismus ist ja oft mehr als eine Ernährungsform. Wie stehen Sie dazu? 

Ich muss ehrlich sagen, dass wir beide keine 100%-igen Veganer sind. Aber wir finden es schon gut und richtig, wenn öfter vegan gegessen wird. Das ist einfach besser für Mensch, Tier und Natur, wenn insgesamt weniger Fleisch- und Milchprodukte verzehrt werden.