IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Innovationsstandort Berlin

NLND Berlin: Wie aus dem Zigarettenwerk ein DeepTech-Campus wird

Wo früher Zigaretten produziert wurden, sollen heute KI, Robotik und DeepTech wachsen: Der 2025 eröffnete NLND-Campus in Neukölln entwickelt sich weiter zum Innovationsstandort für Start-ups, Mittelstand und Forschung. Mit JUNI hat dort auch die Start-up-Factory der Hauptstadtregion ihren Platz gefunden.

Milena Fritzsche
Moderner Außenbereich mit Sitzbank, Baum mit Blättern und Glasfassade eines Gebäudes, Person lehnt an Mauer

Platz für Innovation und Austausch: NLND

Auf dem Gelände des ehemaligen Zigarettenwerks im Gewerbegebiet Südring haben die Green City Development GmbH und Philip Morris einen Innovationscampus entwickelt. Im September 2025 eröffnete NLND Berlin – ausgesprochen „Neuland“. Seither wächst der Standort in Berlin-Neukölln weiter. Auf insgesamt 150.000 Quadratmetern und rund 30 Gebäuden sollen Industrie, Mittelstand, Start-ups, Forschung und Wissenschaft enger zusammenarbeiten. Die vollständige Entwicklung des Areals ist nach bisheriger Planung in mehreren Phasen bis Ende 2027 vorgesehen.

Zum Campus gehören Arbeits- und Produktionsflächen für Start-ups bis hin zu mittelständischen Unternehmen, Räume zum Prototyping sowie umfangreiche Veranstaltungsflächen. Allein das Konferenzzentrum umfasst rund 11.000 Quadratmeter in drei Hallen und bietet inzwischen Platz für Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Personen. Hinzu kommen eine Prototyping-Halle, ein Kino sowie Workshop- und Meetingräume.

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Vom Industriegelände zum Ort für KI und DeepTech

Inhaltlich konzentriert sich NLND auf Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Sensorik, Automatisierung und Industrie 4.0. Hinzu kommen Zukunftsfelder wie Smart City, Mobilität, Logistik und urbane Entwicklung. Das Ziel: nicht nur Büros für innovative Unternehmen anzubieten, sondern auch Flächen, auf denen Produkte entwickelt, erprobt und produziert werden können.

Dass sich der Campus inzwischen als Plattform für Austausch und Innovation etabliert, zeigen die Veranstaltungen vor Ort. Neben einem BioTech-x-AI-Hackathon fanden hier unter anderem Shows der Berlin Fashion Week statt. Im Juni 2026 war NLND außerdem Schauplatz einer Konferenz des Masterplans Industriestadt Berlin, bei der es darum ging, wie DeepTech-Innovationen den Weg aus Forschung und Labor in die industrielle Skalierung schaffen.

Nach Angaben von Philip Morris waren im Frühjahr 2026 bereits rund 150 aktive Mitglieder Teil der Campus-Community. NLND versteht sich dabei als „Innovation District“, der Unternehmen, Start-ups, Technologie, Forschung und öffentliche Akteure aus dem Innovations- und Transformationsumfeld zusammenbringt.

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Jens Bartels

JUNI soll Forschung und Wirtschaft zusammenbringen

Eine zentrale Rolle spielt dabei JUNI – „Just Unite to Innovate“, die Start-up-Factory für wissenschafts- und technologiebasierte Gründungen in Berlin und Brandenburg. Sie ging aus dem früheren Projekt UNITE hervor und hat auf dem NLND-Campus einen eigenen Standort. Dort sollen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups sowie Industrie und Mittelstand gezielt zusammengebracht werden.

Das Ziel ist ambitioniert: Ab 2030 sollen in Berlin und Brandenburg 365 Start-ups pro Jahr entstehen – rechnerisch eines pro Tag. Im Fokus stehen dabei insbesondere wissenschaftsbasierte und technologieintensive Gründungen, die häufig vor der Herausforderung stehen, Forschungsergebnisse in skalierbare Produkte und Geschäftsmodelle zu überführen.

Gerade dafür bietet der NLND-Standort besondere Voraussetzungen. Neben Arbeitsplätzen stehen Produktions- und Prototypingflächen sowie große Veranstaltungsräume zur Verfügung. JUNI bezeichnet seinen NLND-Standort als Schnittstelle, an der Industrie und Mittelstand mit Hochschulen, Start-ups und öffentlichen Akteuren zusammenkommen sollen.

IHK Berlin setzt auf mehr DeepTech-Ausgründungen

Auch die IHK Berlin unterstützt die Start-up-Factory. IHK-Präsident Sebastian Stietzel zufolge sichern Innovationen die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin. Voraussetzung dafür seien die richtigen, innovationsfördernden Rahmenbedingungen. Mit dem NLND könne JUNI Start-ups einen Raum zum Experimentieren, Pilotieren und Kooperieren geben. „Hier finden DeepTech-Gründungen einen Platz, um zu wachsen und ihre Visionen umzusetzen“, sagte Stietzel zur Eröffnung des Campus 2025. Das Berliner Ökosystem werde somit größer, vielfältiger und leistungsfähiger.

Die Bedeutung dieses Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft hat aus Sicht der IHK inzwischen noch zugenommen. Im Juni 2026 begrüßte sie die neue Berliner DeepTech-, Transfer- und Forschungsstrategie, mahnte aber zugleich eine konsequente Umsetzung an. Nötig seien mehr Ausgründungen, engere Kooperationen zwischen Wissenschaft und Unternehmen und bessere Bedingungen für DeepTech-Firmen „vom Labor bis in den Markt“.

Ziel von JUNI sei es, die Innovationskraft der Metropolregion strategisch und nachhaltig zu stärken, betonte Thomas Heilmann, Gesellschafter und Vorsitzender des Aufsichtsrats der damaligen Unite gGmbH, bereits zur Eröffnung 2025: „Für Start-ups und Hochschulen entsteht hier ein Raum, in dem aus Forschungsergebnissen echte Prototypen und marktreife Produkte entstehen können.“

Genau daran muss sich auch NLND messen lassen: ob aus einem historischen Industriestandort nicht nur ein neuer Veranstaltungs- und Arbeitsort entsteht, sondern ein Campus, auf dem Forschung, Gründung und industrielle Produktion tatsächlich ineinandergreifen.