Vergesellschaftungsdebatte

Enteignungsdebatte schadet Berlin, zeigt eine repräsentative Umfrage

Eine aktuelle Umfrage des VBKI zeigt: Die Enteignungsdebatte wird von einem großen Teil der Befragten als schädlich für die Stadt angesehen. Nur 15,7 Prozent der Berlinerinnen und Berliner halten die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände für ein vorrangiges Ziel der Wohnungspolitik.

Zu sehen sind zwei Mehrfamilienhäuser mit Baugerüst. Man sieht eine Wohnungsbaustelle.

Eine klare Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner spricht sich für Neubau statt Vergesellschaftung aus

Die Ablehnung der Vergesellschaftungspläne reicht weit über die Unternehmerschaft hinaus. In einer berlinweiten Umfrage sehen 44,8 Prozent die Debatte als Belastung für das Ansehen Berlins in Deutschland und im Ausland. Sollten die Pläne der Initiative umgesetzt werden, was mehrere Parteien im aktuellen Wahlkampf fordern, müsste aus öffentlichen Mitteln bis zu 36 Milliarden Euro für den Aufkauf des privaten Wohnungsbestands aufgewendet werden. Die Befragten sehen die Prioritäten bei öffentlichen Ausgaben anders: 22,4 Prozent sind für Vergesellschaftung und 43,3 Prozent sprechen sich dagegen für mehr Wohnungsneubau aus. 

IHK-Präsident Sebastian Stietzel ist überzeugt: „Schon die Debatte über mögliche Vergesellschaftungen wirkt verunsichernd. Das trifft nicht nur große Wohnungsunternehmen, sondern mittelbar auch Bauwirtschaft, Handwerk, Banken, Pensionskassen und viele Unternehmen, die auf funktionierende Standortbedingungen angewiesen sind".

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Fabian Nestler

Befragt nach der wichtigsten wohnungspolitischen Maßnahme nennen 37,8 Prozent der Umfrageteilnehmer die gezielte Unterstützung von Haushalten mit geringem Einkommen, gut 31 Prozent setzen auf eine Ausweitung des Wohnungsangebots durch Neubau. Die Vergesellschaftung und Überführung von Wohnungen in staatliches Eigentum folgt mit nur 15,7 Prozent an dritter Stelle, knapp vor der Erleichterung des Erwerbs von Wohneigentum mit 15,3 Prozent.

Die Civey-Umfrage im Auftrag des VBKI basiert auf 1.500 Befragten ab 16 Jahren, die zwischen dem 24. August und 4. September 2026 befragt wurden. Die ausführlichen Umfrageergebnisse finden Sie hier.