IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Berliner Wohnungsmarkt

Christoph Meyer: „Die Immobilienwirtschaft wird nicht als Partner begriffen“

Christoph Meyer gestaltet die Berliner Immobilienbranche seit fast 40 Jahren mit. Im Interview erzählt er, warum der Berliner Immobilienmarkt keinen guten Ruf hat und wie die Stadt attraktiver für Investoren werden kann.

Von: Aaron Baumgart
Porträt von Christopg Meyer.

Christoph Meyer erkennt in Berlin eine Feindlichkeit gegenüber Immobilieninvestoren.

Christoph Meyers Weg in die Immobilienwirtschaft begann ungewöhnlich: Bevor er 1987 in die Branche wechselte, arbeitete er als Tourneemanager für Rockbands. Erfahrung und Kreativität zählen für ihn deshalb zu den wichtigsten Eigenschaften am Immobilienmarkt.

2012 machte er sich selbstständig. Aus dem zunächst stark auf Einzelhandelsimmobilien ausgerichteten Unternehmen wurde 2020 CM Realty. Statt klassischer Gewerbeeinheiten rückten gemischt genutzte Quartiere in den Fokus. 

Heute begleitet die Berliner Immobilienboutique Projekte unter anderem von der Standort- und Potenzialanalyse über Entwicklungskonzepte bis hin zur Baurechtsbeschaffung und Umsetzung. Zudem ist Meyer Vorsitzender des Ausschusses „Wachsende und lebendige Stadt“ der IHK Berlin.

Der Berliner Immobilienmarkt hat nicht zwingend einen guten Ruf. Ist das gerechtfertigt?

Christoph Meyer: Wir haben einen absoluten Mangel an Wohnungsangeboten, und das ist natürlich gerade für Neu-Berliner sehr schwierig, die keine Kontakte in der Stadt haben.

Ein erheblicher Bevölkerungsanstieg hat dazu geführt, dass die sowieso existierende Mangelsituation sich noch mal verstärkt hat. Die Situation war schon immer nicht schön, aber mittlerweile ist sie dramatisch. Zusätzlich haben wir das Problem, dass die Situation von manchen Playern auf dem Markt ausgenutzt wird. Es gibt zwar sehr viele seriöse Vermieter, aber es gibt eben auch schwarze Schafe, die die Situation der Wohnungssuchenden ausnutzen.

Berlin hat an inzwischen erheblich an Attraktivität verloren – und das liegt auch an der Investorenfeindlichkeit in dieser Stadt.“
Christoph Meyer Geschäftsführer CM Realty

Darum sollten Berliner Behörden mit Investoren auf Augenhöhe arbeiten

Was müsste sich ihrer Meinung nach ändern, damit wieder schneller und mehr gebaut wird?

Tatsächlich hat sich in der letzten Legislatur bereits einiges geändert, nur die Wirkung kommt natürlich zeitverzögert. Wir haben das Schneller-Bauen-Gesetz, an dem auch die IHK mitgearbeitet hat. Es gibt ein Einfacher-Bauen-Gesetz, das bereits vom Senat verabschiedet worden ist. Zusätzlich gibt es den sogenannten Bauturbo der Bundesregierung, der im vergangenen Jahr beschlossen wurde. Das sind alles Dinge, die den Wohnungsbau beschleunigen sollen und das ist sehr, sehr wichtig. 

Aber wir haben auch ein Problem, dass all dies in den Behörden das Ganze mental noch nicht angekommen ist. Es gibt viele Mitarbeiter in den Behörden, die versuchen, Dinge voranzubringen, aber man versteht sich immer noch nicht so sehr als Genehmigungsbehörde – also als eine Institution, die das “Genehmigen” sozusagen großschreibt – sondern man hat immer so den Eindruck, wenn man einen Bauantrag einreicht, man sei in irgendeiner Prüfanstalt. Die Behandlungist teilweise nicht sehr angenehm. 

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Zu sehen ist ein Wohnungsneubau. Hinter dem Haus stehen zwei Baukräne.
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Wie bleibt Berlin für Investoren und Projektentwickler auch in Zukunft ein attraktiver Standort?

Die Frage impliziert, dass Berlin bereits ein attraktiver Standort ist. Ich glaube, die Stadt war mal ein attraktiver Standort. Berlin hat inzwischen erheblich an Attraktivität verloren – und das liegt auch an der Investorenfeindlichkeit in dieser Stadt, die sich ausdrückt in einem Votum der Berliner, bei dem 59 Prozent sagen, große Wohnungsbaugesellschaften sollen vergesellschaftet werden.

Es liegt aber auch an der Genehmigungspolitik, von der ich gerade gesprochen habe. Die Immobilienwirtschaft in Berlin wird nicht als Partner begriffen, und das sollte man tunlichst tun: die Immobilienwirtschaft als Partner der Stadt, der Gesellschaft, der Genehmigungsbehörden betrachten und gemeinsam diese Stadt bauen.