IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

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Stadtentwicklung

Quartier Fountain: Ein neues Stück Stadt für Gesundbrunnen

Wo heute Gleise und wenig genutzte Flächen den Stadtraum prägen, soll in Gesundbrunnen ein neues Quartier entstehen. Fountain verspricht Wohnungen, Büros, Hotel, Handel und neue öffentliche Räume – und könnte damit auch für Unternehmen im Kiez neue Chancen schaffen.

Von: Aaron Baumgart
Architektonische Zeichnung des Quartiers Fountain.

Das Konzept für das Quartier Fountain zwischen Swinemünder Straße und Brunnenstraße.

Wer von der Swinemünder Brücke am Bahnhof Gesundbrunnen Richtung Südwesten blickt, sieht einen Ort voller Gegensätze. Dicht aneinandergebaute Wohnblöcke stehen neben Bahntrassen und Verkehrsachsen, während direkt am Ende der Brücke Brachland auf ein Parkhaus trifft. 

Genau an diesem Brachland – zwischen Swinemünder Straße und Brunnenstraße – soll das neue Stadtquartier Fountain entstehen. Der städtebauliche Entwurf des Architekturbüros Max Dudler wurde vor wenigen Wochen in einem Werkstattverfahren als Sieger auserkoren. Die Bauherrschaft übernimmt der weltweit tätige Immobilienkonzern Hines

Björn Werner, Mitglied der Max Dudler Geschäftsführung und Leiter des Bürostandortes Berlin, sieht gerade in der komplizierten Ausgangslage eine Chance: „Wir befinden uns in einer hybriden Lage, die einerseits stark infrastrukturell geprägt ist, andererseits stadträumlich sehr interessante Anknüpfpunkte bietet.“ Dazu zählen aus seiner Sicht die Lage zwischen Humboldthain und Mauerpark, die angrenzenden Wohnviertel und vor allem die Nähe zum S- und Fernbahnhof Gesundbrunnen.

Fläche
2,9
Hektar
umfasst das Quartier Fountain.
Wohnen
900
Menschen
sollen hier ihr Zuhause finden.

Das Quartier Fountain entsteht zwischen Niemandsland und Gleismeer

Der Entwurf versuche deshalb nicht, einen isolierten Neubaukomplex an die Gleise zu setzen. Stattdessen soll das Quartier Fountain unterschiedliche Teile der Umgebung miteinander verbinden. Die Planer orientierten sich dafür an verschiedenen Strukturen der Nachbarschaft: an den gründerzeitlichen Blöcken Richtung Prenzlauer Berg ebenso wie an größeren genossenschaftlichen Wohnanlagen und den offeneren Bebauungen der Nachkriegszeit.

Wir wollen in Gesundbrunnen ein zukunftsfähiges, langfristig flexibles Stück Stadt bauen.“
Björn Werner Leiter Architekturbüro Max Dudler Berlin

Besondere Bedeutung bekommt die Swinemünder Straße. Sie endet heute an zwei Brandwänden und findet, wie Werner es beschreibt, im „Gleismeer“ keinen wirklichen Abschluss. Fountain soll diese Situation aufnehmen und über einen sogenannten Brückenpark weiterführen. Der Park soll die denkmalgeschützte Swinemünder Brücke einbeziehen und eine Verbindung in Richtung Mauerpark herstellen.

Fountain soll den Bezirk Gesundbrunnen vernetzen

Auch der Bahnhof Gesundbrunnen spielt eine zentrale Rolle. Eine bereits bestehende Fußgängerbrücke über die Gleise könnte nach Vorstellung der Planer das Quartier direkt an den Bahnhof ankoppeln. Derzeit ist die Brücke jedoch noch durch ein Tor verriegelt. Eine Anfrage bei der Deutschen Bahn sei bereits gestellt worden. Für Werner wäre eine solche Verbindung ein Gewinn: „Je mehr Verbindungen über diese Gleise entstehen, desto mehr werden die Quartiere auch vernetzt.“

Städtebaulich sichtbar werden soll Fountain zudem durch zwei Hochpunkte. An der Brunnenstraße ist ein 60 Meter hohes Haus geplant, vor der Brücke soll ein zweiter Turm mit 56 Metern entstehen.

Eine S-Bahn fährt aus dem S-Bahn Gesundbrunnen.

Blick auf die Swinemünder Brücke mit dem Bestandsbau im Hintergrund. Er soll für das neue Quartier Fountain zurückgebaut werden.

Auch örtliches Gewerbe soll vom Quartier profotieren

Der Schwerpunkt Wohnen soll vor allem in Richtung Brückenpark liegen. Je näher die Bebauung an Brunnenstraße und Bahnhof rückt, desto stärker wird die gewerbliche Nutzung. Vorgesehen sind unter anderem Büroflächen sowie ein Hotel und Serviced-Apartments. Je nach Bedarf ließen sich diese Flächen aber auch in zusätzlichen Wohnraum umwandeln. Im Erdgeschoss sollen zusätzliche Gewerbeflächen dazu beitragen, den neuen Stadtraum zu beleben. Laut derzeitigen Plänen könnten bis zu 1.2000 Menschen im Quartier arbeiten und 900 ein neues Zuhause finden.

Trotz Abriss des Bestandbaues soll auch der bestehende Supermarkt in die Planung integriert werden. Besonders hier hatten Anwohner bei Bekanntgabe der Pläne befürchtet, einen wichtigen Einkaufsort zu verlieren. Ergänzt wird die Mischung durch eine Kita.

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 „Wir wollen im Gesundbrunnen ein zukunftsfähiges, langfristig flexibles Stück Stadt bauen“, sagt Björn Werner. Durch das Stadtquartier entstünden neue Synergien und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten. Das beträfe nicht nur Unternehmen, die sich künftig direkt im Fountain ansiedeln. Auch das bestehende Gewerbe im Umfeld könne laut Werner davon profitieren, wenn ein bislang wenig genutzter Bereich tatsächlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde. Für Handel, Dienstleistungen und Gastronomie könne bereits eine höhere Fußgängerfrequenz entscheidend sein.

Ob all diese Vorstellungen am Ende genauso umgesetzt werden, ist mit dem gewonnenen Werkstattverfahren noch nicht entschieden. Der Bezirk Mitte muss nun einen Bebauungsplan aufstellen. Der Entwurf zeigt aber, welche Rolle Fountain für Gesundbrunnen spielen könnte: Bindeglied zwischen bestehenden Kiezen, modernem Arbeiten, einem Bahnhof und neugewonnenen Freiräumen.