IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Green City Solutions und Suncrafter: Zwei Berliner Ideen, die die Zukunft verändern

Hitze, dicke Luft, fehlender Strom: Die Berliner Start-ups Suncrafter und Green City Solutions arbeiten an innovativen Konzepten für eine lebenswerte Großstadt der Zukunft.

Von: Julia Frese
Fünf Moosmodule stehen auf einem Platz in der Innenstadt.

Moosmodule zur Filterung der Luft in Großstädten – das Unternehmen Green City Solutions hat diese innovativen Sitzbänke mit Moostafeln am Walter-Benjamin-Platz aufgestellt.

Wachsende Großstädte wie Berlin stehen in den kommenden Jahrzehnten vor besonderen Herausforderungen. In Innovationslaboren wie dem Reallabor 100m sucht die IHK Berlin darum Lösungen für Fragen, die den Alltag in Metropolen unmittelbar betreffen: Mobilität, Wohnen, Energie, Gesundheit oder Ressourcennutzung. Die ausgezeichneten Innovationen sollen als Vorbild für andere Städte dienen.

Ein zunehmend wichtiges Thema ist der Umgang mit der Klimaerwärmung in Großstädten. Beton und dichte Bebauung speichern Hitze, zudem bildet sich bei hohen Temperaturen über glühendem Asphalt ein Mix verschiedener Schadstoffe, der die Gesundheit schädigen kann. 

Hier setzt das Konzept der Firma Green City Solutions an. Das Start-up baut Moos-Module, die es in Großstädten zur Kühlung und Filterung der Luft aufstellt. Die Module bestehen jeweils aus einer Wand aus Moos sowie weiteren Elementen wie Sitzbänken, Werbetafeln, Bildschirmen oder Pflanzkübeln. 

Berlins Reallabor „100m Zukunft“

Die IHK hat mit dem Reallabor „100m Zukunft“ eine Musterstraße für urbane Innovation geschaffen. Insgesamt 75 Unternehmen haben sich mit Lösungen beworben. Abgedeckt wurden dabei die Bereiche nachhaltige Mobilität und lokale Energieproduktion, urbane Gesundheit, Abfall- und Ressourcenmanagement sowie urbane Ernährungssysteme. 

Eine Jury wählte acht Gewinner aus, die ihre Projekte in die Realität umsetzen dürfen. Besucherinnen und Besucher können die Gewinnerprojekte ab September 2026 für zwölf Monate in der Fasanenstraße besichtigen und nutzen.

„Die Folgen von Hitze und Luftverschmutzung sind in Großstädten wie Berlin besonders spürbar“, sagt Tina Hensel von Green City Solutions. Nach Angaben des Unternehmens können Moosfilter bis zu 82 Prozent des Feinstaubs aus der Luft entfernen und die Luft über Verdunstung um bis zu 4 Grad Celsius kühlen. 

Reihen mit moosbewachsenen Netzen in einem Gewächshaus.

Innovation aus Berlin: Ein Blick in die Moosfarm von Green City Solutions.

Dass sich das Unternehmen ausgerechnet auf Moose spezialisierte, ging auf die Idee des Mitgründers Peter Sänger und seines Bruders Robert zurück. Als Gartenbauingenieure erkannten sie früh das enorme Potenzial der Pflanzen zur Luftreinigung in Großstädten. Das Moos baut die Firma selbst auf ihrer Moosfarm im brandenburgischen Bestensee an. Durch kontrollierte Bedingungen wachsen die Pflanzen dort 16-mal schneller als in der Natur.

Ob im Einkaufszentrum oder an der Kreuzung: Moos passt sich dank intelligenter Technik an

In der Stadt müssen die Mitarbeitenden dann jeweils die passende Lösung für jeden einzelnen Aufstellungsort finden: Welche Witterung herrscht vor Ort? Wie sind Luftqualität und Feuchtigkeit? Je nachdem, ob es sich um eine Sitzbank in einem Einkaufszentrum oder eine Werbetafel an einer Hauptverkehrsader handelt, brauchen auch die Pflanzen unterschiedliche Versorgung. Die wiederum stellt Green City Solutions per intelligenter Technik sicher. Mehr als 30 Sensoren messen Faktoren wie Durchlüftung und Bewässerung der Pflanzen und leiten die Daten an eine Analyse-Datenbank weiter. 

„Sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser, aber auch die Wasserqualität können die Vitalität der Moose negativ beeinflussen“, so Hensel. Mittlerweile sind die Biofilter an über 100 Standorten in ganz Europa im Einsatz – von öffentlichen Plätzen über Unternehmensstandorte bis hin zu Schulen, Seniorenresidenzen, Einkaufszentren und Industriehallen. 

Auch in Berlin filtern Moose an vielen Orten die Stadtluft: in der Kaiser-Wilhelm-Passage, auf dem Walter-Benjamin-Platz, vor dem Berliner Zentrum Schöneweide oder auch rund um das Einkaufszentrum Bikini Berlin.

Während weltweit Millionen Menschen keinen verlässlichen Zugang zu Strom hatten, landeten zugleich enorme Mengen noch funktionsfähiger Photovoltaikmodule auf dem Schrott.“
Lisa Wendzich Mitgründerin Suncrafter

Zukunft made in Berlin: Suncrafter setzt auf autarke Energielösungen

Neben der Luftqualität rückt noch ein weiteres Themenfeld künftig immer mehr in den Fokus: die nachhaltige Energieversorgung. Darüber haben sich auch die Gründerinnen und Gründer des Berliner Start-ups Suncrafter viele Gedanken gemacht. 

Die Idee des Unternehmens entstand 2015 während der Flüchtlingskrise, sagt Mitgründerin Lisa Wendzich: „Während weltweit Millionen Menschen keinen verlässlichen Zugang zu Strom hatten, landeten zugleich enorme Mengen noch funktionsfähiger Photovoltaikmodule auf dem Schrott.“ 

Aus diesem Widerspruch entwickelte Suncrafter sein Geschäftsmodell: gebrauchte PV-Module in neue, autarke Energielösungen umzuwandeln. Die Module können Kundinnen und Kunden mieten und an unterschiedlichsten Orten in der Stadt aufstellen. Vorn scheint die Sonne aufs Modul, auf der Rückseite können beispielsweise E-Roller eingeschoben oder Handys in Ladefächer gelegt werden.

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Laden ohne Stromnetz – Innovation für Großstädte wie Berlin

Anfangs war das Konzept vor allem für Katastropheneinsätze gedacht. Doch wie sich herausstellte, lassen sich die mobilen, nachhaltigen Ladestationen auch ideal als Stromquelle auf Events, für E-Bikes, E-Scooter und als private Steckersolaranlagen nutzen. 

Genau darin liegt bei Suncrafter die Innovation: Die Ladestationen brauchen kein Stromnetz, können also dort eingesetzt werden, wo ein Netzanschluss fehlt oder zu teuer wäre. Für Großstädte wie Berlin fällt damit auch viel bürokratischer Aufwand weg, der bei Infrastrukturprojekten oft unnötig Zeit kostet.

Suncrafter Solarmodul steht auf einem großen Marktplatz.

Ganz ohne Netzanschluss helfen die Solarmodule von Suncrafter bei der Energieversorgung unterwegs.

Die Solarstationen zum Laden mobiler Endgeräte sind bereits an mehreren Standorten in Berlin im Einsatz, etwa an Schulen und Jugendzentren. Und auch in anderen Städten hat sich das Konzept bewährt. Sogenannte SolarBays und SolarDocks für E-Roller, E-Scooter und E-Bikes stehen unter anderem in Bochum, Bergkamen und Essen.