IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Einzelhandelsimmobilien

Galeria-Standorte in Berlin auf dem Prüfstand - wie steht es um die Warenhäuser in der Hauptstadt?

Erneut müssen Galeria-Filialen in Berlin um ihre Existenz fürchten. Bei vier Standorten will der Konzern mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln, Schließungen sind möglich. Hier erfahren Sie, welche Warenhäuser es betrifft und wie es bei bereits geschlossenen Filialen weitergeht.

Von: Mateusz Hartwich
Außenansicht des ehemaligen Karstadt-Warenhauses in Berlin-Wedding

Wartet auf eine neue Bestimmung: Galeria am Leopoldplatz im Wedding

Die Warenhauskette Galeria scheint nicht zu Ruhe zu kommen. Medienberichten zufolge sind an vielen Standorten bundesweit die Mieten nur teilweise oder gar nicht gezahlt worden. Jetzt kündigte der Konzern an, bei Filialen am Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und in Spandau mit den Vermietern nachzuverhandeln. Nicht betroffen ist lediglich der Standort in Tegel, wo der Immobilienentwickler HGHI erst vor wenigen Jahren in eine umfassende Revitalisierung des Quartiers investiert hat.

Besonders heikel ist die Lage am Alexanderplatz: Die Nutzungsvereinbarung läuft nur noch bis März 2027, danach soll nach bisherigen Plänen ein Umbau beginnen - eventuell schon im Hinblick auf eine Teilnutzung als Landesbibliothek. Zum Stand der Verhandlungen dazu machen Eigentümer und Land Berlin aktuell keine Angaben. Angesichts der aktuellen Entwicklungen könnte der Druck auf eine baldige Lösung noch steigen.

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Standort sucht Bestimmung

Dabei ist das Kaufhaus am Alexanderplatz als umsatzstärkste Filiale noch vergleichsweise gut aufgestellt. Vor der Fusion mit Karstadt wurde der traditionsreiche Kaufhof vom Vorbesitzer Hudson Bay Company umfassend modernisiert, die zentrale Lage sorgt für Kundenfrequenzen. Andere Standorte, die im Zuge der wiederholten Insolvenzen von Galeria aufgegeben wurden, suchen nach einer neuen Bestimmung. 

Der spektakuläre Zusammenbruch des österreichischen Immobilienkonzerns Signa führte zum Stopp aller Umbau- und Erweiterungspläne, die es insbesondere für die Galeria-Filialen am Kurfürstendamm, Hermannplatz oder Leopoldplatz gab. Politische und zivilgesellschaftliche Akteure versuchen, in Verhandlungen mit aktuellen Eigentümern eine Perspektive für die Standorte zu entwickeln.

Foto von einem Galeria Kaufhof Gebäude

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Berliner Beispiele für Umnutzungen

Das historische Warenhaus Jandorf in der Brunnenstraße fungiert seit der Sanierung 2020 als Bürogebäude und Showroom für Daimler und BMW. Die frühere Kaufhof-Filiale am Ostbahnhof wurde 2017 bis 2021 ebenfalls in ein Bürogebäude verwandelt. Das prominentesten Berliner Beispiel ist aber „Kalle Neukölln“, das ehemalige Karstadt-Schnäppchencenters (auch bekannt als SinnLeffers-Kaufhaus) an der Neuköllner Karl-Marx-Straße, das im Frühjahr 2025 nach aufwendigen Umbau eröffnete.  Die Baukosten betrugen rund 200 Millionen Euro, es entstanden dort 26.000 Quadratmeter Büro-, 6.000 Quadratmeter Gastronomie- und 4.000 Quadratmeter Handelsfläche sowie eine öffentlich zugängliche begrünte Dachterrasse.

Der Projektentwickler Maruhn Real Estate Investment GmbH (MREI) erläuterte den Plan so: "Wir haben hier ein völlig neues Nutzungskonzept entworfen, das in Europa bisher einzigartig ist. Aus dem ehemaligen Kauf- und Parkhaus haben wir einen Gesamtkomplex gemacht", der für viele Umbauten von Kaufhäusern beispielhaft sein könnte.

Die Zukunft einiger weiterer Warenhäuser, insbesondere ehemaliger Galeria-Filialen in Berlin-Wedding, Tempelhof oder in der Wilmersdorfer Straße, bleibt ungewiss. Bei Letzterer gab es zuletzt eine neue Entwicklung, als der Immobilieneigentümer ankündigte, die bisherige Planung zu überarbeiten. Für die Umwidmung zu einem Mix aus Büros, Wohnungen und Handel hatte der Bezirk bereits einen Bauvorbescheid erteilt. Nun soll es doch keine Office-Flächen mehr geben, dazu muss die Baugenehmigung neu beantragt werden.

Für die Galeria am Leopoldplatz hatte es noch zu Zeiten von Signa ehrgeizige Umbaupläne gegeben, die neben Handel ebenfalls Büros und Wohnungen vorsahen. Die Eigentümerin, die Versicherungskammer Bayern, arbeitet an einem neuen Konzept. Das Bezirksamt Mitte versucht, zumindest eine Zwischennutzung für kulturelle und soziale Zwecke zu vereinbaren. Im leerstehenden Kaufhaus sind lediglich eine Lidl-Filiale sowie zwei Imbisse zur Straßenseite noch offen. Der Lebensmittel-Discounter ist auch Hauptmieter auf einer Teilfläche im ehemaligen Karstadt am Tempelhofer Damm. “Dies ist jedoch nur der Anfang”, schreibt die Versicherungskammer Bayern dazu. “Es ist geplant, das Objekt umfangreich umzubauen und somit für weitere Nutzer attraktiv zu machen. Ziel ist es, das Gebäude im Bestand anzupassen und langfristig neu auszurichten”. Allerdings stammt die Mitteilung bereits vom 30. April 2025.