Zu sehen ist die Frage "WTF is IHK", darauf die Antwort: Offizieller Partner der Berliner Wirtschaft.

WTF is IHK?

Informelles Heldenkollektiv? Interessengemeinschaft hervorragender Kaufleute? Oder doch: Industrie- und Handelskammer Berlin?

Mit der neuen Imagekampagne zeigt die IHK Berlin, wofür sie steht.

Berlins Unternehmen sind so vielfältig wie unsere Stadt selbst. Für sie alle ist die IHK da.

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Gastbeitrag des IHK-Präsidenten

Expo Berlin 2035: Sebastian Stietzel drängt auf Weltausstellung als Turbo für Infrastruktur und Innovation

IHK-Präsident Sebastian Stietzel wirbt für die Expo Berlin 2035 – nicht als Prestigeprojekt, sondern als Booster für Infrastruktur, Innovation und internationales Image. Die Weltausstellung könnte Investitionen bündeln, den Ausbau von Urban Tech Republic und des Verkehrs beschleunigen und Berlin zur Bühne für Zukunftstechnologien machen. Ein Ja sei alternativlos.

Sebastian Stietzel
 Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin

IHK-Präsident Sebastian Stietzel

  • Sebastian Stietzel wirbt für die Expo 2035 als „Werkzeug“, nicht als Prestigeprojekt.
  • Die Expo soll Innovation sichtbar machen und Berlin zur Bühne für Zukunftstechnologien machen.
  • Sie könnte Infrastrukturprojekte (ÖPNV, Wohnraum, Urban Tech Republic Tegel) bündeln und beschleunigen.
  • Expo, IBA, 800-Jahr-Feier und Olympia sollen als „Zukunftsdekade“ zusammengedacht werden.
  • Ein Nein zur Expo wäre aus Sicht der IHK ein Nein zu Tempo bei Infrastruktur, Standortentwicklung und internationaler Sichtbarkeit.

Als ich in Osaka auf dem Expo-Gelände stand, wurde mir noch einmal sehr klar, was so eine Weltausstellung auslöst: 200.000 Gäste an einem Tag, die sich zum Teil Stunden anstellen, um die neuesten Innovationen der Welt zu entdecken. Wer Gastgeber ist, zeigt, dass er gestalten will.

Noch spannender war für mich der Blick hinter die Kulissen. Wir haben in Osaka mit den Organisatoren gesprochen und deren Motivation war erstaunlich einfach: „Wie können wir der Region Osaka einen Innovationsschub verpassen, eine Transformation?“ Und: „Wie können wir auch die Wirtschaft hier wieder ankurbeln?“ 

Natürlich ist Berlin nicht Osaka. Aber sind das nicht die gleichen Fragen, die wir uns aktuell in Deutschland und Berlin stellen? Genau so muss man über eine Expo reden: nicht als Prestigeprojekt, sondern als Werkzeug.

Expo 2035 Berlin: Warum die Weltausstellung der Hauptstadt Milliarden-Impulse bringen kann
Foto von Berlin am Ufer mit mehreren Lichtern in der Nacht, welche in Richtung Kamera strahlen
Weltausstellung in Berlin Expo 2035 Berlin: Warum die Weltausstellung der Hauptstadt Milliarden-Impulse bringen kann
Lesezeit: 4 Minuten
Jens Bartels

Warum die IHK Berlin so stark für die Expo wirbt

Es wird oft gefragt, warum wir als IHK uns so deutlich positionieren. Die Antwort ist simpel: Berlin braucht einen Booster. Drei Gründe:

1. Innovation sichtbar machen.
Berlin hat enorme Innovationskraft, aber zu selten eine internationale Bühne. Die Expo bringt internationale Partner, Investoren, Wissenschaft, Unternehmen und Zivilgesellschaft zusammen. Berlin wird zum Treffpunkt der Zukunftstechnologien und der Lösungen für urbane Herausforderungen.

2. Infrastruktur endlich mit Tempo bauen.
Wir sind eine wachsende Stadt und wir wissen alle, wie hoch der Nachholbedarf ist: öffentlicher Nahverkehr, Infrastruktur, Wohnraum, Verwaltungs- und Logistikstrukturen. Projekte ziehen sich. Die Expo zwingt zur Bündelung und klaren Priorisierung mit einem eindeutigen Zieltermin. Und sie macht Investitionen politisch und gesellschaftlich schwerer wegzuducken.

3. Internationale Strahlkraft und Image.

Berlin ist eine Stadt der Freiheit, Vielfalt und Kreativität. Wir können hier mit der Ausrichtung einer Expo einen ganz neuen Impuls setzen, wie sich Berlin international positioniert. Berlin als Labor der urbanen Transformation.

Beispielfoto von der Expo 2035 in Berlin

Visualisierung eines möglichen EXPO-Standortes in Berlin

Innovationsstandort Urban Tech Republic

Oft wird so getan, als sei eine Expo am Ende nur ein auf- und abgebautes Showgelände. Genau deshalb ist das Konzept der Berliner Expo-Initiative so wichtig: von Anfang an so planen, dass möglichst alles bleiben kann.

Auch der Eiffelturm ist aus einer Expo entstanden. Aber es geht nicht um Souvenirs in Beton. Es geht um das, was sowieso gebraucht wird und dann endlich passiert: Infrastrukturinvestitionen in den öffentlichen Nahverkehr, in Wohnobjekte, in Netzausbauten.

Tegel und die Urban Tech Republic sind dafür prädestiniert. Ich bin ein ausgewiesener Unterstützer dieses Innovationsstandorts. Wenn die Expo dort Geschwindigkeit in die Entwicklung bringt, ist das kein Rettungsring, sondern kluge Standortpolitik. 

Urban Tech Republic: Zukunftsquartier muss kommen!
Architekturgrafik für den Tegel Tech Campus
Nachnutzung des Flughafens Tegel Urban Tech Republic: Zukunftsquartier muss kommen!
Lesezeit: 2 Minuten
Mateusz Hartwich

Die politische Debatte: Expo gegen Olympia?

Unverständlich ist die zugespitzte Debatte, als müsse Berlin wählen: Expo oder Olympia. Diesen Konflikt sehen wir als Berliner Wirtschaft schlicht nicht. Im Gegenteil: Wer eine Zukunftsdekade ernst meint, denkt Projekte zusammen: Bauausstellung, Expo, 800-Jahr-Feier und Olympia. Dann würden Investitionen nicht einzeln, sondern synergetisch wirken. Und es könnte am Ende tatsächlich passieren, dass Berlin die nachhaltigsten Olympischen Spiele auf die Beine stellt, weil die zentrale Infrastruktur bereits zuvor geschaffen wurde.

Beteiligung der Wirtschaft: Wir sind längst dabei

Die Frage, ob sich die Wirtschaft beteiligen soll, beantwortet sich einfach: Sie tut es schon. Die IHK Berlin hat sich bereits an der Projektgesellschaft beteiligt. Vor allem aber unterstützen viele Unternehmen, Verbände und zivilgesellschaftliche Akteure die Initiative seit Jahren. In Osaka wurde uns berichtet, dass private Investitionen in der Größenordnung des 1,7-Fachen der staatlichen Mittel lagen. Der regionale Effekt ist dabei ein Vielfaches der reinen Investitionssumme, weil Aufträge, Besucherströme und Folgeinvestitionen weit über das eigentliche Budget hinaus Wertschöpfung in unserer Stadt und Region auslösen.

Und aus dem internationalen Umfeld höre ich klare Signale: „Man wünscht sich eine Bewerbung aus Berlin.“ Mehr noch: Es liege „auf dem Silbertablett“ und Berlin habe „sehr, sehr gute Chancen“.

Wer nein sagt, sagt nein zu Tempo. Und das kann sich diese Stadt nicht leisten

Wenn wir diese Chance nicht ergreifen, verlieren wir nicht nur ein Event. Wir verlieren Tempo bei Infrastruktur, Tempo bei Standortentwicklung, Tempo bei internationaler Sichtbarkeit. Natürlich wird Berlin auch ohne Expo weiter innovativ sein. Aber eine Expo wäre der Beschleuniger, der uns heute fehlt.