IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Wirtschaftspolitik

IHK-Zukunftsforum: Milliarden-Potential bei besserer Wirtschaftspolitik

Bei einer besseren Wirtschaftspolitik könnte in der Bundeshauptstadt ein Potential von mehreren Milliarden Euro gehoben werden. Eine entsprechende Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen wurde heute exklusiv bei einem Zukunftsforum der IHK Berlin vorgestellt.

Von: Holger Lunau
Symbolbild einer Stadt mit hoher Aufenthaltsqualität

Beim IHK-Zukunftsforum wurde über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin diskutiert

Das finanziell klamme Berlin könnte bei  einer besseren Wirtschaftspolitik ein Potential von mehreren Milliarden Euro aktivieren. Das würde sich sowohl auf die Konjunktur als auch den  Landeshaushalt nachhaltig positiv auswirken. Eine entsprechende Studie „Strategie für eine starke Wirtschaftsmetropole“ des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen wurde heute exklusiv auf dem Zukunftsforum der IHK Berlin vorgestellt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass etwa durch eine schnellere Besetzung von freien Arbeitsplätzen durch bessere Vermittlungsaktivitäten das Bruttoinlandsprodukt Berlins um über vier Milliarden Euro gesteigert werden könnte. Ähnliche positive Effekte hätten auch mehr Langstreckenflüge für die Hauptstadtregion und eine Reduzierung der Bürokratie. 

Potential
6,3 Milliarden
Euro
zusätzliche Wertschöpfung sagen die Wirtschaftsforscher bei stäekeren Investitionen in Deep Tech voraus
Potential
4,13 Milliarden
Euro
zöge eine Verringerung der Vakanzzeit um 10 Prozent bei unbesetzten Stellen nach sich
Potential
3,22 Milliarden
Euro
würden sieben zusätzliche Langstreckendestinationen am BER bringen

Acht Hebel für mehr Wirtschaftswachstum

Für die Studie hat das IAW Tübingen acht Hebel unter dem Aspekt Auswirkung auf Bruttowertschöpfung und Arbeitsmarkt untersucht. Folgende Ziele standen dabei im Fokus:

  • Reduzierung der Vakanzzeiten bei unbesetzten Stellen um zehn Prozent 
  • Anhebung der Deep-Tech-Venture-Capital-Investitionen in Berlin von rund 461 Mio. Euro (2025) auf das Pariser Niveau von 2,7 Milliarden Euro
  • Senkung der landesseitig verursachten Bürokratie-Belastung der Unternehmen 
  • Bau von 20.000 zusätzlichen Wohnungen
  • Halbierung der Stauzeiten im Berliner Wirtschaftsverkehr
  • Eröffnung von sieben zusätzlichen Langstreckendestinationen am BER 
  • Halbierung der Anzahl der Schulabgänger, die jedes Jahr in den Übergangsbereich statt in Ausbildung wechseln 
  • Stärkere Zuwanderung internationaler Fachkräfte um 20 Prozent
Erstmals sehen wir schwarz auf weiß, welche Effekte die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die gesamte Stadt haben. Wir reden hier von Hebeln, die Milliarden an Bruttowertschöpfung entfalten und damit die Zukunftsfähigkeit Berlins stärken können. Unsere Studie liefert eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen in der nächsten Legislaturperiode.“
Sebastian Stietzel Präsident IHK Berlin

Besonders deutlich werden die wirtschaftlichen Chancen bei den Hebeln, die bei Innovation, Arbeitsmarkt und internationaler Vernetzung ansetzen. 

So weist die Studie den größten langfristigen Effekt bei einer deutlichen Steigerung der Deep-Tech-Investitionen aus. Gelingt es, das Investitionsniveau Berlins auf das heutige Niveau von Paris anzuheben, könnte die Berliner Wirtschaftsleistung langfristig um rund 6,3 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Gleichzeitig würden mehr als 49.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. 

Auch ein besser funktionierender Arbeitsmarkt zeigt erhebliche Wirkungen. Aktuell dauert es im Schnitt fast vier Monate, bis eine freie Stelle besetzt werden kann. Eine schnellere Vermittlung in Arbeit würde die jährliche Wirtschaftsleistung um rund 4,1 Milliarden Euro erhöhen und etwa 43.000 zusätzliche Beschäftigte ermöglichen. Ein mittelständischer Bauunternehmer gewinnt so beispielsweise zusätzliche neun Wochen Arbeitszeit im Jahr.

Ein weiterer zentraler Hebel ist die internationale Anbindung Berlins. Sieben zusätzliche Langstreckenverbindungen am BER würden nach den Berechnungen des IAW jährlich rund 3,2 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung schaffen und mehr als 21.000 Arbeitsplätze ermöglichen. 

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Die Studie macht zugleich deutlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung von mehreren Faktoren abhängt. So könnte eine Steigerung der Fachkräftezuwanderung um 20 Prozent die Berliner Wirtschaftsleistung um rund 1,8 Milliarden Euro erhöhen und bis zu 46.000 zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen. 

Auch mehr Wohnungsbau würde sich unmittelbar auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. 20.000 zusätzliche Wohnungen würden die Wirtschaftsleistung um rund 1,3 Milliarden Euro steigern und mehr als 11.500 zusätzliche Beschäftigte ermöglichen.

Eine Halbierung der Stauzeiten im Wirtschaftsverkehr hätte ein ähnlich hohes wirtschaftliches Potenzial. Gerade Unternehmen mit hohem Anteil am Wirtschaftsverkehr wie Logistik, Ver- und Entsorgung oder Bauwirtschaft würden bis zu drei Monate an produktiver Arbeitszeit hinzugewinnen, wenn Staus signifikant reduziert werden.