Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Judith Hoch, Battle Royal GmbH

Judith Hoch ist Co-CEO der Berliner Agentur für Brand Experience und Experiential Marketing „Battle Royal Studios“ mit Sitz in Kreuzberg. Seit 2011 entwickelt die Agentur immersive Erlebnisse, die Marken und Produkte durch Live-Events, kulturelle Inszenierungen und interaktive Erlebniswelten zum Leben erwecken.

Ulrike Menn
Eine Frau in einem türkisen T-Shirt steht vor einem digitalen Hintergrund auf dem ein graphisches Muster zu sehen.

Judith Hoch ist Co-CEO von Battle Royal Studios. Die Kreuzberger Agentur entwickelt Live-Events und Erlebniswelten für internationale Marken und Institutionen.

Was ist ihr Business? 

Mit über 625 Produktionen in Europa, dem Nahen Osten und darüber hinaus begleiten wir internationale Marken, Institutionen und öffentliche Organisationen, von der Strategie und Konzeption bis hin zu Design und Umsetzung.

Unabhängig von der Größe eines Projekts beginnt unsere Arbeit immer mit derselben Frage: „Was soll dieser Moment für die Menschen bedeuten?“ Ob Europäische Kulturhauptstadt oder das 100-jährige Jubiläum eines mittelständischen Unternehmens, wir gestalten Erlebnisse, die Menschen verbinden und nachhaltig in Erinnerung bleiben. Was uns besonders auszeichnet, ist die mutige Perspektive, mit der wir jedes Projekt angehen. Unser Team ist interdisziplinär aufgestellt, unsere kreativen Wurzeln liegen jedoch in den darstellenden Künsten, großen Zeremonien und dem Live-Storytelling, und genau diese Herkunft prägt bis heute unsere Arbeit. In Verbindung mit unserer Expertise in Strategie, Technologie, Spatial Design und Produktion entstehen Erlebnisse, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen: Sie laden dazu ein, aktiv teilzunehmen, sich zu vernetzen und selbst Teil der Geschichte zu werden, anstatt sie nur zu beobachten.

Warum sind Sie Unternehmerin geworden?

Nach verschiedenen Stationen im Kultur- und zeitgenössischen Tanzbereich, immer auf der Organisations- und Projektebene, hatte ich den klaren Wunsch, etwas Eigenes mit aufzubauen. Mich hat gereizt, Strukturen zu schaffen, in denen ein Kreativteam wirklich arbeiten kann. Nicht nur ausführen, sondern gestalten.

2010 habe ich Brendan Shelper kennengelernt, meinen heutigen Geschäftspartner und Co-CEO. Es war schnell klar, dass wir ähnlich denken und uns gegenseitig gut ergänzen. 2011 haben wir BRS gemeinsam gegründet, und der Weg seitdem war so bereichernd, dass keiner von uns je zurückgeschaut hat.

Was macht besonders Spaß und was gibt Ihnen positive Energie? 

Jedes Jahr und jedes Projekt ist anders. Die Internationalität der Projekte bringt zudem einen weiteren spannenden Faktor rein, denn die Herausforderungen sind projektspezifisch immer wieder neu.

Die positive Energie ziehe ich definitiv aus unserem Team. Wir haben ein so diverses Team mit spannenden Ansätzen, und was sie alle eint: sie haben wirklich Lust auf die Herausforderung, die jedes Eventprojekt mit sich bringt. Am Anfang steht eine Idee, und es ist dann die Aufgabe der Projektleiter, Creative Producer und Produzenten, die Umsetzungsmöglichkeiten zu finden. Und da bin ich im Hintergrund immer sehr gerne mit dabei.

Eine Frau lacht in eine Kamera

Judith Hoch, Mitgründerin und Co-CEO von Battle Royal Studios.

Was nervt, und was behindert das Wachstum?

Wir wachsen seit Gründung aus eigener Kraft, ohne externe Finanzierung. Das war immer eine bewusste Entscheidung und macht uns unabhängig, hat aber auch seinen Preis. Wachstum in unserem eigenen Tempo bedeutet manchmal, Chancen nicht so schnell ergreifen zu können, wie man es gerne würde.

Was mich darüber hinaus beschäftigt: der Fachkräftemangel im kreativen und produktionstechnischen Bereich ist real. Die richtigen Menschen zu finden, die sowohl kreativ denken als auch in einem schnellen, projektgetriebenen Umfeld funktionieren, ist eine der größten Herausforderungen beim Skalieren. Und dann ist da noch die Planungssicherheit, oder das Fehlen davon. Budgets werden kurzfristig verschoben, Projekte kommen mit wenigen Wochen Vorlauf. Das gehört zu unserem Geschäft, aber es macht strukturelles Wachstum schwieriger.

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Was wünschen Sie sich von der Politik?

Ich wünsche mir, dass Berlin seinen kreativen Kern ernst nimmt. Die Kürzungen der letzten Jahre in der Berliner Kulturlandschaft waren schmerzhaft zu beobachten, oft pauschal, ohne wirkliches Verständnis dafür, was dieser kreative Pool für die Stadt bedeutet.

Wir als Unternehmen sind davon nicht direkt abhängig, da wir früh ein Modell aufgebaut haben das unabhängig von öffentlichen Förderungen funktioniert. Aber die Einzigartigkeit Berlins als kreativer Standort ist in Gefahr. Was die Stadt so lange ausgezeichnet hat, dieser außergewöhnliche Pool an Talenten, an Energie, an Querdenken, entsteht nicht von allein. Wenn die Rahmenbedingungen fehlen, wandern die Menschen ab. Und das wäre ein Verlust, der sich nicht so schnell rückgängig machen lässt.