IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Prof. Dr. Svenja Krämer, Muttertät

Prof. Dr. Svenja Krämer hat zusammen mit Hanna Meyer 2024 „in Transition L&D UG“ gegründet. Gemeinsam entwickeln sie Lern-Angebote zum Thema „Muttertät“. Mit uns spricht die Zwillingsmutter über die immer noch existierende „Mutter-Falle“ und wie sie Arbeitgebende dazu ermutigen will, Mütter als wertvolle Chance für ihr Unternehmen zu begreifen.

Ulrike Menn
Zwei Frauen sitzen hintereinander auf einer Treppe und lächeln in die Kamera

Prof. Dr. Svenja Krämer hat zusammen mit Hanna Meyer 2024 „in Transition L&D UG“ gegründet

Svenja Krämer hat in der Erwachsenen- und Weiterbildung promoviert und forscht zu Veränderungs- und Lernphasen, durch die Erwachsene im Laufe ihres Lebens gehen.

Wie definieren Sie Muttertät?

Muttertät (oder Matreszenz) beschreibt, dass eine Frau im Zuge der Mutterwerdung durch einen tiefgreifenden Transformationsprozess geht. In diesem Prozess finden sehr viele Veränderungen mit zum Teil großen Auswirkungen parallel statt, die oft unterschätzt werden. Dafür gab es bisher kein Narrativ, nie einen breiten Raum für Auseinandersetzung. Allein schon der Begriff – in Anlehnung an Pubertät (oder Adoleszenz) - liefert eine Erklärung, was Frauen in dieser Phase erleben. Und wissenschaftliches Wissen darüber zur Verfügung zu stellen, welche Veränderungen stattfinden können, kann dazu führen, dass Mütter mehr Halt und Orientierung bekommen und damit eine direkte Erleichterung erleben. Das kann sehr handreichend sein in dieser Lebensphase. 

Was bieten Sie an?

Wir übernehmen die Transformation von all dem, was Wissenschaft zu dem Thema schon weiß und übersetzen es in gut verständliches, sinnvoll aufgebautes und einfach erklärtes Material, mit dem sich Menschen beschäftigen können um zu verstehen, was in der Phase der Muttertät passiert. Dafür haben wir das Sach- und Hörbuch für alle, die schnell einsteigen wollen, wir haben Online-Kurse für die verschiedenen Zielgruppen und wir werden für Vorträge und Workshops gebucht. Seit neuestem haben wir mit unseren MumDalas auch eine sehr barrierefreie Reihe, in der wir Reflexions- und Malbücher zur Verfügung stellen.

Sie sprechen damit selbstredend Mütter (und Väter) an. Aber Sie adressieren ja auch Unternehmerinnen und Unternehmer. Was ist die Idee dahinter? 

Wir haben Personalabteilungen und Führungskräfte im Blick. Und gerade interessieren sich besonders auch Gleichstellungsbeauftragte für uns und für das Thema. Mit den Arbeitgebenden arbeiten wir an der Fragestellung: In welcher Phase ist meine Angestellte gerade?  Was kann das für mein Unternehmen bedeuten?Welche Rahmenbedingungen können wir zur Verfügung stellen? Und da gibt es viele einfache, schnell umsetzbare Kniffe. Denn leider werden Prozesse teils noch immer eher schlecht als recht gehandhabt. Zum Beispiel kann ein Kontaktangebot zur Verfügung gestellt werden, mit dem in Elternzeit eine Verbindung aufrechterhalten werden kann, ohne aber gleichzeitig Druck aufzubauen. Und was uns ganz besonders wichtig ist: Teils werden Mütter nach ihrer Elternzeit in unwichtigere Positionen mit weniger Verantwortung versetzt. Tatsächlich aber kommen Mütter gestärkt und gewachsen aus der Elternzeit zurück. Mit Mutterwerdung sind sie durch eine Phase der kognitiven Umstrukturierung ihres Gehirns gegangen. Ihre Kompetenzen haben sich erweitert und sie haben sich persönlich neu entwickelt. Dieses Potenzial sollten Arbeitgebende nutzen! Und dazu wollen wir sie ermutigen. 

Was würden Sie sich von Gesellschaft und Politik wünschen? 

Gesellschaftlich ist das ein sehr große Lernfeld. Wir müssen uns noch weiter weg entwickeln von diesem überidealisierten Mutter- und Elternbild, das uns immer noch in den Knochen steckt. Politisch ist die Wertschätzung für Elternschaft momentan nicht sichtbar, d.h. Unterstützungsstrukturen werden gestrichen oder gehen zurück. Das ist wenig nachhaltig mit Blick auf die nachfolgende Generation. Und Arbeitgebende haben einen sehr großen Hebel in der Beantwortung der Frage: Wie kann ich Arbeit und Familie tatsächlich vereinbaren?