IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Fachkräftesicherung

Fachkräfte selbst entwickeln: Wie BMW in Berlin für die Zukunft qualifiziert

Mehr als 2.600 Beschäftigte, bis zu 900 Motorräder täglich und immer mehr automatisierte Prozesse: BMW investiert in Berlin nicht nur in neue Technik, sondern auch in die Menschen, die sie beherrschen müssen. Wie Weiterbildung in Spandau zum Instrument gegen den Fachkräftemangel wird.

Von: Hannes Leber
Symbolbild von Fachkräften im Bereich der Industrie

Fit sein für sich ständig wandelnde Anforderungen: Das BMW Motorradwerk in Spandau setzt auf Weiterbildung.

Digital Boost: Wie BMW Beschäftigte fit für KI und Digitalisierung macht

Ein Beispiel für die Weiterbildungsstrategie der BMW Group ist der „Digital Boost“. Das Unternehmen startete 2023 damit die bis dahin größte Trainingsmaßnahme seiner Geschichte. Rund 80.000 Mitarbeitende weltweit sollten damit auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vorbereitet werden. Im Fokus stehen unter anderem künstliche Intelligenz, Data Analytics, Cloud-Technologien und weitere digitale Anwendungen.

Auch im BMW Motorradwerk Berlin ist die Transformation längst im Arbeitsalltag angekommen. Mehr als 2.600 Menschen arbeiten heute am Standort in Spandau, täglich werden dort in Spitzenzeiten bis zu 900 Motorräder gefertigt. Neue Technologien, automatisierte Fertigungsprozesse und moderne Anlagen verändern dabei auch die Anforderungen an die Beschäftigten.

Für bestimmte Aufgaben werden beispielsweise Fachkräfte mit einem Abschluss als Industrieelektrikerin oder Industrieelektriker benötigt. Doch geeignetes Personal auf dem Arbeitsmarkt zu finden, ist nicht immer einfach.

„Die Herausforderungen, geeignetes Personal zu finden, und der Wunsch, in die Personalentwicklung der eigenen Mitarbeitenden zu investieren, führten zur Entwicklung einer neuen Weiterbildungsmaßnahme“, sagt Katja Menzel, Ausbildungsleiterin im BMW Motorradwerk Berlin.

 

Industrieelektriker aus den eigenen Reihen: So qualifiziert BMW in Berlin

BMW setzt deshalb auch darauf, benötigte Fachkräfte aus der eigenen Belegschaft weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit den bundesweit tätigen Eckert Schulen und mit anteiliger Finanzierung durch die Agentur für Arbeit wurde dafür eine Qualifizierungsmaßnahme entwickelt. In verschiedenen BMW-Werken wird sie bereits seit 2021 angeboten, 2024 startete sie erstmals auch in Berlin.

Anders als der konzernweite „Digital Boost“ zielt diese Weiterbildung auf einen anerkannten Berufsabschluss: Beschäftigte werden gezielt auf die IHK-Externenprüfung zur Industrieelektrikerin beziehungsweise zum Industrieelektriker vorbereitet.

In zehn Monaten zum IHK-Abschluss

Teilnehmen konnten Beschäftigte, die gemäß Berufsbildungsgesetz mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung mitbrachten. Innerhalb von zehn Monaten wurden sie intensiv auf die IHK-Externenprüfung vorbereitet.

Für BMW entsteht dadurch Fachwissen, das für moderne Produktionsprozesse benötigt wird. Für die Beschäftigten eröffnet der Abschluss zugleich neue Entwicklungsmöglichkeiten: Sie können zusätzliche Aufgaben übernehmen, mehr Verantwortung tragen und sich innerhalb des Unternehmens beruflich weiterentwickeln.

Nadja Gschaider, Leiterin BMW Group Weiterbildung, empfiehlt Unternehmen, solche Programme strategisch zu organisieren: „Für die Umsetzung solcher Qualifikationsmaßnahmen lohnt es sich auf alle Fälle, in eine interne Funktion zu investieren, die externe Regularien und Zertifizierungen im Blick und die Fäden in der Hand hält.“

Das BMW-Beispiel zeigt damit einen Weg, der auch für andere Unternehmen interessant sein kann: Fachkräftesicherung bedeutet nicht ausschließlich, neue Beschäftigte zu rekrutieren. Benötigte Kompetenzen können auch innerhalb der bestehenden Belegschaft aufgebaut werden.

Das BMW Motorradwerk in Berlin-Spandau

Das BMW Group Werk Berlin in Spandau ist seit 1969 die weltweit einzige Produktionsstätte, in der BMW Motorräder und eScooter vollständig gefertigt werden. Auf einer Fläche von rund 230.000 Quadratmetern arbeiten mehr als 2.600 Beschäftigte. In Spitzenzeiten entstehen täglich bis zu 900 Fahrzeuge.

Im März 2026 lief das viermillionste BMW-Motorrad vom Band. Jährlich verlassen mehr als 157.000 Fahrzeuge sowie Motoren, Fahrwerks- und Antriebskomponenten die Produktionslinien. Zusätzlich fertigt das Werk mehr als drei Millionen Pkw-Bremsscheiben pro Jahr.

Der Standort ist Leitwerk innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von BMW Motorrad. BMW investiert kontinuierlich in Digitalisierung und moderne Fertigungstechnologien. 2026 kündigte das Unternehmen zudem eine Investition von mehr als 50 Millionen Euro in eine neue, hochautomatisierte Lackieranlage an.

Vier Millionen Motorräder: BMW Berlin erreicht neuen Meilenstein

Wie bedeutend der Berliner Standort für BMW Motorrad ist, zeigt ein Produktionsrekord aus diesem Jahr. Im März 2026 lief in Spandau das viermillionste BMW-Motorrad vom Band – eine BMW R 1300 GS Adventure.

Seit 1969 werden am Standort BMW-Motorräder vollständig gefertigt. Das Werk hat sich zum Leitwerk im globalen Produktionsnetzwerk von BMW Motorrad entwickelt. In Spitzenzeiten läuft dort alle 60 Sekunden ein Motorrad vom Band.

„Vier Millionen Motorräder bedeuten für mich vier Millionen Geschichten, unter anderem Teamgeist, Leidenschaft, Innovationen und natürlich Berliner Luft in den Reifen“, sagte Betriebsrätin Danijela Rakic anlässlich des Produktionsjubiläums.

50 Millionen Euro für neue Technik: BMW investiert weiter in Spandau

Dass sich Produktion und Qualifikationsanforderungen weiter verändern werden, zeigt die jüngste Investition am Standort. BMW Motorrad baut in Spandau eine neue hochautomatisierte Lackieranlage. Mehr als 50 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das Projekt – die größte Einzelinvestition in die Berliner Motorradfertigung seit dem Neubau des Logistikzentrums 2015.

Auf rund 4.300 Quadratmetern sollen künftig bis zu 1,3 Millionen Bauteile pro Jahr lackiert werden. Hochpräzise Roboter übernehmen die Lackierung im 57-Sekunden-Takt. Neue Technik soll gleichzeitig Ressourcen sparen: BMW erwartet gegenüber der bisherigen Anlage unter anderem einen deutlich geringeren Wasser- und Energieverbrauch.

Die Investition zeigt, wie eng technologische Transformation und Personalentwicklung zusammenhängen. Moderne Produktionsanlagen allein reichen nicht aus – Unternehmen benötigen Beschäftigte, die mit den neuen Technologien arbeiten und sie weiterentwickeln können.

Weiterbildung wird damit für das BMW Motorradwerk zu mehr als einem Personalinstrument. Sie ist eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts, in industrielle Arbeitsplätze und in die Zukunft der Produktion in Berlin.