Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Florian Möller, SpielplatzBüro UG

„Ich finde, eine Stadt erkennt man auch daran, wie sie mit ihren Kindern umgeht. Die Bedeutung von Spielplätzen und öffentlichen Spielräumen wird meiner Meinung nach häufig unterschätzt“ sagt Florian Möller, Gründer und Geschäftsführer von SpielplatzBüro. Die Spielplatz- Situation in Berlin schätzt er im Vergleich zu anderen Großstädten als besser ein, aber für ihn ist sie noch nicht zufriedenstellend.

Ulrike Menn
Ein Mann in einem weißen T-Shirt steht vor einem Klettergerüst.

Florian Möller entwickelt mit seinem SpielplatzBüro maßgeschneiderte Spielplätze, die Kindern Raum für Fantasie, Bewegung und Begegnung bieten.

Sein Unternehmen, das in erster Linie er selbst ist, betrachtet er als interdisziplinäres Netzwerk, das sich je nach Bedarf für die jeweiligen Projekte mit Landschaftsarchitekten, Künstlern, Pädagogen, Ingenieuren und anderen Fachleuten zu einem Team formt. Im Auftrag des Senats, von Landschaftsarchitekten oder Wohnungsbaugenossenschaften plant und gestaltet Florian Möller Spielplätze: „Mein Anspruch sind individuelle Spielräume, die für ihren jeweiligen Ort entwickelt werden. 

Im besten Fall entsteht dabei nicht einfach ein Spielplatz, sondern ein analoger Begegnungsort, der zu unterschiedlichen Tageszeiten für möglichst viele Menschen funktioniert“. Wenn der gebürtige Rostocker über die Gestaltung von Spielplätzen spricht, ist die große Leidenschaft für sein Business in jedem Satz zu spüren. Schon während seines Studiums „Spiel- und Lerndesign“, das er als „soziales Industriedesign“ bezeichnet, kristallisierte sich diese Begeisterung heraus. Und seine Ansprüche sind hoch. 

Ein standardisierter Spielplatz „aus dem Katalog“ sei zwar immer noch besser als gar kein Spielplatz, aber wenn Möller sich ans Werk macht, sucht er den Dialog mit dem Ort und vor allem mit den Kindern, die ihn später nutzen werden mit dem Ziel, einen passgenauen individuellen Spielraum zu gestalten, der der Fantasie der Kinder freien Lauf lässt.

Spielplätze gestalten, die Fantasie und Bewegung fördern

„Unsere Aufgabe als Gestalterinnen und Gestalter ist es nicht, Kindern zu erklären, wie sie spielen sollen. Wir sollten Räume schaffen, die ihnen möglichst viele Möglichkeiten geben, ihre eigenen Geschichten zu entwickeln. Gute Spielplatzgestaltung gestaltet nicht das Spiel der Kinder. Sie gestaltet den Raum, in dem dieses Spiel entstehen kann“, erklärt Möller seine Philosophie. 

In Zeiten zunehmender Digitalisierung, die sich auch in Kinderzimmern durch Spiele an Bildschirmen breit macht, sind gut gestaltete Spielplätze, auf denen Kinder körperliches Risiken ausreizen besonders wichtig. Gleichzeitig prüft das SpielplatzBüro selbst regelmäßig Spielplätze auf ihre Sicherheit und als aktives Mitglied im Normungsausschuss gestaltet Florian Möller die Spielplatznorm auf Grundlage neuer Entwicklungen und Erkenntnisse auch mit. „Für mich stehen Gestaltung und Sicherheit nicht im Widerspruch. Im Gegenteil: Wer die Regeln und ihre Hintergründe kennt, kann innerhalb dieses Rahmens viel freier und bewusster gestalten“

Auf dem Bild ist ein Spielplatz zusehen, um ihn herum stehen Bäume und Büsche die Grün sind. Der Himmel ist Blau und ein paar Wolken sind zusehen.

Individuell gestaltet statt von der Stange: Das SpielplatzBüro entwickelt Spielräume, die auf ihren jeweiligen Ort und die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten sind.

Einfachere Vergabeverfahren für kleine Unternehmen

Was er sich für sein Unternehmen wünscht? „Wir machen auch bei größeren Ausschreibungen mit und da wäre es eine Erleichterung besonders für mich als kleines Unternehmen, wenn man die Vergabeverfahren deutlich vereinfachen würde“, so Möller.

Die Vision einer kinderfreundlichen und bespielbaren Stadt

Und sein Wunsch fürs große Ganze? „Aus meiner Sicht wäre die „bespielbare Stadt“ so etwas wie das Ideal. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, nicht nur bestimmte abgegrenzte, meist relativ kleine Flächen als Spielplätze für Kinder zu etablieren, sondern den öffentlichen Raum insgesamt kinderfreundlicher und bespielbarer zu gestalten. Dabei geht es um mehr Teilhabe und Sichtbarkeit für Kinder und letztlich darum, ihnen mehr Rechte, Freiräume und Möglichkeiten zur selbstständigen Aneignung des öffentlichen Raums zu geben“.