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Fahrengold: Mit Luxus-Garagen von Marzahn in die Welt

Nikita Fahrenholz baut mit Fahrengold in Berlin-Marzahn hochwertige Garagen für besondere Autos. Im Interview spricht der Seriengründer über unerwartetes Wachstum, internationale Kundschaft und die Herausforderungen eines Hardware-Geschäfts.

Von: Aaron Baumgart
Nikita Fahrenholz und Philipp Engelmann stehen in einer hellen Werkstatt.

Nikita Fahrenholz (links) und Philipp Engelmann (CMO) in der Fahrengold Werkstatt in Berlin-Marzahn.

Nikita Fahrenholz gründet in Serie, meist digital. Für sein neuestes Unterfangen hat es ihn jedoch in eine zunächst unscheinbare Werkshalle in Marzahn verschlagen. Hier produziert die Fahrengold GmbH moderne Garagen und andere Präsentationsmöglichkeiten für Menschen, die ihre Autos lieben – und sie entsprechend in Szene setzen möchten.

Für Fahrenholz ist das Unternehmen aus einer simplen Marktlücke entstanden: „Es gab einfach keine schönen Garagen auf dem Markt“. Zusammen mit Ingenieuren entwickelte Fahrenholz, der selbst für Autos schwärmt, die Garage an einem Wochenende. Sie soll nicht nur optisch etwas hermachen, sondern ist modular umbaubar und lässt sich mit Extras ausstatten, die das Auto vor Abnutzung und Diebstahl schützen. 

Von Luxusmarken akzeptiert: Fahrenholz unterschätzte seinen Erfolg

„Am Anfang war mein Ziel, zwei Garagen pro Jahr zu verkaufen“, erinnert sich Fahrenholz. Er habe nicht damit gerechnet, wie gut die Produkte am Markt ankommen würden. 

Mittlerweile verkauft das zwölfköpfige Team jährlich rund 20 Garagen und 100 Carpads von Marzahn aus in die ganze Welt. Zu den Kunden zählen internationale Berühmtheiten, aber auch unbekannte Milliardäre sowie ein Prinz aus dem Mittleren Osten. Auch Bugatti und andere Luxusmarken nutzen die Produkte, etwa auf ihren Automobilmessen. 

Blick in die Zukunft: „Wir wollen Richtung 100 Millionen Euro Umsatz gehen“

Fahrenholz legt großen Wert darauf, seine Marke ständig weiterzuentwickeln. Dafür hat das Team das sogenannte Guardpad entwickelt, das einen Autodiebstahl um rund 15 bis 20 Minuten verzögern soll. Bei Nutzung des Guardpads gewähren Partner-Versicherungen einen Rabatt auf ihre Prämie.

Nikita Fahrenholz hat ein klares Ziel vor Augen: „Wir wollen Richtung 100 Millionen Euro Umsatz gehen. Ob wir das in fünf Jahren schaffen oder in acht Jahren, weiß ich nicht. Aber das Ziel ist, einen profitablen Mittelständler in Berlin aufzubauen.“

Im Interview spricht der Seriengründer über die Tücken der Berliner Bürokratie und des Hardware-Geschäfts, aber auch über die positiven Seiten des Unternehmertums. 

Links: Nahaufnahme von Händen, die eine Schraube anziehen. Rechts: Aufnehmen der Fahrangold Garagen an einer Werkbank.

In Berlin-Marzahn werden alle Garagen und Produkte von Hand zusammengeschraubt.

Die 3 größten Hürden für Fahrengold

Wo hat euch die Bürokratie am meisten ausgebremst?

Nikita: Alles, was Forschungszulagen betrifft, ist sehr schwer zu beantragen. Eigentlich gibt es super coole Geldtöpfe für junge Unternehmen wie uns – aber die zu bekommen, ist wirklich schwer. Dazu wird man dann von fadenscheinigen Beratern angesprochen, die sich teuer bezahlen lassen und am Ende doch nichts bewirken.

Was ist eure größte finanzielle Herausforderung?

Die Weiterentwicklung unserer Produkte für den weltweiten Markt. Und das dem eigenen Cashflow heraus. Wir machen schon Umsatz, und das ist sehr schön, aber gleichzeitig noch eine KI zu entwickeln, die Hardware umzubauen und zu testen, ist nicht einfach. Gerade arbeiten wir mit einem Kunden am Genfer See und müssen das erste Mal über größere Schneemengen auf der Garage nachdenken. 

„Bei Fahrengold habe ich noch einmal Unternehmertum von einer völlig neuen Seite kennengelernt.“
Nikita Fahrenholz Gründer und CEO Fahrengold

Wo stoßt ihr noch auf Schwierigkeiten? 

Praktisch überall. Wir haben gerade eine Sperrung für italienische Straßen hereinbekommen, obwohl wir dort jetzt zu einem Event müssen, bei dem wir der Hauptsponsor sind. Manchmal springt eine Scheibe bei einer Garage, die ein Kunde am nächsten Tag erwartet. Es sind eben ganz praktische Sachen, auf die es ankommt. 

Ich finde es ebenfalls schwierig, passende Arbeitskräfte zu finden. In Berlin ist es kein Problem, Softwareentwickler oder Marketing-Experten zu finden. Aber Menschen zu bekommen, die einfach anpacken, ist nicht so einfach. 

Links: Nikita Fahrenholz am Schreibtisch, rechts: Skizze einer Fahrengold Garage.

Für Nikita Fahrenholz ist die Arbeit mit Hardware eine echte Bereicherung.

Die 3 größten Pluspunkte des Unternehmertums

Was lief bei Fahrengold einfacher als erwartet? 

Der Buy-In der großen Marken und die Natürlichkeit, mit der sie uns angenommen haben. Die Vorstände von Bugatti und Ferrari waren schon hier – ich glaube, die schätzen unsere Bodenständigkeit – und das ehrt uns natürlich sehr. Ich komme ja immer noch aus dem Denken, dass ich vielleicht zwei Garagen im Jahr verkaufe und dann passiert sowas. Das gibt uns auch die Energie, immer weiterzumachen. 

Worin liegt für dich der größte Gewinn am Gründen? 

Bei Fahrengold habe ich noch einmal Unternehmertum von einer völlig neuen Seite kennengelernt. Ich habe das hier ohne große VCs aufgezogen und ohne mich besonders mit Hardware auszukennen. Die Arbeit mit echten Produkten und echten Designs macht unglaublich viel Spaß. 

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Was gibt dir zusätzliche Motivation? 

Unsere Community, die wir gerade aufbauen, und die Kunden, die wir dadurch kennenlernen. Wir waren schon auf vielen Network-Events – oder laden selbst zu uns ein – und lernen dabei sehr spannende Persönlichkeiten kennen. Kürzlich kam ein Investor zu mir und meinte: „Ich glaube, das Ding hier wird eine Milliarde wert sein“. Er hat selbst schon ein paar Exits gemacht. Mal schauen, ich bin gespannt (lacht).