Zu sehen ist die Frage "WTF is IHK", darauf die Antwort: Offizieller Partner der Berliner Wirtschaft.

WTF is IHK?

Informelles Heldenkollektiv? Interessengemeinschaft hervorragender Kaufleute? Oder doch: Industrie- und Handelskammer Berlin?

Mit der neuen Imagekampagne zeigt die IHK Berlin, wofür sie steht.

Berlins Unternehmen sind so vielfältig wie unsere Stadt selbst. Für sie alle ist die IHK da.

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

BW Business Backstage

Glowy Beauty Bar: Wie Differenzierung im Beauty-Markt zum Wettbewerbsvorteil wird

Die Glowy Beauty Bar steht für unternehmerischen Erfolg in der boomenden Beauty-Branche. Aus einem Kosmetik- und Erlebniskonzept entstand eine wachstumsstarke Premiummarke mit Fokus auf Social Media, Events und mobilen Services. Gründerin und CEO Amélie Hoang spricht im Interview über Herausforderungen und wichtige Entwicklungsschritte.

Von: Katrin Lohse
Die Gründerin der Glowy Beauty Bar.

Amélie Hoang hat 2016 ihre erste Glowy Beauty Bar in Berlin-Mitte eröffnet.

Beauty-Studios boomen. Aufwendige Nail Art gilt heute als sichtbarer Selbstausdruck und vergleichsweise günstiger Luxus. Gleichzeitig liegen Treatments wie Brow Lifting im Trend. Instagram und TikTok treiben den Hype um schillernde Nägel und den „Clean Girl Look“ zusätzlich an. Dass sich daraus ein skalierbares Geschäftsmodell entwickeln lässt, beweist Glowy-Gründerin Amélie Hoang. 

Amélie ist quasi ins Nagel-Business reingewachsen. Ihre Eltern eröffneten 2006 in Berlin ihr erstes Nagelstudio. Als Teenagerin fing sie an auszuhelfen. „Irgendwann fragte ich mich: Welche Art von Studio fehlt in Berlin eigentlich noch? Wo können wir die Ersten sein?“, erzählt die studierte Betriebswirtin. So banal es auch klingt: Was augenscheinlich fehlte, sei ein schönes Studio gewesen, in dem Kundinnen und Kunden das Gefühl bekommen, im Zentrum zu stehen und mit einem angenehmen Gefühl wieder rauszugehen. 

2016 gründete Amélie dann ihre Glowy Beauty Bar. Das mittlerweile knapp 30-köpfige Team bietet Maniküre, Pediküre sowie Behandlungen für Gesicht, Wimpern und Augenbrauen – in einer angenehmen Atmosphäre und in stylischem Interieur. „Und das Wichtigste: Unsere Kundinnen und Kunden gehen immer mit einem glowy feeling aus dem Laden heraus.“

Hoang und Schicks vor der Glowy Beauty Bar Prenzlauer Berg.

Amélie Hoang und Theresa Schicks vor der Glowy Beauty Bar Prenzlauer Berg.

Auf dem Glow-Aspekt endete der Business-Gedanke jedoch nicht. „Wir haben von Anfang an auf Event-Hosting gesetzt – Produkt-Launches oder Junggesellinnenabschiede beispielsweise“, ergänzt Theresa Schicks, die das Marketing bei Glowy verantwortet. Auch die Mobile Beauty Bar gehört dazu: ein Service für Corporate-Events, bei dem Mitarbeitende eine Beauty-Behandlung in Anspruch nehmen können. All das sei damals in der Stadt noch nicht gang und gäbe gewesen. 

Inzwischen gibt es drei Glowy Beauty Bars in Berlin. Ein Start-up für Superfood-Smoothies und Matcha, die Sunu Boost Bar, ist ebenfalls aus der Taufe gehoben worden. Im Interview sprechen Amélie und Theresa offen über Lernmomente und Erfolge im Aufbau des Unternehmens.

Die 3 größten Painpoints für die Glowy Beauty Bar

Welche bürokratischen Aufgaben haben euch am meisten überwältigt?

Amélie: Der größte Pain war auf jeden Fall die erste Betriebsprüfung. Dabei gibt es viele Anforderungen zu erfüllen – insbesondere bei der Kassenführung und einer lückenlosen Buchhaltung. Außerdem wird geprüft, ob die Einnahmen zum tatsächlichen Arbeitsalltag und Terminvolumen passen. Im Kern muss man nachweisen, dass alle Vorgänge sauber dokumentiert, vollständig und plausibel sind. Als junges Unternehmen hat man jedoch viele operative Themen, sodass der Fokus darauf nicht immer an erster Stelle steht. Das war schon sehr fordernd.

Theresa: Als das Hygieneamt einmal vor Ort war, wurde beanstandet – obwohl unsere Preislisten grundsätzlich korrekt waren –, dass nicht jeder einzelne Preis mit einem Eurozeichen versehen war. Dadurch mussten wir sämtliche Preislisten überarbeiten. Auch wollten wir von Anfang an Drinks in der Glowy Beauty Bar anbieten. Dabei haben wir erfahren, dass dafür eine Ausschanklizenz nötig ist, die nur unter bestimmten Sicherheitsauflagen vergeben wird. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zu Fluchtwegen und der Richtung der Türöffnung. Letztere war bei uns nicht erfüllt, wodurch wir keine Genehmigung bekamen.

Viele unserer Kundinnen haben gut bezahlte Jobs und sind in starken Netzwerken unterwegs – und empfehlen uns entsprechend aktiv bei Bekannten oder ihren Firmen weiter.“
Amélie Hoang Gründerin & CEO Glowy Beauty Bar

Was war eure bisher größte Herausforderung?

Amélie: Eindeutig die Corona-Zeit. Besonders belastend war, dass wir als KMU zwar hohe Umsatzeinbrüche hatten, aber aufgrund ausreichender Liquidität keine staatliche Unterstützung erhielten. Wir mussten über ein Jahr lang komplett schließen und Verluste im fünfstelligen Bereich selbst tragen.

Theresa: Um das abzufedern, haben wir früh auf alternative Einnahmequellen gesetzt – vor allem auf Gutscheinverkäufe sowie spezielle Homecare-Pakete mit Produkten und Video-Anleitungen, damit Kundinnen ihre Behandlungen zumindest teilweise zu Hausefortführen konnten. Insgesamt hat es mehr als zwei Jahre gedauert, bis sich die finanziellen Einbußen wieder ausgeglichen hatten.

Wo seid ihr noch auf Schwierigkeiten gestoßen?

Amélie: Das Wachstum von Glowy ist auf personeller Ebene herausfordernd. Mit zunehmender Teamgröße steigen auch die Anforderungen an Führung und den Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Das ist in der Praxis schon deutlich komplexer als erwartet.

Theresa: Auch immer Thema ist, gute Mitarbeiterinnen zu finden und die Qualität langfristig zu halten. Das ist ein ständiger Prozess, weil viele unserer Mitarbeiterinnen sich selbstständig machen – und man eigentlich dauerhaft auf der Suche ist. Gleichzeitig spielt die Ausbildung eine große Rolle, sowohl fachlich als auch in puncto Mindset, damit neue Teammitglieder so arbeiten, wie es zu Glowy passt.

Eine Glowy-Mitarbeiterin feilt die Nägel einer Kundin.

Bei Glowy arbeiten ausschließlich vietnamesische Menschen.

Die 3 größten Pluspunkte des Unternehmertums

Was lief bei Glowy leichter als erwartet?

Amélie: Wir waren ehrlich gesagt ziemlich überrascht, wie gut wir von Anfang an angenommen wurden und wie schnell wir gewachsen sind – wir haben kaum Verluste gemacht. Ein großer Glücksfaktor war unser Standort in Berlin-Mitte sowie ein früher Sichtbarkeitsschub durch einen Besuch der Influencerin Caro Daur in Zusammenarbeit mit MAC Cosmetics, der der Glowy Beauty Bar auf Instagram deutlich mehr Reichweite verschafft hat.

Was ist für euch der größte Gewinn am Gründen? 

Amélie: Die Flexibilität – man kann selbst entscheiden, wie, wo und wann man arbeitet. Gleichzeitig schätze ich die Vielseitigkeit des Geschäfts: neue Behandlungen, Social Media, aber auch Themen wie Steuern und Organisation. Schön ist außerdem zu sehen, dass das Team gut funktioniert und man gemeinsam viel Freude an der Arbeit hat.

Theresa: Wir freuen uns wirklich über jede Kleinigkeit. Über jede Anfrage. Das ist etwas, das uns immer wieder motiviert und auch stolz macht.

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Ulrike Menn
Eine Couch im Wartebereich der Glowy Beauty Bar.

Selfcare und hochwertige Produkte sind bei Glowy zentral und prägen das Behandlungserlebnis.

Inwiefern profitiert die Glowy Beauty Bar von Berlin als Standort? 

Amélie: Wir agieren mit Glowy ja im höherpreisigen, hochwertigen Segment. Viele unserer Kundinnen haben gut bezahlte Jobs und sind in starken Netzwerken unterwegs – und empfehlen uns entsprechend aktiv bei Bekannten oder ihren Firmen weiter. Viele Kooperationen und neue Kundschaft kommt also ganz organisch durch Weiterempfehlungen aus unserem bestehenden Kundenkreis.