IBB-Studie

Landeseigene Wohnungsunternehmen lehnen Vergesellschaftung ab

Sie bewirtschaften in Berlin große Wohnungsbestände, aber eine Vergesellschaftung sehen sie skeptisch: Die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen sind auf einen funktionierenden Markt angewiesen. Wie eine neue Studie der Investitionsbank Berlin (IBB) zeigt, stehen sie für eine direkte Bruttowertschöpfung von rund 1,71 Milliarden Euro und beschäftigten knapp 6.000 Menschen.

Zu sehen sind zwei Mehrfamilienhäuser mit Baugerüst. Man sieht eine Wohnungsbaustelle.

2025 standen die Landeseigenen für rund 45,5 Prozent aller Neubauten in der Hauptstadt

Bei der Vorstellung der IBB-Studie äußerte sich “Stadt-und-Land”-Sprecher Ingo Malter zur geplanten Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen. Er verwies insbesondere auf Risiken bei der Refinanzierung, die auch höhere Kreditzinsen für die Landeseigenen nach sich ziehen würden. Mit 5.019 fertiggestellten Wohnungen stellten sie 2025 rund 45,5 Prozent aller Neubauten in der Hauptstadt. In einem Markt, der von hohen Bau- und Finanzierungskosten geprägt ist, wirkten die Gesellschaften damit als wichtiger Stabilitätsfaktor. Offen bleibt, ob weitere Neubauten und Modernisierungen der Bestandsimmobilien mit einer Deckelung oder gar Absenkung der Mieten der landeseigenen Unternehmen vereinbar sind. Letzteres gehört zu den Forderungen der Linkspartei in Berlin.

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Die heute vorgestellte Untersuchung der IBB ergab eine Gesamtwertschöpfung von etwa 4,8 Milliarden Euro bundesweit für 2024. Rund 70 Prozent davon entfielen auf Berlin. Die sieben landeseigenen Unternehmen verfügten Ende 2025 über mehr als 404.000 Wohnungen. In Summe macht das 23 Prozent des Berliner Wohnungsbestands aus und fast doppelt so viele Wohnungen wie von einer möglichen Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne betroffen wären.

Die Studie betont zudem den Beitrag der untersuchten Unternehmen bei energetischen Sanierungen, der Umstellung der Wärmeversorgung, dem Ausbau erneuerbarer Energien und weiteren Maßnahmen zur Klimaanpassung. Mit der 2026 vereinbarten „Roadmap 2.0“ soll der landeseigene Wohnungsbestand bis 2035 um weitere rund 56.000 Wohnungen wachsen.