Politik

Investitionsschutzgesetz kommt - Bundeskanzler Merz in der IHK Berlin

Den Enteignungsplänen von Linken, Grünen und SPD in Berlin will die Bundesregierung schnell einen Riegel vorschieben. Das bereits im Sommer angekündigte Investitionsschutzgesetz ist fertig und soll nach einer letzten Detailabstimmung demnächst ins Kabinett gebracht werden. Das kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz heute bei einem Wirtschaftspolitischen Frühstück in der IHK Berlin an.

Von: Holger Lunau
Ein Mann mit Brille steht an einem Rednerpult

Bundeskanzler Friedrich Merz Gast beim Wirtschaftspolitischen Frühstück der IHK Berlin

Den potentiellen Berliner Koalitionspartnern Linkspartei, Grüne und SPD soll es massiv erschwert werden, privates Wohneigentum zu vergesellschaften. Das kündigte heute Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Wirtschaftspolitischen Frühstück in der IHK Berlin an. Demnach sei das bereits im Sommer angekündigte Investitionsschutzgesetz  fertig und soll nach einer letzten Detailabstimmung demnächst ins Kabinett gebracht werden. Letztlich gehe es nur noch um die Frage, ob im Fall einer Enteignung zu 80 oder 100 Prozent des Immobilienverkehrswertes entschädigt werden muss, wobei Merz für 100 Prozent plädiert. Zugleich machte er aber deutlich, dass Vergesellschaftungen nach Artikel 15 Grundgesetz möglich seien. Das könne man nicht einfach abschaffen.

Bei seinem rund einstündigen Auftritt vor rund 450 Gästen aus Wirtschaft und Politik im Ludwig Erhard Haus äußerte sich der Bundeskanzler insgesamt anerkennend über die Berliner Wirtschaft, die seit 2013 stets über dem Bundesdurchschnitt wächst. Insbesondere die KI-Gründerszene sei ein starker Stützpfeiler, Deutschland zum modernsten KI-Land in Europa zu machen. Es bedürfe einer europäischen Souveränität, um den USA und China auf Augenhöhe zu begegnen.

 

zwei Männer und eine Frau seiten in Sesseln in einem Halbkreis

IHK-Präsident Sebastian Stietzel (links) und IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiber (rechts) im Gespräch mit dem Bundeskanzler

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner wies darauf hin, dass wirtschaftliches Wachstum in Berlin insbesondere auch durch hohe Stromkosten gebremst werde. Von den Steuersenkungen in dem Bereich würden Berliner Unternehmen so gut wie nicht profitieren. Die versprochene Entlastung für alle Unternehmen und Haushalte gebe es bisher nicht. Dazu sagte Merz: “Gut, dass Sie mich daran erinnern.” - und hatte die Lacher auf seiner Seite, fügte aber zugleich hinzu: “Wir sind in der Schlussphase.” Für ihn habe das Thema Priorität, noch vor Plänen für einen Benzinpreisdeckel.  

Angesprochen auf die angespannte Lage im Wohnungsbau räumte Merz Probleme ein, verwies aber zugleich auf erste Schritte, schneller und kostengünstiger zu bauen. Als Beispiel nannte er den Gebäudetyp E, bei dem Baustandards heruntergeschraubt werden. Allerdings fehlten häufig Flächen zum Bauen. In diesem Zusammenhang kritisierte der Bundeskanzler die Berliner Landespolitik. Aus seiner Sicht müsse dafür gesorgt werden, dass auf dem Tempelhofer Feld gebaut werden kann.

Schlussendlich punktete Friedrich Merz bei den Teilnehmer noch bei einer Frage von IHK-Präsident Sebastian Stietzel zu einer möglichen Weltausstellung Expo 2035 in Berlin. Er habe durchaus “Sympathien”, sagte Merz, vorausgesetzt, es liege ein überzeugendes Konzept von Berlin und Brandenburg vor, und erntete dafür starken Beifall.   

Wirtschaftspolitisches Frühstück mit Bundeskanzler Merz