Bürokratieabbau

Veranstaltungsgenehmigungen: Warum ein Antrag oft nicht reicht

Die Veranstaltung steht, doch die Genehmigung fehlt – genau das erleben Berliner Veranstalter immer wieder. Lange Bearbeitungszeiten, unterschiedliche Anforderungen und viele Zuständigkeiten sind ein wiederkehrendes Problem. Dass Digitalisierung dabei allein nicht reicht und welche Reformen jetzt nötig wären, erklärt die OM Consult & Event GmbH.

Von: Jens Bartels
Porträt von Olaf Möller, Gründer und Geschäftsführer der OM Consult & Event GmbH

Olaf Möller ist Gründer und Geschäftsführer der OM Consult & Event GmbH

Der Termin steht, die Künstler sind gebucht, und die Technik ist bestellt. Nur die Genehmigung fehlt noch. Sie trudelt erst wenige Tage vor dem Event ein. Für Berliner Veranstalter ist das Alltag – auch bei Großveranstaltungen. „Eine Veranstaltung lässt sich aber nicht beliebig verschieben, nur weil ein Verwaltungsprozess noch nicht abgeschlossen ist“, gibt Olaf Möller, Gründer und Geschäftsführer der OM Consult & Event GmbH, zu bedenken. 

Sein Unternehmen plant und realisiert Veranstaltungen in Berlin, von Unternehmensterminen über Kultur- und Musikformate bis zu großen öffentlichen Events, mit festem Kernteam und Projektteams aus einem über 20 Jahre gewachsenen Netzwerk. 

Die Abstimmung mit Behörden gehört zum Tagesgeschäft. „Besonders aufwendig wird es, sobald mehrere Bezirks- und Landesverwaltungen gleichzeitig beteiligt sind“, so Möller. „Was in einem Bezirk bereits bekannt und eingespielt ist, kann an anderer Stelle zusätzliche Abstimmungen erforderlich machen.“ Für Veranstalter bedeutet das vor allem fehlende Planungssicherheit. 

Ein Antrag, ein digitaler Vorgang

Für die kommende Legislaturperiode schlägt Möller vor, dass in Zukunft für vergleichbare Veranstaltungen berlinweit dieselben Anforderungen, Unterlagen und digitale Formulare gelten. „Verfahrensweisen sollten nicht an Bezirksgrenzen enden, sondern auch die zuständigen Senatsverwaltungen und landeseigenen Gesellschaften einbeziehen, die für Genehmigungsverfahren in Berlin auch zuständig sein können“, fordert Möller. 

Zudem wünscht er sich: „Ein Antrag, ein Ansprechpartner, ein digitaler Vorgang.“ Schließlich müsste es verbindliche und transparente Bearbeitungsfristen geben. „Es sollte deshalb frühzeitig erkennbar sein, wann Unterlagen vollständig sind, welche Stelle gerade prüft und bis wann mit einer Entscheidung gerechnet werden kann“, sagt der Geschäftsführer. „Digitalisierung allein reicht nicht – ein kompliziertes Verfahren wird nicht automatisch einfacher, nur weil das Formular online ausgefüllt wird.“ 

„Eine zentrale Servicestelle wäre vor allem für kleinere und weniger erfahrene Veranstalter eine große Hilfe.“
Olaf Möller Gründer und Geschäftsführer der OM Consult & Event GmbH

2025 kamen insgesamt rund 13,7 Millionen Menschen zu etwa 87.000 Veranstaltungen nach Berlin. Ende August kündigte die Senatskanzlei deshalb eine behördenübergreifende Servicestelle an. Vorgesehen ist eine beratende Anlaufstelle, die Zuständigkeiten, Unterlagen und Fristen erklärt, allerdings Genehmigungen nicht selbst erteilen soll. 

Darauf setzt Möller Hoffnung. „Eine zentrale Servicestelle wäre besonders für kleinere und weniger erfahrene Veranstalter eine große Hilfe“, sagt er. Damit sie im Alltag Zeit spart, braucht es nach Überzeugung des Veranstaltungs-Experten aber mehr als Auskunft: Entscheidend ist, dass sie nicht nur berät, sondern die Verfahren aktiv koordiniert und den Bearbeitungsstand transparent macht.“