Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Alma Alic, A&N Construction GmbH

Alma Alic gründete 2014 die A&N Construction GmbH. Heute ist ihr Unternehmen an bedeutenden Bauprojekten in Berlin und darüber hinaus beteiligt. Mit uns spricht sie über innovative Bauverfahren, die Zukunft der Bauwirtschaft und darüber, warum wirtschaftliche Brücken zwischen Deutschland und dem Westbalkan immer wichtiger werden.

Ulrike Menn
Eine Frau in einem hellen Anzug steht vor einem modernen Bauprojekt. Ihre Haare wehen im Wind

Alma Alic entwickelt mit A&N Construction Wohn-, Bildungs- und Gewerbeprojekte und engagiert sich für mehr Innovation in der Bauwirtschaft.

Was ist Ihr Business?

Wir bauen Berlin - und gestalten ein Stück Zukunft mit. A&N Construction ist im Hoch- und Tiefbau sowie in der Projektentwicklung tätig. Unser Schwerpunkt liegt auf anspruchsvolle Bauvorhaben, die wir von der Planung und Projektsteuerung über die Bauphase bis hin zur Fertigstellung begleiten. 

Wir sind an vielen größeren und anspruchsvollen Bauprojekten in Berlin und deutschlandweit beteiligt - darunter Wohnquartiere, Hochschulen und Bildungseinrichtungen, Industrie- und Gewerbebauten sowie weitere Großprojekte. Ein bekanntes Berliner Beispiel: das Areal am Tacheles in Mitte. Für mich bedeutet Bauen nicht nur, Gebäude zu errichten. Es bedeutet, Verantwortung für Qualität, Stadtentwicklung und nachhaltige Lösungen zu übernehmen. Am Ende entsteht etwas, das über viele Jahrzehnte sichtbar bleibt - genau das fasziniert mich an dieser Branche.

Warum sind Sie Unternehmerin geworden?

Ich habe Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Unternehmensmanagement studiert und anschließend einen Masterabschluss im International Management erworben. Bereits vor meiner Zeit in Deutschland habe ich im internationalen Projektmanagement gearbeitet. Als ich 2014 nach Berlin kam, sprach ich kein einziges Wort Deutsch. Trotzdem habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und noch im selben Jahr A&N Construction gegründet. Damals war ich hochschwanger. Rückblickend war das sicherlich kein einfacher Zeitpunkt für eine Unternehmensgründung, aber vielleicht gerade deshalb der richtige. Ich wollte selbst gestalten, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. 

Natürlich war es als Frau in einer stark männerdominierten Branche nicht immer einfach. Aber mit der Zeit habe ich gelernt: Qualität und Erfolg haben kein Geschlecht. Entscheidend sind Kompetenz, Zuverlässigkeit, Qualität und die Fähigkeit, Zusagen und Termine einzuhalten.

Was gibt Ihnen positive Energie?

Besonders motiviert mich, dass unsere Arbeit sichtbar bleibt. Wenn ich mit meinen Kindern durch Berlin fahre und ihnen sagen kann: „Schaut, das haben wir gebaut“, ist das für mich ein ganz besonderer Moment. Mich fasziniert auch die Entwicklung eines Projekts. Aus einer Idee, einer Planung und unzähligen einzelnen Entscheidungen entsteht am Ende etwas Reales, das Teil einer Stadt und des täglichen Lebens vieler Menschen wird. Das ist für mich etwas Besonderes am Bau: Man sieht unmittelbar, was man geschaffen hat.

Was bremst Ihr Wachstum?

Was uns häufig ausbremst, sind langwierige Genehmigungsverfahren und regulatorische Hürden. Technologisch wäre heute bereits sehr viel mehr möglich: schnelleres, ressourcenschonenderes und effizienteres Bauen. Ich beschäftige mich intensiv mit innovativen Bauverfahren, unter anderem mit 3D-Druck-Technologien. Solche Verfahren können Bauzeiten, Materialverbrauch und Personalaufwand erheblich reduzieren. Gerade angesichts von Wohnraum- und Fachkräftemangel, sowie steigenden Baukosten sehe ich darin enormes Potenzial. Ich hoffe sehr, dass wir schon bald zu den ersten Unternehmen in Deutschland gehören, die Häuser mithilfe von 3D-Druck-Technologie realisieren.

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Welche Wünsche haben Sie an die Politik?

Ich wünsche mir schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und deutlich mehr Offenheit gegenüber Innovationen. Ein weiteres großes Thema ist der Fachkräftemangel. Wir brauchen schnellere und unkompliziertere Verfahren für qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland. Gleichzeitig liegt mir die stärkere wirtschaftliche Vernetzung Deutschlands mit dem Westbalkan sehr am Herzen. Deshalb habe ich einen Verein gegründet, der als Brücke zwischen beiden Wirtschaftsräumen dienen soll. Ich bin überzeugt, dass Deutschland und die Länder des Westbalkans noch viel stärker voneinander profitieren können.