IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

BW Business Backstage

RISE: Wie Hollywoods digitale Träume in Kreuzberg wahr werden

Mit unternehmerischer Disziplin in die Top-Liga: RISE gehört zu den größten Visual Effects Studios Europas. Was prägt das Business zwischen Blockbuster-Produktion und Technologiewandel? Mit uns hat CEO Sven Pannicke über die Höhepunkte und Herausforderungen des Unternehmertums gesprochen.

Von: Antonia Ostersetzer
Der CEO von RISE, Sven Pannicke.

Gemeinsam mit drei ehemaligen Kollegen gründete Sven Pannicke 2007 RISE Visual Effects Studios in Berlin. Inzwischen gibt es Niederlassungen in Köln, München, Stuttgart und London.

RISE Visual Effects Studios ist für die Produktion visueller Effekte (VFX) für Kino und Fernsehen weit über den deutschsprachigen Raum bekannt. Vor knapp 20 Jahren entschieden die vier ehemaligen Kollegen, Sven Pannicke, Robert Pinnow, Markus Degen und Florian Gellinger, ein VFX-Studio in Kreuzberg nach ihren Vorstellungen zu gründen. 

Die RISE-Story: Von 4 auf über 400

„Es war von Anfang an Konzept, uns von Anfang bis Ende als wesentlicher Bestandteil einer Filmproduktion zu verstehen“, sagt CEO Sven Pannicke. Das Konzept geht auf, bereits zwei Jahre nach Gründung 2007 kommt der erste Auftrag aus den US-amerikanischen Marvel-Studios – und RISE kann in Hollywood bestehen. 

Mit den Produktionen wächst das Unternehmen sukzessive, aber beträchtlich: Heute gibt es Niederlassungen in Köln, München, Stuttgart und London. Aus dem Vier-Mann-Team sind über 200 Angestellte geworden, hinzu kommen aktuell bis zu 250 Freelancer. 

Allein am Berliner Standort in der Schlesischen Straße arbeiten 120 Mitarbeitende daran, die anspruchsvollen VFX-Wünsche der nationalen und internationalen Blockbuster-Produktionen zu erfüllen. Diese schätzten in der Zusammenarbeit weit mehr als Kreativität, so Pannicke: „Wir sind extrem verlässlich. Das betrifft sowohl unseren kreativen Output als auch das Budget. Und noch viel wichtiger: den Zeitplan.“

„Feel small, deliver big“: Bodenhaftung gehört zur Unternehmens-DNA

Der RISE-Claim, „feel small, deliver big“ beschreibt die unternehmerische Disziplin, mit der sich das Studio quasi selbst vor Höhenflügen in der Traumfabrik bewahrt. „RISE ist inzwischen das mit Abstand größte VFX-Studio in Deutschland. Das ist ein schöner Erfolg, sagt aber erst einmal nichts über die Zukunft aus. Wir haben in den vergangenen Jahren vor allem auch viele sehr große Studios scheitern sehen. Was uns am Leben hält, ist, dass wir uns immer wieder neu erfinden,“ so Pannicke. 

Was kommt als nächstes? Momentan beschäftigt die Einbindung von KI die Branche, sagt der CEO: „Momentan bestehen noch eine Reihe von rechtlichen und technischen Problemen, aber letztlich ist KI für uns ein Werkzeug, das uns Arbeit erleichtert und uns effizienter macht. Es geht nicht darum, kreative Mitarbeiter durch KI zu ersetzen, sondern darum, mit den vorhandenen Mitarbeitern deutlich mehr und das auch deutlich effizienter machen zu können.“ 

Welche Herausforderungen Sven Pannike mit RISE bereits erlebt hat und was er am Unternehmertum schätzt, hat er uns im Interview erzählt. 

Die 3 größten Herausforderungen für RISE

Was bremst euch im Alltag am meisten aus?
Sven Pannicke: Bürokratie ist ein permanentes Thema und wird, trotz aller Beteuerungen, von Jahr zu Jahr mehr. Ich würde mir wünschen, dass Bürokratieabbau nicht immer nur ankündigt, sondern irgendwann auch mal umgesetzt wird.

Wir spüren den bürokratischen Aufwand am meisten im Bereich HR. Der direkte Quereinstieg von Talenten ist inzwischen von gesetzlichen Regelungen und Bürokratie ziemlich verbaut.

Mittlerweile kann ich außerhalb von Pflichtpraktika keine Quereinsteiger über drei Monate hinaus als Praktikanten beschäftigen. Bei komplexen Abläufen wie in unserem Unternehmen bringt uns ein dreimonatiges Praktikum aber so gut wie nichts – und auf dieser Basis kann man am Ende selten jemanden einstellen. 

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Allein am Standort Berlin arbeiten 120 Mitarbeitende aus aller Welt an anspruchsvollen VFX-Designs.

Was war die größte wirtschaftliche Herausforderung?
Wirtschaftliche Schwierigkeiten begannen, wie bei vielen, mit der Corona-Pandemie. Zuvor waren wir uns immer sicher in einem krisenfesten Bereich zu arbeiten – denn die Leute gehen immer ins Kino, egal welche Krisen um sie herum stattfinden. Eine weltweite Pandemie hatte keiner von uns auf dem Zettel. Plötzlich war ein großer Teil der Filmproduktion einfach zum Stillstand gekommen.

Aber wir haben diese Zeit relativ gut überstanden und sind mit dem berühmten blauen Auge davongekommen. Wir haben niemanden gehen lassen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behalten. Durch die Pandemie ist RISE als Unternehmen sehr resilient geworden. 

Wirtschaftspolitik ist auch Standortpolitik und das wird in Berlin relativ gut verstanden.“
Sven Pannicke CEO RISE Visual Effects Studios

Was bereitet euch sonst noch Schwierigkeiten?
Wir stehen vor der Herausforderung, dass der weltweite Wettbewerb durch entsprechende Wirtschaftsförderung massiv zugenommen hat. Es gibt die großen Standorte weltweit, die um die entsprechenden Projekte konkurrieren. Deshalb brauchen wir wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die uns konkurrenzfähig machen. 

Speziell in Deutschland besteht ein sehr komplexes Filmwirtschafts-Fördersystem, das es sehr schwierig macht, im internationalen Wettbewerb vorwärts zu kommen.

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RISE ist neben deutschen Großprojekten, wie Babylon Berlin, an diversen Hollywood-Produktionen, u.a. aus den Marvel-Studios beteiligt.

RISE: Die drei 3 Pluspunkte des Unternehmertums

Was lief in der Unternehmensgeschichte von RISE leichter als gedacht? 
Der Anfang war tatsächlich viel einfacher als wir vier uns das vorgestellt hatten. Die Hauptschwierigkeit bestand darin, eine Bank zu finden. Aber abgesehen davon lief der Start sehr gut: Wir hatten gute Kontakte in die Branche, weshalb uns Regisseure und Filmproduktionen, die uns aus anderen Zusammenhängen kannten, ihre Projekte anvertraut haben. 

Dieses Vertrauen in die Persönlichkeit des Unternehmers oder der Unternehmerin ist das A und O. Das braucht man, um überhaupt einen Fuß in die Tür zu kriegen und es ist auch das, was man gegenüber einem Kunden nie verspielen darf, denn: die kommen sonst nicht wieder.

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Was ist für dich persönlich der größte Gewinn am Unternehmertum? 
Der wichtigste Punkt, aus dem man sich den ganzen Stress antut, ist der Erfolg. Ich schaffe etwas – allein oder gemeinsam mit einem Team – aus einer eigenen Idee heraus. Ich trage als Unternehmer das Risiko, den Aufwand, den Stress – und ich darf hinterher auch den Erfolg genießen.

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Sven Pannicke begann seine Karriere als Stop-Motion-Animateur beim „Sandmann“ im Deutschen Fernsehfunk der DDR.

Was bereitet dir im Arbeitsalltag am meisten Freude?
Am meisten Spaß und Freude macht mir tatsächlich zu gucken, was bei RISE alles entsteht. Ich stecke mittlerweile nicht mehr in jeder Phase aller Projekte tief drin. Und wenn ich mich mal wieder auf den neuesten Stand bringen lasse, bin ich immer wieder angenehm überrascht, was für einen geilen Sch*** wir hier eigentlich machen! 

Inwiefern profitiert RISE als Unternehmen vom Standort Berlin? 
Wir haben von Anfang an davon profitiert, dass Berlin seit über 100 Jahren ein ausgewiesener internationaler Filmstandort ist und die Relevanz in den letzten Jahren sogar zugenommen hat. Bei der Gründung war außerdem das kreative Potenzial an jungen Talenten in Berlin nicht zu toppen. 

In Berlin gibt es die Expertise, es gibt die Strukturen, es gibt die Rahmenbedingungen und die Unterstützung der Berliner Politik. Das sind für RISE ganz wichtige Voraussetzungen. Wirtschaftspolitik ist auch Standortpolitik und das wird in Berlin relativ gut verstanden.