IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Kunstmarkt im Wandel

Berlin Art Week: Was KI für Berliner Galerien bedeutet

Vom 9. bis 13. September bringt die Berlin Art Week die internationale Kunstszene in die Hauptstadt. Doch wie digital ist der Kunstmarkt inzwischen wirklich? LVBG-Vorstand Andreas Herrmann erklärt, was von Online-Showrooms und NFTs geblieben ist, warum KI wichtiger wird – und was Berliner Galerien heute stärker beschäftigt.

Luisa Maria Horn
Frau betrachtet ein Kunstwerk auf der Berlin Art Week 2025.

Physische Kunsträume bleiben relevant. Kunstwerk: Issy Wood, Schinkel Pavillon, Berlin Art Week 2025.

Berlin Art Week 2026: Berliner Kunstmarkt zwischen Digitalisierung und Kostendruck

Die Berlin Art Week feiert 2026 ihre 15. Ausgabe. Rund 120 Museen, Privatsammlungen, Projekträume und Galerien sowie die Positions Berlin Art Fair beteiligen sich am stadtweiten Programm. Allein bei der Positions präsentieren mehr als 90 Galerien aus rund 20 Ländern ihre Programme. Damit wird Berlin für fünf Tage erneut zu einem internationalen Treffpunkt des zeitgenössischen Kunstmarkts.

Auch wirtschaftlich ist die Branche für die Hauptstadt relevant. Der Berliner Kunstmarkt erzielte 2024 einen Umsatz von rund 719 Millionen Euro. Rund ein Viertel der professionellen Galerien Deutschlands sitzt in Berlin. Gleichzeitig steht der Markt unter Druck: steigende Kosten, teure internationale Messeauftritte und knapper werdende Räume treffen auf einen Kunsthandel, der sich technologisch und strukturell verändert.

Wie stark Digitalisierung den Galerien tatsächlich hilft – und warum der persönliche Kontakt mit Kunst weiterhin kaum zu ersetzen ist –, darüber haben wir mit Andreas Herrmann vom Landesverband Berliner Galerien gesprochen.

Herr Herrmann, wie hat die Pandemie Ihrer Meinung nach die Galerienlandschaft und die Arbeit Ihres Verbands verändert? 

Andreas Herrmann: Wie viele andere Branchen standen auch wir vor großen Herausforderungen: Wie bleiben wir mit unseren Kunden in Kontakt? Wie bringen wir unsere Künstler und ihre Werke trotz Einschränkungen an die Öffentlichkeit – und wie sichern wir Umsätze

Der Fokus lag, vor allem wegen der schnellen Umsetzbarkeit, auf der Digitalisierung: Viele Webseiten wurden überarbeitet und erweitert, es gab Online-Showrooms, Video- und Audio-Rundgänge oder Live-Künstlergespräche auf Instagram. Die Möglichkeiten waren allerdings begrenzt. 

Berliner Galerien: Warum internationale Sichtbarkeit teuer ist

Sehen Sie konkrete Förderbedarfe oder strukturelle Defizite bei Galerien, die sich digital besser aufstellen möchten? Was wäre Ihr Appell an die Berliner Politik und Wirtschaft? 

Die meisten Galerien nutzen digitale Tools längst umfassend: Verwaltungsprogramme, Webseiten, Social Media – all das ist Standard. 

Förderbedarf besteht vielmehr dort, wo Galerien weltweit sichtbar werden wollen: bei Messebeteiligungen, Kooperationsprojekten oder internationalen Aktivitäten. Diese Präsenz ist entscheidend, kostet aber enorme Summen – für Transport, Standmieten, Versicherungen oder Werbung. 

 

Foto von Andreas Herrmann, 2. Vorsitzender im Vorstand des Landesverbands Berliner Galerien.
Fast 70 Prozent der Berlin-Besucher nennen Kunst und Kultur als Grund ihrer Reise – ein klarer Beleg für die Bedeutung der Kreativwirtschaft für den Standort.“
Andreas Herrmann Stellvertretender Vorsitzender LVBG

Berlin Art Week: Wo Digitalisierung im Kunstmarkt an Grenzen stößt

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit: Kunst lässt sich nicht vollständig ins Digitale übertragen. Struktur, Oberfläche, Farbnuancen, Größenverhältnisse – all das geht online verloren. Analoge Werke muss man im Original sehen, um sie wirklich zu erfahren. 

Für uns als Verband war klar: Die „alte“ Welt der Galerien, Ausstellungen und Messen bleibt unverzichtbar. Dies haben wir im Austausch untereinander, aber auch gegenüber der Politik deutlich gemacht. 

Berliner Galerien setzen auf neue Strategien im internationalen Kunstmarkt
Menschen in einer hellen Kunstgalerie
Gallery Weekend Berlin Berliner Galerien setzen auf neue Strategien im internationalen Kunstmarkt
Lesezeit: 3 Minuten
Ronald Klein
Berlin Fashion Week: Zwischen kreativer Freiheit und strukturellen Hürden
Beine von zwei modisch bekleidete Menschen, die auf der Straße laufen.
Modebranche im Fokus Berlin Fashion Week: Zwischen kreativer Freiheit und strukturellen Hürden
Lesezeit: 4 Minuten
Antonia Ostersetzer

Kunst und KI: Was auf Berliner Galerien zukommt

Welche Rolle spielen digitale Formate aktuell bei Ihnen? 

Die digitale Darstellung analoger Kunstwerke gelingt bislang selbst mit bester Technik nicht überzeugend. Oberflächen, Strukturen und Farben lassen sich noch nicht naturgetreu abbilden. Deshalb sind Online-Showrooms oder virtuelle Rundgänge im Verband derzeit kein Schwerpunkt. 

NFTs (Non-Fungible Token) sind ein Sonderthema: Hier entwickelt sich international ein Markt, aber er ist klein, volatil und in vielen Punkten – etwa der Preisbildung – noch ungeklärt. 

Ein zukunftsträchtiges Feld sehen wir in der Künstlichen Intelligenz. Künstliche Intelligenz prägt gegenwärtig nahezu alle kreativen, kulturellen und ökonomischen Bereiche. Auch in der Kunstwelt führt sie zu weitreichenden Veränderungen: in der künstlerischen Produktion ebenso wie im Kunstmarkt. 

Genau diese beiden Perspektiven standen im Mittelpunkt der ersten LVBG-Branchenkonferenz KI und Kunst(Markt). Am 23. Februar 2026 brachte der Landesverband Berliner Galerien (LVBG) rund 100 Akteur:innen aus Galerien, Kunstmarkt, Institutionen und dem Bereich KI im Maschinenraum Berlin zusammen – für einen kompakten, praxisnahen und zukunftsorientierten Austausch. 

Die Konferenz, sowie die begleitende Ausstellung, konnten wir mit großzügiger Unterstützung von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe umsetzen.

Umsatz
719
Mio. Euro
erzielte der Berliner Kunstmarkt 2024.
Kunstmetropole Berlin
25 %
der rund 700 professionellen Galerien Deutschlands haben ihren Sitz in Berlin.
Tourismus
61 %
der Berlin-Gäste nennen das Kunst- und Kulturangebot als Grund für ihre Reise.
Impression von Berlin am Abend während der Berlin Art Week 2025.

Mehr als 140.000 Menschen besuchten die Berlin Art Week 2025.

Hinzu kommt die schwierige Raumsituation in Berlin: Steigende Mieten belasten viele Galerien, insbesondere jene mit jungen, ambitionierten Programmen. Gerade diese Vielfalt macht den Kunststandort Berlin attraktiv und zieht Sammlerinnen und Sammler zu Veranstaltungen wie dem Gallery Weekend oder der Berlin Art Week. 

Fast 70 Prozent der Berlin-Besucher nennen Kunst und Kultur als Grund ihrer Reise – ein klarer Beleg für die Bedeutung der Kreativwirtschaft für den Standort. Diese Botschaft muss immer wieder an die Politik vermittelt werden.

Berlin Art Week 2026

  • Die Berlin Art Week findet vom 9. bis 13. September 2026 statt und feiert ihre 15. Ausgabe.
  • Rund 120 Partner: Museen, Privatsammlungen, Galerien und Projekträume beteiligen sich am Programm.
  • Positions Berlin Art Fair: Mehr als 90 Galerien aus rund 20 Ländern präsentieren dort zeitgenössische Kunst.
  • Berlin Art Week Garten: Zentraler Treffpunkt ist 2026 das Kulturforum. An der Gemäldegalerie finden tagsüber Talks, Workshops und Interventionen statt; rund um die Neue Nationalgalerie gibt es abends unter anderem Performances, DJ-Sets und Open-Air-Kino.
  • Gallery Night: Am 10. September öffnen teilnehmende Galerien gemeinsam mit dem Gallery Weekend Berlin von 18 bis 22 Uhr.
  • Featured Night: Am 11. September stehen Sonderprojekte der freien und unabhängigen Kunstszene im Mittelpunkt.

Die Berlin Art Week ist ein Projekt von Kulturprojekte Berlin. Gefördert wird sie unter anderem von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Analog, digital oder hybrid: Wie die Galerie der Zukunft aussieht

Welche Perspektive sehen Sie für die Berliner Kunstszene in den kommenden Jahren: stärker digital, hybrid oder bleibt die analoge Galerie das Zentrum? 

Die analoge Galerie wird immer eine Rolle spielen. Malerei, Fotografie, Installation oder Skulptur sind auf das Original angewiesen. 

Wir werden aber auch mehr hybride Formate erleben, und einzelne reine Online-Galerien könnten Bestand haben. Interessant ist zudem: Selbst digitale Kunst sucht oft die Präsentation im physischen Raum.