Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Manoj Richter-Thomas, Ma·Deli GmbH

Das Berliner Food-Import-Unternehmen Ma·Deli bringt alte Getreidesorten und Hülsenfrüchte von kleinbäuerlichen Betrieben aus Südindien nach Deutschland. Der Vertrieb ist noch im Aufbau. Eine der ersten Adressen für Berliner Abnehmer ist das KaDeWe.

Von: Sabine Hölper
Auf dem Bild ist ein junger Mann zu sehen, der ein dunkles T-Shirt trägt. Er steht auf einem Getreidefeld.

Manoj Richter-Thomas, Gründer der Ma·Deli, wünscht sich Gerechtigkeit in der Förderung von Proteinpflanzen.

Manoj Richter-Thomas ist gebürtiger Inder. Seit 16 Jahren lebt der 44-Jährige, nach Station in Australien, in Berlin. Lange hat er in renommierten Medienkonzernen gearbeitet. Doch irgendwann hatte er das Gefühl, sich mehr mit seiner Heimat verbinden zu wollen, zu der er bisher wenig „Draht“ hatte. Aus seinem Wunsch und der Erinnerung an das Essen in seiner Kindheit erwuchs das Unternehmen Ma·Deli, ein Food-Importeur, der alte Getreidesorten und Hülsenfrüchte von kleinbäuerlichen Betrieben aus Südindien nach Deutschland bringt. Im Sortiment befinden sich zwei Jahre nach Gründung roter Reis, Hirse und Linsen. „Alle drei Produkte sind alte Sorten, die seit mehr als 1.000 Jahren angebaut werden und heute von einer neuen Bäuerinnen- und Bauerngeneration wiederbelebt werden“, erzählt Richter-Thomas. Und erklärt das Besondere von alten Sorten: „Die Erträge sind geringer. Aber sie ernähren die Menschen und die Böden.“

Auf dem Bild ist ein violetter Karton zu sehen, aus dem Linsen rieseln.

Roter Reis, Hirse und Linsen sind im Onlineshop von Ma·Deli erhältlich.

Das Unternehmen mit zwei Mitarbeitenden importiert die Lebensmittel und verkauft sie im eigenen Onlineshop sowie derzeit stationär im KaDeWe sowie auf verschiedenen Wochenmärkten. Richter-Thomas ist aber auch mit anderen Händlern im Gespräch. Es sind Geschäfte mit einem hochwertigen Sortiment. Schließlich kosten die Ma·Deli-Produkte zwischen 20 und 22 Euro pro Kilo. Richter-Thomas macht transparent, wie sich der Preis zusammensetzt: 30 Prozent geht an die Bauern, 50 Prozent betragen die Transportkosten, für die Marge bleiben 20 Prozent. „Die Transportkosten haben sich innerhalb kurzer Zeit verdreifacht“, sagt er. 

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Das ist eine der Hürden, die er nehmen muss. Leichter wäre das, wenn er eine Förderung bekäme.

„Proteinpflanzen, die in der EU angebaut werden, werden gefördert. Für alte Sorten aus traditionellem Anbau gibt es nichts.“ In diesem Punkt wünscht sich der Gründer mehr Gerechtigkeit. Die gute Laune lässt er sich davon allerdings nicht verderben. „Es gibt Ups und Downs – aber das macht das Unternehmertum auch spannend.“