Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Carsten Hintze, ESPRESSOMEISTEREI GmbH

In seiner ESPRESSOMEISTEREI vertreibt Carsten Hintze seit 13 Jahren Espressomaschinen inklusive Zubehör. Der Akademiker, der lange in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet hat, findet das Unternehmertum spannender und anspruchsvoller. Aber er kennt auch die Schattenseiten.

Von: Sabine Hölper
Auf dem Bild sind viele Espressomaschinen zu sehen, die aufgereiht vor einer Wand stehen.

In der ESPRESSOMEISTEREI werden hochwertige Kaffeemaschinen und Zubehör verkauft.

Die ESPRESSOMEISTEREI verkauft hochwertige Espressomaschinen und Zubehör wie Mühlen, Reinigungsmittel oder Kaffee vor allem an Privatkunden. Inhaber Carsten Hintze legt Wert auf persönliche Beratung, außerdem können sich die Kunden zwecks Wartung und Reparatur an ihn und seine zwei Mitarbeiter wenden. „Der After-Sale-Service wird immer wichtiger“, sagt der Endfünfziger.

Auf dem Bild sieht man einen Mann, der an einer Theke lehnt. Über ihm hängt ein Schild mit der Aufschrift "Espressomeisterei".

2013 machte Carsten Hintze seine Leidenschaft für Kaffee zum Beruf und gründete die ESPRESSOMEISTEREI.

Vom Wirtschaftsprüfer zum Espressomeister

Hintze ist Diplom-Kaufmann, viele Jahre hat er in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet. „Das machte irgendwann aber nicht mehr so viel Spaß“, sagt er. Die Alternative, die er suchte, fand er wegen seiner Liebe zum Kaffee. Ein paar Jahre hat er noch gezögert. Doch nach der Teilnahme an einem KfW-Förderprogramm, in dem er sich unter anderem mit dem Aufbau eines eigenen Unternehmens beschäftigte, machte er 2013 mit der Gründung seines eigenen Einzelhandelsgeschäfts Ernst. 

Er steht noch immer hinter seiner Entscheidung. „Meine jetzige Tätigkeit ist vielseitiger und anspruchsvoller“, sagt er. „Ich trage Verantwortung für ein Team, die Beschaffung und den direkten Kundenkontakt. Gerade der Umgang mit anspruchsvollen Kunden hat mir gezeigt, wie wichtig klare Kommunikation, Verlässlichkeit und lösungsorientiertes Handeln sind – was bei Maschinen ab rund 2.500 Euro auch normal ist.“

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Bürokratie und unklare Zuständigkeiten belasten Selbstständigkeit

Er sagt aber auch: „Es ist nicht alles rosig.“ Sein letzter „Nackenschlag“: In der Nacht vom 1. auf 2. Mai haben Diebe sein gesamtes Ladenlokal leergeräumt. Der Schaden inklusive des Umsatzverlustes liege im sechsstelligen Bereich. Was ihn außerdem ärgert: Seit einem Jahr erschwere eine Absperrung vor seinem Laden den Zugang. „Manchmal bekommt man das Gefühl, dass man machen kann, was man will: Es gibt niemanden, den man ansprechen bzw. der weiterhelfen könnte.“ 

Sein Wunsch an die Politik: „Die Zuständigkeiten zwischen Bezirk und Land sollten klar geregelt werden.“ Dabei helfen würde auch, „dass die Verwaltungsreform endlich beschlossen wird“, sagt der gebürtige Berliner. Und er hat noch einen konkreten Vorschlag: Neue Verordnungen und Gesetze sollten mit einem Ablaufdatum beschlossen und danach auf den Prüfstand gestellt werden. Haben sie sich bewährt, bleiben sie. Anderenfalls werden sie wieder zurückgenommen.