IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Bürokratie am Bau

Bauabfall in Berlin: Warum das neue Genehmigungsverfahren die Wirtschaft belastet

Mehr Bürokratie, mehr Kosten, kein Nutzen: Die Kritik am neuen Antragsverfahren zur Aufstellung von Bauabfall-Containern ist massiv. Besonders brisant: Die durchschnittliche Bearbeitungszeit.

Von: Dr. Lutz Kaden

Ein häufiges Bild im Straßenland: Bauabfallcontainer

Seit 1. Juni 2025 müssen die Containerdienste für die Aufstellung von sogenannten Wechselbehältern und Miettoiletten im Straßenland vorab Anträge stellen und auf Genehmigungen warten. Das bedeutet mehr Vorlaufzeit und neue Kosten. Das trifft die Bauwirtschaft und zuallererst die Anbieter der effizienten Bauabfallcontainer, die von Selbstlader-Lkw im Straßenraum abgesetzt und aufgeladen werden.

11 Euro pro Antrag plus Sondernutzungsgebühren

Die Dienstleister müssen nun vor der Aufstellung gebührenpflichtige digitale Anträge stellen. Die Kosten für die Genehmigung beinhalten künftig 11 € pro Antrag und je nach Straßenlage und Aufstellzeit zwischen 10 und 80 Cent pro Quadratmeter und Tag. 

Das sorgt für Kritik der betroffenen Unternehmen und Verbände. Im Ergebnis bedeute das Verfahren einen massiven Bürokratie-Aufwuchs, so Lara Nehring, Prokuristin bei der Trans-Clean GmbH und Vorsitzende der Entsorgergemeinschaft Abfall Berlin-Brandenburg e. V.: „Nach der Auftragserfassung in unserem IT-System muss der gesamte Prozess von mir oder einer Mitarbeiterin ein zweites Mal komplett angefasst werden, um die Aufstellgenehmigung zu beantragen und später nachzuschauen, wann diese irgendwann eingegangen ist. Aus unserem System heraus geht das nicht.“ 

Das neue Verfahren zur Containergenehmigung ist ein klarer Rückschritt für den Bürokratieabbau: Statt Vereinfachung wird es komplizierter.“
Manja Schreiner Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin

Lange Bearbeitungszeiten treffen auf kurzfristige Baustellen

 „In der jetzt vorgesehenen Art und Weise gehe das Genehmigungsverfahren vollkommen an der Lebenswirklichkeit im Berliner Baustellengeschehen vorbei“, ergänzt Bernhard Lemmé, Geschäftsführer der NENN Entsorgung GmbH & Co. KG. 

„Wir haben täglich bis zu 50 Container ins öffentliche Straßenland Berlins zu stellen, oftmals nach Auftragserteilung ein bis zwei Tage zuvor. Da kann man nicht mit einem Genehmigungsverfahren kommen, das allein mehrere Tage dauert. Dabei muss vorausgesetzt werden, dass im zuständigen Bezirksamt die für diese Prozesse zuständigen eine oder zwei Planstellen tatsächlich besetzt und die Mitarbeiter auch da sind. Wie das werden soll bei Urlaub oder Krankheit im Amt, steht in den Sternen.“

Warum Unternehmen trotz digitalem Antrag mehr Bürokratie sehen

Dass die Wirtschaft nicht in den Prozess einbezogen wurde, sei kontraproduktiv, so die IHK Berlin. Die Kammer hatte eine Erprobungsphase gefordert, nicht zuletzt, um eine Datenschnittstelle zu programmieren. „Das neue Verfahren zur Containergenehmigung ist ein klarer Rückschritt für den Bürokratieabbau: Statt Vereinfachung wird es komplizierter“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. 

IHK Berlin fordert automatisiertes Genehmigungsverfahren

„Es widerspricht den geplanten Genehmigungsfiktionen und bestraft diejenigen Unternehmen, die sich an die Regeln halten. Wir halten es für notwendig, dass das Genehmigungsverfahren wieder ausgesetzt wird, bis es automatisiert funktioniert und auch kontrolliert werden kann.“ 

 „Die Berliner Verwaltung digitalisiert sich also auf dem Rücken der Berliner Wirtschaft“, lautet das enttäuschte Fazit von Gerd Bretschneider, Geschäftsführer der Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg e.V., Hinzu kommt: Das Ärgernis mit illegal aufgestellten Containern wird durch das neue Genehmigungsverfahren auch nicht weniger. Für die sogenannten „Incognito-Container“ dürften wohl kaum Anträge gestellt werden – weder analog noch digital. 

Fragen & Antworten

Brauche ich in Berlin eine Genehmigung für einen Baucontainer?

Ja, wenn der Container gewerblich im öffentlichen Straßenland aufgestellt wird. Dafür sind eine Rahmen- und eine Standort-Ausnahmegenehmigung erforderlich.

Was kostet eine Container-Genehmigung in Berlin?

Die Standort-Genehmigung kostet 11 Euro. Hinzu kommen je nach Standort und Fläche Sondernutzungsgebühren.

Wie lange dauert eine Container-Genehmigung?

Das Berliner Serviceportal nennt aktuell eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von zwei Wochen.

Wie beantrage ich einen Container im öffentlichen Straßenland?

Der Antrag wird ausschließlich online gestellt. Dafür benötigen Unternehmen ein Mein Unternehmenskonto (MUK) mit gültigem ELSTER-Zertifikat.