Wissenssicherung

Wissenstransfer im Unternehmen: In 5 Schritten gegen Wissensverlust

Wenn erfahrene Mitarbeitende gehen, geht oft auch ihr Fachwissen verloren – ein Risiko, das gerade kleine und mittlere Berliner Betriebe hart trifft. Mit einer kostenlosen Checkliste zeigt die IHK Berlin, wie Wissenstransfer im Unternehmen in nur fünf Schritten gelingt.

Von: Kerstin Block
Symbolbild zum Thema Wissenssicherung

Die Checkliste der IHK-Berlin wurde in Zusammenarbeit mit Unternehmen erstellt.

Wenn erfahrene Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, verschwindet häufig mehr als eine Arbeitskraft. Mit ihnen gehen Erfahrungswissen, Kontakte und Kenntnisse über Abläufe verloren, die sich über Jahre aufgebaut haben. Für Unternehmen kann das teuer werden: Neue Beschäftigte benötigen länger für die Einarbeitung, wichtige Informationen fehlen und im schlimmsten Fall geraten Kundenbeziehungen oder Aufträge in Gefahr.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen trifft dieser Wissensverlust häufig stark. Denn relevantes Know-how verteilt sich dort oft auf wenige Personen. Umso wichtiger ist es, den Wissenstransfer nicht erst kurz vor dem letzten Arbeitstag zu organisieren.

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Zu sehen ist das Logo der IHK Berlin.
Wissenssicherung

IHK-Checkliste

Die IHK-Checkliste Wissenssicherung ist eine digitale Schritt-für-Schritt Anleitung zur einfachen und strukturierten Sicherung von geschäftsrelevantem Wissen, welche speziell für die Bedürfnisse von KMU entwickelt wurde.

Warum Wissenstransfer für Unternehmen so wichtig ist

Wissenssicherung braucht deshalb einen strukturierten Prozess. In vielen Betrieben fehlt jedoch zunächst die Orientierung: Welches Wissen muss überhaupt gesichert werden? Wer sollte daran beteiligt sein? Und mit welchen Methoden lässt es sich so dokumentieren, dass andere Beschäftigte später tatsächlich damit arbeiten können?

Die IHK Berlin hat gemeinsam mit Unternehmerinnen und Unternehmern deshalb eine „Checkliste Wissenssicherung“ entwickelt. Sie soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen einen einfachen Einstieg ermöglichen. Die Checkliste wurde vor ihrer Veröffentlichung in Unternehmen getestet. Die Testnutzerinnen und -nutzer bewerteten sie nach Angaben der IHK als sehr hilfreich.

Wissenstransfer in 5 Schritten: So funktioniert die IHK-Checkliste

Die digitale Schritt-für-Schritt-Anleitung führt Unternehmen in fünf Schritten durch die Wissenssicherung. Zunächst wird identifiziert, welches Wissen für den Betrieb besonders relevant ist. Anschließend verschaffen sich die Beteiligten einen Überblick über wichtige Wissensbereiche, wählen geeignete Maßnahmen aus, planen die Umsetzung und führen den Wissenstransfer mithilfe von Best-Practice-Tipps durch.

Das Verfahren ist ohne Vorkenntnisse und Registrierung direkt anwendbar. Die Checkliste gibt zudem Hinweise darauf, wer einzelne Schritte übernehmen sollte – beispielsweise Geschäftsführung oder Beschäftigte – und welche weiteren Personen einbezogen werden sollten. Hinzu kommen Angaben zum möglichen Zeitaufwand und digitale Vorlagen zum Herunterladen.

Welches Wissen Unternehmen zuerst sichern sollten

Nicht jedes Detail muss dokumentiert werden. Vorrang sollte Wissen haben, dessen Verlust den Betrieb unmittelbar beeinträchtigen würde. Dazu können beispielsweise besondere Abläufe, wichtige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, Erfahrungen mit Kundinnen und Kunden, laufende Projekte oder Kenntnisse über typische Probleme und deren Lösungen gehören.

Hilfreich ist deshalb die Frage: Was müsste eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger wissen, um die Aufgabe möglichst schnell selbstständig übernehmen zu können? So lässt sich relevantes Erfahrungswissen von Informationen trennen, die ohnehin bereits in Handbüchern, Datenbanken oder anderen Systemen dokumentiert sind.

So wird Wissen für Nachfolgerinnen und Nachfolger nutzbar

Entscheidend ist außerdem, Wissen nicht nur festzuhalten, sondern so aufzubereiten, dass andere damit arbeiten können. Je nach Aufgabe können dafür beispielsweise strukturierte Übergabegespräche, Checklisten, Prozessbeschreibungen oder gemeinsam dokumentierte Arbeitsabläufe sinnvoll sein.

Die IHK-Checkliste Wissenssicherung bietet dafür einen niedrigschwelligen Einstieg. Gerade für KMU kann sie helfen, Wissenstransfer frühzeitig zu organisieren und wertvolles Know-how im Unternehmen zu halten.