Arbeitsmarkt

Berliner Arbeitsmarkt: Herbstbelebung bleibt aus

Der Berliner Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Die übliche Herbstbelebung ist 2026 ausgeblieben. Auch auf dem Ausbildungsmarkt verschärft sich das Ungleichgewicht zwischen einer wachsenden Zahl von Bewerberinnen und Bewerbern und einem sinkenden Stellenangebot.

Ein Taschenrechner und ein Stift liegen auf einem Papier, auf welchem ein roter Graph zu sehen ist.

Die konjunkturelle Schwäche drückt auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Arbeitslosigkeit bleibt hoch, besonders bei Jüngeren

Im Oktober 2026 liegt die Arbeitslosenquote in Berlin unverändert bei 10,4 Prozent. Auch junge Menschen spüren die schwierige Lage: Bei den 15- bis unter 25-Jährigen steigt die Quote auf 9,3 Prozent, während bei den unter 20-Jährigen ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. Die Zahlen zeigen, wie stark die anhaltend schwache Konjunktur inzwischen auch Berufseinsteiger trifft. 

Ausbildungsmarkt: Weniger Stellen, mehr Bewerber

Noch deutlicher zeigt sich die angespannte Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Im Berichtsjahr 2025/26 waren 24.716 Bewerberinnen und Bewerber, aber nur 14.490 Ausbildungsstellen gemeldet. 18 Prozent mehr junge Menschen blieben gegenüber dem Vorjahr unversorgt - Höchststand seit 15 Jahren. Trotz zurückgegangener Stellenangebote erreichten Bewerbungen und Besetzungen seit dem Vorjahr ein Plus. 

“Umso bemerkenswerter ist das weiterhin hohe Ausbildungsengagement der Berliner Wirtschaft: In den vergangenen zwei Jahren wurden mehr als 1.200 zusätzliche Ausbildungsverträge abgeschlossen", so Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin.  

Aus Sicht der Wirtschaft gibt es weiterhin Handlungsbedarf. Eine stärkere Berufsorientierung, besseres Matching sowie investitions- und beschäftigungsfördernde Rahmenbedingungen seien laut Schreiner wichtige Schritte gegen Belastungen, wie etwa durch die Ausbildungsplatzabgabe.