IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

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Brücken zwischen den Inseln der Exzellenz bauen - Report zu Start-ups, Wissenschaft und Kultur

Die wirtschaftliche Stärke der Hauptstadt ist ihre Vielfalt. Worin die Schwäche liegt, offenbart eine neue Studie von Unboxing The Future. Die Empfehlung: mehr Austausch ohne zentrale Steuerung.

Von: Christian Nestler
Symbolbild zum Thema Wissenssicherung

Scheitert Berlin am eigenen Erfolg? Einst, so erzählt man sich, sei die Stadt voller offener, freier Räume gewesen, in der jeder Keller und jede Brache zum Experimentieren einluden. Dabei aus dem Clash unterschiedlicher Welten ständig Neues gebärend. Und heute: enger, verschlossener, fragmentierter. Darüber mag mancher nur die Schultern zucken. Doch es könnte ein teures Schulterzucken sein. Denn Berlin könnte Gefahr laufen, die Fundamente seines wirtschaftlichen Erfolges zu untergraben.

Das ist ein Ergebnis der Studie von Unboxing The Future. Unter dem Motto „Berlin in its own voice“ werden Konflikte und Stärken thematisiert, die sich in und um die hauptstädtische Gründungs-, Kultur- und Wissenschaftslandschaft entspinnen. „Mannigfaltigkeit ist vielleicht Berlins größter Widerspruch“, erklärt Olivia Czetwertynski, Co-Founder von Unboxing The Future. Sie und ihr Team sprachen in zwei Jahren mit 50 Größen aus Kultur- und Gründerszene, aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. „Für viele unserer Gesprächspartner ist Vielfalt Berlins größte Stärke, denn sie ergibt sich aus den unabhängigen Szenen, Instituten, kulturellen Räumen. Jeder macht sein Ding. Es gibt keine Sonne, um die sich alles dreht“, fährt Czetwertynski fort.

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Andere sehen die wachsende Fragmentierung kritisch: Silos seien entstanden, kommunikative Netze blieben isoliert, statt zu kooperieren, konkurriere man. „Wir haben Inseln der Exzellenz“, erklärt Czetwertynski. Was fehle, seien Freiräume, in denen die Insulaner aufeinandertreffen und eine kritische Dichte an Persönlichkeiten und Ideen entsteht.

Ewa Geresz, Teilnehmerin der Studie, Leiterin des Venture Café Berlin und Vorstandsmitglied bei CIC Catalyst, beschreibt es so: „Viele Organisationen und Menschen leisten Erstaunliches, wissen aber tatsächlich gar nicht, was die anderen tun.“ Die Studie gibt Zeugnis ab vom notorischen Berliner Konflikt zwischen Potenzial und dem Willen, es zu aktivieren. Die Wissenschaftslandschaft ist exzellent, aber kein Sprungbrett für Gründungen. Wer gründet, hat es mit Bürokratie zu tun, die, so formuliert es ein Interviewpartner, gegen dich kämpfe, als wolle sie nicht, dass du ein Unternehmen aufbaust. Und hast du all diese Hürden genommen und willst skalieren, fehlt in Berlin dafür oft die finanzielle Feuerkraft. „Berlin ist super darin, Talente anzuziehen und ihnen beizubringen, wie man gründet“, fasst Czetwertynski zusammen. „Aber Skalierungskapital muss man oft andernorts suchen.“

Berlin ist super darin, Talente anzuziehen. Aber Skalierungskapital muss man oft andernorts suchen.“
Olivia Czetwertynski Co-Founder Unboxing The Future

Ein besser lesbares Narrativ entwickeln

Dazu kommt die interne Konkurrenz. Kreativ- und Kulturszene begründeten Berlins Erfolgsgeschichte. Ohne sie ist Berlin als attraktive Metropole undenkbar. „Die Berliner Underground-Kultur war der Grund, hierherzukommen. Die Wirtschaft folgte“, so Ain TheMachine, Co-Founder und Artistic Director von Unboxing The Future. Heute engagiere sich ein Großteil dieser Wirtschaft nicht mehr für die Kultur, die sie hierhergebracht hat. Die sich daraus ergebenden Konflikte belasten die Berliner Erfolgsformel Damit diese aufgeht, müssen beide Welten einander ergänzen.

„Die Lösung liegt nicht in einer zentralen Steuerung. Berlins Cluster müssen verbunden sein wie in einem Distributed Network“, verbildlicht Czetwertynski. In einem solchen arbeiten Rechner autonom, in ständigem Austausch und ohne zentralen Knoten. „Wir nennen diese Infrastruktur ‘Berlin Intersection’. Sie macht Berlins Vielfalt sichtbar und verständlich, ohne sie aufzulösen“, führt sie weiter aus. Nach innen solle diese Diversität dabei helfen, ein stärkeres gemeinsames Selbstverständnis zu entwickeln, und nach außen ein besser lesbares Narrativ der Stadt vermitteln. Berlin, daran lässt der Report keine Zweifel, hat alles, was es braucht, um auch zukünftig als kreatives Powerhouse zu gedeihen. Doch die Brücken zwischen den Inseln der Exzellenz müssen mindestens so schnell gebaut werden wie die realen Brücken der Stadt.