Konjunktur

Berliner Wirtschaft wartet weiter auf den Aufschwung

Berlins Unternehmen bewerten ihre Geschäfte etwas besser als im Frühsommer, blicken aber skeptischer in die Zukunft. Die aktuelle Konjunkturumfrage von IHK und Handwerkskammer zeigt: Bei Neueinstellungen und Investitionen bleiben die Betriebe zurückhaltend.

Von: Diana Zöller
Bild zeigt eine Frau, die im Konjunkturbericht liest

Der IHK-Konjunkturbericht fasst Lage und Erwartung der Unternehmen zusammen.

Der Berliner Konjunkturklimaindex steigt im Herbst 2026 um einen Punkt auf 101 Zähler und liegt damit knapp über der neutralen Marke von 100 Punkten. Eine Trendwende ist das nicht: Zum langjährigen Durchschnitt fehlen mehr als 20 Punkte. Grundlage ist die repräsentative Umfrage von IHK Berlin und Handwerkskammer Berlin unter mehr als 1.000 Unternehmen.

Bild zeigt IHK Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner und HWK Geschäftsführer Jürgen Wittke auf der Pressekonferenz
„Die aktuell besseren Geschäfte mögen zwar ein positives Signal sein, aber Aufschwung sieht anders aus“
Manja Schreiner IHK Hauptgeschäftsführerin

Kritische Warnzeichen seien vor allem die zurückhaltenden Beschäftigungs- und Investitionsplanungen. Die Unternehmen bräuchten Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen: Schreiner fordert daher schnellere Verfahren, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Kosten und bessere Investitionsbedingungen.

Erwartungen trüben sich weiter ein

Während sich die aktuelle Geschäftslage aufhellt, sinkt der Erwartungsindikator von minus drei auf minus neun Punkte. Besonders ins Gewicht fällt der Rückgang bei den Dienstleistern, die rund 80 Prozent der Berliner Wertschöpfung erbringen: Ihr Erwartungsindikator fällt um elf Punkte auf minus sieben. Im Gastgewerbe erwartet keines der befragten Unternehmen bessere Geschäfte, mehr als die Hälfte rechnet mit einer Verschlechterung. Die Industrie blickt dagegen etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate.

Zurückhaltung bei Personal und Investitionen

Der Indikator für die Beschäftigungsplanungen fällt von minus vier auf minus acht Punkte. Damit wollen mehr Unternehmen Stellen abbauen als neue Beschäftigte einstellen. Der Investitionsindikator verharrt bei 13 Punkten – dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Unsichere Absatzperspektiven und hohe Kosten bremsen die Betriebe.

Wirtschaftspolitik bleibt größtes Risiko

Als größtes Geschäftsrisiko nennen 63 Prozent der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Bürokratie, hohe Abgaben, langwierige Verfahren und fehlende Planungssicherheit erschweren Investitionen. Von den Koalitionsverhandlungen erwarten die Kammern deshalb verlässliche Bedingungen und dass Wachstumsbremsen wie die Bürokratie endlich gelöst werden.

Den gesamten Bericht finden Sie hier.