7 x 3 – Das Ultra-Kurz-Interview

Jana Mrowetz: Wie Urban Cell Quartiere für neue Lebensstile baut

Jana Mrowetz ist Gründerin und CEO von Urban Cell und verfügt nach Unternehmensangaben über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Immobilienentwicklung, Architektur und Design. Die Architektin studierte an der Universität der Künste Berlin und arbeitete viele Jahre in den USA. 2016 gründete sie die Berliner Immobilienholding GIBE Real Estate, aus der später Urban Cell hervorging.

Mit Urban Cell verfolgt Mrowetz eine Idee, die über klassische Projektentwicklung hinausgeht: Immobilien sollen sich stärker daran orientieren, wie Menschen heute leben, arbeiten und reisen. Homeoffice, digitale Nomaden, flexible Arbeitsmodelle und neue Formen des Zusammenlebens verändern aus ihrer Sicht auch die Anforderungen an Quartiere.

Urban Cell verbindet modulares Bauen mit neuen Lebensformen

Urban Cell entwickelt ein modulares System für die Planung, den Bau und den Betrieb ganzer Quartiere. Das Unternehmen arbeitet dabei als Joint Venture von GIBE Real Estate und dem Berliner Architekturbüro GRAFT. Zum interdisziplinären Team gehören Fachleute aus Architektur, Immobilienentwicklung, modularem Bauen, digitalen Services und Klimatechnik.

Das Konzept kombiniert private Wohn- oder Hospitality-Flächen mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen. Hinzu kommen CO₂-optimierter modularer Holzbau, Net-Zero-Energiekonzepte, E-Mobilität und Freiräume, die Biodiversität fördern sollen. Statt abgeschotteter Anlagen setzt Urban Cell auf offene Quartiere, die auch lokale Unternehmen und die Umgebung einbeziehen.

VERDEA an der Algarve wird zum ersten Urban-Cell-Projekt

Wie das Konzept konkret aussehen kann, zeigt VERDEA im portugiesischen Aljezur. Das geplante Fünf-Sterne-Aparthotel im Naturpark Costa Vicentina soll 30 Serviced Apartments mit Coworking- und Eventflächen, Restaurant, Wellness- und Fitnessbereichen sowie einem Mobility Hub verbinden. Die modularen Holzbauten werden in Portugal gefertigt.

Urban Cell reagiert damit auf einen Markt, den das Unternehmen als „Hospitality 2.0“ beschreibt: Menschen verbinden Urlaub zunehmend mit längeren Aufenthalten, mobilem Arbeiten oder Workation. Weitere Hospitality-Projekte in Portugal und Spanien sind bereits in Planung. Darüber hinaus sieht Urban Cell Potenzial für Wohnquartiere am Rand von Metropolregionen und für Innovation Hubs, in denen Arbeiten und temporäres Wohnen zusammenkommen.

Für Mrowetz steckt dahinter ein grundsätzlicher Perspektivwechsel in der Immobilienwirtschaft: Nicht möglichst viele gebaute Quadratmeter sollen im Mittelpunkt stehen, sondern Orte, die sich an den Bedürfnissen ihrer Nutzer orientieren.