IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

7 x 3 – Das Ultra-Kurz-Interview

Silvain Toromanoff: Wie NeoCarbon Abwärme für CO₂-Abscheidung nutzt

Silvain Toromanoff ist Mitgründer und CTO des Berliner Climate-Tech-Unternehmens NeoCarbon. Der Ingenieur studierte an der Télécom Paris und hat bereits vor NeoCarbon ein Technologieunternehmen aufgebaut: Als CTO und Mitgründer entwickelte er das finnische Augmented-Reality-Start-up Sayduck mit, das 2019 verkauft wurde. Heute konzentriert er sich auf Technologien, die Industrie und Klimaschutz miteinander verbinden sollen.

NeoCarbon wurde 2022 in Berlin aufgebaut. Das Unternehmen entwickelt eine Technologie, die vorhandene industrielle Infrastruktur nutzt, statt für die CO₂-Abscheidung komplett neue Anlagen zu errichten. Im Mittelpunkt stehen dabei zunehmend Rechenzentren, deren Abwärme bislang häufig ungenutzt bleibt.

NeoCarbon: Abwärme soll CO₂-Abscheidung antreiben

Das Prinzip: NeoCarbon integriert seine modularen Anlagen in bestehende Kühlsysteme. Bereits Niedertemperatur-Abwärme ab etwa 30 Grad Celsius kann den Prozess antreiben. Parallel zur Kühlung wird CO₂ direkt aus der Umgebungsluft abgeschieden und Wasser zurückgewonnen. Damit will NeoCarbon Direct Air Capture mit ohnehin vorhandener Infrastruktur verbinden.

Dass das Konzept nicht nur im Labor funktioniert, hat das Unternehmen bereits in einem Industrieprojekt gezeigt. Eine Anlage lief am Forschungsstandort von Kurita Water Industries über Monate autonom mit der dort vorhandenen Abwärme. NeoCarbon weist inzwischen mehr als 1.000 autonome Betriebsstunden und eine CO₂-Reinheit von bis zu 99 Prozent unter realen Bedingungen aus. Das abgeschiedene CO₂ kann beispielsweise dauerhaft in Baustoffen gespeichert oder perspektivisch für nachhaltige Flugkraftstoffe genutzt werden.

Vom Berliner Start-up zur Technologie für Rechenzentren

2026 hat NeoCarbon seinen Fokus auf Rechenzentren weiter geschärft. Das Unternehmen absolvierte die erste Kohorte des Net Zero Innovation Hub for Data Centers in Dänemark und arbeitete dort unter anderem mit Danfoss, Schneider Electric und Microsoft an Lösungen für energieeffizientere Rechenzentren. Bereits im März wurde NeoCarbon für seine CO₂-negative Kühllösung mit dem immobilienmanager Award in der Kategorie Clean Energy & Mobility ausgezeichnet.

Auch beim Carbon Removal hat das Unternehmen weitere Schritte gemacht: NeoCarbon schloss einen mehrjährigen Abnahmevertrag mit Milkywire und speicherte gemeinsam mit dem finnischen Unternehmen Carbonaide abgeschiedenes CO₂ dauerhaft in Beton.

Für Toromanoff verbindet sich damit Technologieentwicklung mit einer klaren Mission.