IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Unternehmen mit Geschichte

Berliner Traditionsunternehmen: Diese 10 Firmen prägen die Stadt seit Generationen

Berliner Traditionsunternehmen führen vom Kaisertum über den Schokoladenhandel bis hin zu internationalen Technologie-Giganten. Ein Blick auf einige der ältesten Unternehmen der Hauptstadt.

Von: Aaron Baumgart
Zwei Arbeiter an einer Gasturbine.

Ein echtes Traditionsunternehmen aus Berlin: Blick in das historische Gasturbinenwerk von Siemens in der Huttenstraße (1972).

Die Späth’schen Baumschulen gelten als ältestes Unternehmen Berlins. Doch auch Verlage, Brauereien, Pharmaunternehmen und Kaufhäuser blicken in der Hauptstadt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück. 

Diese zehn Berliner Traditionsunternehmen und Marken zeigen, wie sich erfolgreiche Geschäftsmodelle über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte verändern können.

Späth’sche Baumschulen: Berlins ältestes produzierendes Unternehmen (1720)

Mit mehr als 300 Jahren Geschichte führen die Späth’schen Baumschulen die Liste der ältesten Unternehmen Berlins an. Christoph Späth gründete den Betrieb am 11. September 1720 als Blumen- und Gemüsegärtnerei vor dem Halleschen Tor. Nach mehreren Umzügen ließ sich das Unternehmen 1864 auf den Britzer Wiesen nieder – am heutigen Standort in Berlin-Treptow.

Unter Franz Späth entwickelte sich der Betrieb im 19. Jahrhundert nach eigenen Angaben zeitweise zur größten Sortimentsbaumschule der Welt. Die Verbindung zur Stadt ist bis heute sichtbar: Der Name des Ortsteils Baumschulenweg und der gleichnamigen S-Bahn-Station gehen auf das Unternehmen zurück.

Im Porträt

Späth'sche Baumschule Berlin: Widerstand mit starken Wurzeln
Zu sehen ist der von vielen grünen Pflanzen umgebene Eingang einer Baumschule. Es handelt sich um die Späth'sche Baumschule in Berlin.
Unternehmensnachfolge Späth'sche Baumschule Berlin: Widerstand mit starken Wurzeln
Lesezeit: 3 Minuten
Holger Lunau

De Gruyter: Berliner Verlagswurzeln bis 1749

Bei De Gruyter führt die historische Spur bis ins Jahr 1749 zurück. Damals verlieh Friedrich der Große der Buchhandlung der Königlichen Realschule das Recht, Bücher zu drucken und zu verlegen. Aus diesem Unternehmen entwickelte sich später der Georg Reimer Verlag – einer der Vorläufer des heutigen Wissenschaftsverlags.

Walter de Gruyter trat 1894 in das Unternehmen ein und übernahm es wenige Jahre später. 1919 vereinigte er Reimer mit vier weiteren Wissenschaftsverlagen zur „Vereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruyter & Co.“ in Berlin. Seit 2024 bilden De Gruyter und der niederländische Wissenschaftsverlag Brill gemeinsam De Gruyter Brill. Die Walter de Gruyter GmbH hat ihren Sitz weiterhin in der Genthiner Straße.

KPM Berlin: Porzellan aus der Hauptstadt in kaiserlichem Auftrag (1763)

Kaum ein Berliner Traditionsunternehmen verbindet Handwerk, Design und Stadtgeschichte so unmittelbar wie die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, kurz KPM. Friedrich der Große gründete die Manufaktur 1763. Der preußische König übernahm eine bestehende Porzellanproduktion, gab ihr den heutigen Namen und machte sein königliches Zepter zum Markenzeichen.

Mehr als 260 Jahre später wird KPM-Porzellan noch immer in Berlin gefertigt. Nach mehreren Privatisierungsversuchen übernahm der Berliner Bankier Jörg Woltmann die KPM 2006 als Alleingesellschafter. Die historische Manufaktur befindet sich heute in der Wegelystraße am Tiergarten.

Eingang der Porzellan-Manufaktur.

Die historische Königliche Porzellan-Manufaktur in der Wegelystraße.

Königliche Porzellan-Manufaktur – zu Besuch bei der ältesten Luxusmarke Berlins
BW besucht Königliche Porzellan-Manufaktur – zu Besuch bei der ältesten Luxusmarke Berlins
Dauer: 4 Minuten
Katrin Lohse

Mampe: Berliner Spirituosentradition seit 1831

Mampe gehört seit dem 19. Jahrhundert zur Berliner Genussgeschichte und ist damit eines der ältesten Berliner Unternehmen. 1831 entwickelte der Mediziner Carl Mampe im pommerschen Stargard einen Kräuterbitter gegen Cholera. 

Die Spirituosenmarke entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem bekannten Namen mit über 70 Produkten. Heute knüpft die Mampe Manufaktur am Tempelhofer Berg in Kreuzberg an diese Geschichte an und produziert weiterhin Spirituosen in der Hauptstadt. 

Schultheiss: Braukunst aus der Hauptstadt seit 1842

1842 begann die Geschichte von Schultheiss – allerdings noch ohne den später berühmten Namen. In diesem Jahr errichtete der Apotheker August Heinrich Prell in Berlin eine Lagerbierbrauerei mit eigener Malzherstellung. Erst 1853 kaufte Jobst Schultheiss den Betrieb und gab dem Bier seinen Namen.

Unter späteren Eigentümern wuchs die Schultheiss-Brauerei stark. Durch Zusammenschlüsse entwickelte sie sich im 19. Jahrhundert zeitweise zur größten Brauerei Deutschlands. Ein historischer Standort ist noch heute bekannt: Aus dem ehemaligen Brauereigelände an der Schönhauser Allee entstand die heutige Kulturbrauerei. Aus einem weiteren Standort in Moabit wurde ein Einkaufszentrum. Schultheiss bleibt eine Berliner Marke, die hier gebraut wird. 

Tor zur Hasenheide mit Aufschrift von Schultheiss.

Eingang zum historischen Schultheiss Areal in der Hasenheide – damals elektrisch betrieben von Siemens (1913).

Siemens: Vom Berliner Hinterhof zum Technologiekonzern (1847)

Die Geschichte von Siemens begann 1847 in einem Berliner Hinterhof. Werner von Siemens und der Feinmechaniker Johann Georg Halske gründeten die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“. Grundlage des Unternehmens war der von Werner von Siemens entwickelte Zeigertelegraf.

Aus der Werkstatt wurde ein internationaler Technologiekonzern. Die Verbindung zur Hauptstadt besteht dennoch fort: Berlin ist gemeinsam mit München Sitz der Siemens AG, und mit Siemensstadt trägt sogar ein ganzer Berliner Ortsteil den Namen des Unternehmens. Auf dem historischen Industrieareal entsteht zudem das neue Stadtquartier Siemensstadt Square.

Kaufrausch
200.000
Menschen
kamen laut KaDeWe kurz nach dem Mauerfall an einzelnen Tagen ins Kaufhaus.
Produktion
12
Millionen
Arzneihmittelverpackungen werden jährlich bei Dr. Kade hergestellt.

Dr. Kade: Pharma aus Berlin seit über 140 Jahren (1886)

Die Geschichte von Dr. Kade begann 1886 am Berliner Oranienplatz. Damals übernahm der Apotheker Dr. Franz Lutze die Oranien-Apotheke von Dr. Rudolph Kade – und behielt dessen Namen bei. Aus der Apotheke entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein Pharmaunternehmen.

Heute konzentriert sich das Unternehmen unter anderem auf Gesundheitslösungen in den Bereichen Frauengesundheit und Proktologie. Mehr als 140 Jahre nach den Anfängen ist Dr. Kade weiterhin in Berlin ansässig. Das Familienunternehmen hat seinen Sitz in Berlin-Marienfelde. 

Dr. Kade wird 140: Ein Berliner Pharma-Urgestein, das mit der Zeit geht
Das Dr. Kade Team posiert vor seinen Produkten.
Familienunternehmen feiert Jubiläum Dr. Kade wird 140: Ein Berliner Pharma-Urgestein, das mit der Zeit geht
Lesezeit: 4 Minuten
Julia Frese

KaDeWe: Berliner Warenhaus-Ikone mit bewegter Geschichte (1907)

Am 27. März 1907 öffnete das Kaufhaus des Westens am Wittenbergplatz erstmals seine Türen. Der Berliner Kaufmann Adolf Jandorf hatte das Haus konzipiert und setzte von Beginn an auf internationale Mode, außergewöhnliche Lebensmittel und damals ungewöhnliche Serviceangebote. Das KaDeWe startete mit fünf Etagen und rund 24.000 Quadratmetern Fläche.

Seither hat das Warenhaus zahlreiche politische und wirtschaftliche Umbrüche erlebt. 1943 wurde das Gebäude schwer zerstört, ab 1950 begann die schrittweise Wiedereröffnung. Nach der Insolvenz der früheren KaDeWe Group übernahm die thailändische Central Group 2024 die Immobilie und Vermögenswerte. Das Berliner Haus wird heute von der neu gegründeten KaDeWe GmbH betrieben. 

Menschen sitzen in einem historischen Teesaal im KeDeWe.

Der Teersalon auf der zweiten Etage des KaDeWe im Jahr 1907.

Rausch: Berliner Schokoladentradition in fünfter Generation (1918)

1918 gründete Wilhelm Rausch Junior in Berlin die Rausch-Privat-Confiserie. Zum Sortiment gehörten Pralinen, Schokolade und Honigkuchen, verkauft wurden die süßen Spezialitäten zunächst in mehreren eigenen Confiserie-Geschäften in der Hauptstadt. Die familiären Wurzeln im Konditorhandwerk reichen sogar noch weiter zurück: Bereits 1890 hatte Wilhelm Rausch Senior eine Konditorei eröffnet.

Mehr als ein Jahrhundert später ist Rausch noch immer ein Familienunternehmen und wird inzwischen in fünfter Generation geführt. Im Mittelpunkt steht heute vor allem Schokolade aus Edelkakao. Das Unternehmen setzt unter anderem auf den direkten Bezug des Kakaos aus ausgewählten Herkunftsländern und betreibt eine eigene Farm in Costa Rica.

Rogacki: Berliner Feinkost-Tradition seit 1928

Rogacki begann 1928 mit einem Räucherwarenhandel im Wedding. Paul und Lucia Rogacki gründeten das Geschäft, bevor sie 1932 in die Wilmersdorfer Straße nach Charlottenburg umzogen. Dort entstand die erste Charlottenburger Aal- und Fischräucherei. Über Jahrzehnte entwickelte sich Rogacki so zu einer bekannten West-Berliner Feinkost-Institution.

Die jüngste Geschichte bringt allerdings einen Bruch: Nach dem Tod des langjährigen Inhabers Dietmar Rogacki schloss das Stammhaus an der Wilmersdorfer Straße im Juli 2025. Die Marke soll dennoch weiterleben. Eine neue Rogacki Deutschland Holding arbeitet an der Wiederbelebung mit Veranstaltungen, Pop-ups und Catering. Für das 100. Jubiläum 2028 ist ein neues Stammhaus vorgesehen.

Was Berliner Traditionsunternehmen verbindet

Die Geschichten all dieser Unternehmen zeigen jedoch vor allem eines: Tradition bedeutet selten Stillstand. Eigentümer wechseln, Standorte verändern sich, Produkte verschwinden oder werden neu erfunden.

Von Pflanzen und Porzellan über Bier, Pharma und Technologie bis zu Schokolade, Einzelhandel und Feinkost reicht die Bandbreite. Gerade diese Vielfalt macht die ältesten Unternehmen Berlins zu einem Teil der Wirtschaftsgeschichte der Hauptstadt – und zeigt, wie unterschiedlich Unternehmen mit Wandel, Krisen und neuen Märkten umgehen.