Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Rian Christina Quantmeyer-Juncken, viabella GmbH

Vor zehn Jahren hat Rian Christina Quantmeyer-Juncken das Fachgeschäft für Dessous viabella von ihrer Mutter übernommen. Sie hat es modernisiert, aber der Ansatz ist der gleiche: Im Fokus steht die sensible BH-Beratung.

Von: Sabine Hölper
Auf dem Bild sind drei Frauen zu sehen, die sich in einem Verkaufsgespräch zu befinden scheinen. Zwei von ihnen halten ein Sektglas und sie stehen in einem Dessousgeschäft.

Der Fokus des Dessous-Fachgeschäfts viabella liegt auf der individuellen Beratung von Kundinnen.

Viele Unternehmen haben ein Nachfolgeproblem. Beim Fachgeschäft für Dessous viabella war es anders: Für Rian Christina Quantmeyer-Juncken stand früh fest, dass sie den Laden ihrer Mutter übernehmen möchte. Zwar zog sich die Übergabe ein bisschen hin. Aber plötzlich ging alles umso schneller: 2016 übernahm die Modedesignerin das Unternehmen. „Innerhalb von zwei Wochen habe ich den Laden nach meinen Vorstellungen renoviert und digitalisiert“, sagt sie.

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Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin, einer Maßschneiderin, verkauft sie hochwertige Dessous, Bademoden und Nachtwäsche für Frauen. Wobei „verkaufen“ der Tätigkeit nicht ganz gerecht wird. Der Fokus liegt auf einer eingängigen Beratung, insbesondere bei Büstenhaltern, und dort mit dem Schwerpunkt auf größere Größen. „Denn da wird es interessant“, sagt Quantmeyer-Juncken. Viele Frauen nicken an dieser Stelle wissend: Ein perfekt sitzender BH ist die Voraussetzung für ein perfekt sitzendes Darüber. Um den Kundinnen die bestmögliche Beratung anzubieten, hat Quantmeyer-Juncken zudem die „Secret Hour“ eingeführt: Nach vorheriger Anmeldung kann man für sich alleine oder mit einer Begleitperson eine exklusive Beratungsstunde nach Ladenschluss buchen. „Wir sind ein Safe Space, wir bieten intime Einkaufserlebnisse“, sagt die 47-Jährige. 

Der Austausch mit den Frauen ist es auch, was Quantmeyer-Juncken Energie gibt, warum sie die Firma mit Freude führt. Am Unternehmertum gefällt ihr außerdem die Selbstbestimmtheit. „Hier kann ich so sein, wie ich bin“, sagt sie. Nervig findet sie lediglich die Buchhaltung, die ihr Zeit für Kreatives raubt. 

Auf dem Bild ist eine blonde Frau zu sehen, die neben einer Wand mit vielen Bildern steht.

Rian Christina Quantmeyer-Juncken, Geschäftsführerin der viabella GmbH

Was ihr außerdem nicht so gut gefällt sind die vor vielen Jahren freigegebenen, längeren Ladenöffnungszeiten, die „Extrakosten verursachen, aber keinen Mehrumsatz bringen“. Mit Sorge betrachtet sie außerdem, dass in den umliegenden Straßen immer mehr Fachgeschäfte aufgeben und stattdessen Nagelstudios und Shisha-Bars einziehen. Ihr Wunsch: „Die Politik sollte auf ein mannigfaltigeres Stadtbild setzen.“