IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Familienunternehmen feiert Jubiläum

Dr. Kade wird 140: Ein Berliner Pharma-Urgestein, das mit der Zeit geht

Manch einer muss sich erst überwinden, um am Apothekentresen nach einem Medikament von Dr. Kade zu fragen. Dennoch hat sich die Firma in den vergangenen 140 Jahren zu einer festen Größe in der weltweiten Pharmabranche etabliert – während sie zugleich ihren Berliner Wurzeln treu blieb.

Von: Julia Frese
Das Dr. Kade Team posiert vor seinen Produkten.

Das Dr. Kade Management: Hubertus Kappen (Managing Director & CFO), Dr. Tim Strupeit (CTO), Dr. Susan Zeun (CSO), Anne Wolf (CPO) und Felix König (Managing Director & CEO).

Hier ein hippes Start-up, da eine innovative Tech-Plattform – so kennt man die Berliner Wirtschaft. Dass die Stadt auch Unternehmen hervorgebracht hat, die seit Generationen produzieren, forschen und Arbeitsplätze sichern, gerät dabei leicht in Vergessenheit. Dr. Kade ist solch ein Fall: Das Pharmaunternehmen feiert dieses Jahr seinen 140. Geburtstag.

Von der Hoflieferanten-Apotheke zur festen Größe der Pharmabranche

Ihren Anfang nahm die Geschichte von Dr. Kade in der Oranien-Apotheke in Kreuzberg. Heute befindet sich dort eine edle Weinbar, das Original-Holzinterieur aus dem 19. Jahrhundert samt Medizinfläschchen und -tiegeln ist noch immer erhalten. Im Jahr 1886 übernahm der Charité-Apotheker Franz Lutze das Haus von Vorgänger Dr. Rudolph Kade. Der Name sowie der Doktortitel blieben, auch wenn Lutze selbst kein Doktor war. 

Das Angebot wuchs ab der Übernahme Jahr für Jahr: Die Firma begann immer mehr eigene Präparate herzustellen, errichtete eine eigene pharmazeutische Fabrik und belieferte sogar den Hof der Hohenzollern mit Medikamenten – Verbandszeug, Arzneien und chirurgische Geräte schickte das Unternehmen damals bis in die deutschen Kolonien in Afrika. 

Made in Germany ist für uns kein Label, sondern ein Leistungsversprechen für pharmazeutische Kompetenz, verlässliche Qualität und verantwortungsvolle Produktion.“
Felix König CEO Dr. Kade

Nach Gewinneinbrüchen im Ersten Weltkrieg ging der Wachstumskurs weiter: Felix Lutze, dem Sohn des Gründers, gelang es unter anderem, eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung mit der japanischen Pharma-Firma Maruho aufzubauen, die bis heute Bestand hat. 

Etwa zur selben Zeit begann Dr. Kade das Hämorrhoidenmittel Posterisan zu produzieren – und damit eines seiner bis heute erfolgreichsten Arzneimittel. Die Wirkweise über eine immunologisch wirkende Bakteriensuspension hatte es so in der Medizin noch nie zuvor gegeben.

Blick auf die pharmazeutische Fabrik von Dr. Kade.

Dr. Kade produziert all seine Pharmaka in der Rigistraße in Berlin-Marienfelde.

Berliner Pharma ohne Tabus und Stigma

Heute versteht sich Dr. Kade als mittelständisches, familiengeprägtes Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitenden und Berliner Wurzeln. Als Spezialgebiete sind jene Behandlungsfelder geblieben, die vielen Menschen bei der Bestellung am Apothekentresen eher unangenehm sind: proktologische Beschwerden wie Hämorrhoiden oder gynäkologische Erkrankungen wie Scheidenpilz. 

„Wir beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit Erkrankungen, über die Patientinnen und Patienten oft nur ungern sprechen“, sagt CEO Felix König. „Daraus ist ein klares Selbstverständnis entstanden: Wir wollen Barrieren abbauen und den Zugang zu Therapie erleichtern.“ Mit dem Claim „Gesundheit ohne Scham und Stigma“ will das Unternehmen Menschen dazu ermutigen, sich auch bei tabubehafteten Krankheitssymptomen schnell Hilfe zu suchen. 

Produktion
142
Tonnen
Cremes, Salben und Gele werden bei Dr. Kade jährlich hergestellt.
International
25
Länder
vermarkten die Produkte von Dr. Kade weltweit.

Apotheken sind für Dr. Kade die wichtigsten Kommunikationspartner

Hierbei ist vor allem auch die Zusammenarbeit mit Apotheken entscheidend. Sie bewerben Marken wie Posterisan oder Kade Fungin inzwischen ebenso offen wie Hustensirup oder Heuschnupfentabletten – mit großen Plakataufstellern im Schaufenster und sympathischen Werbefiguren. Damit soll Patientinnen und Patienten signalisiert werden, dass sie sich unkompliziert und vor allem ungeniert Hilfe beim kompetenten Fachpersonal holen können. 

Zum Profil des Unternehmens gehört aber nicht nur die Nähe zu Patienten und Apotheken, sondern auch die zum Standort. Heute befindet sich die pharmazeutische Fabrik von Dr. Kade in Marienfelde, der Verwaltungssitz wiederum im traditionsreichen Ullstein-Haus am Tempelhofer Hafen. Auch mit diesem Standort zeigt sich das Unternehmen als Teil einer altehrwürdigen Firmenriege, die die Berliner Industriegeschichte mitprägte – und weiter mitprägen möchte. 

Dr. Kade mit Nachhaltigkeitssiegel

Seit 1996 ist das Unternehmen beim EMAS registriert. Das Eco Management and Audit Scheme ist ein europaweites Zertifikat für Unternehmen, die ihre Umweltleistung verbessern, ihre Effizienz erhöhen und ökologische Verantwortung dokumentieren wollen. Die IHK Berlin ist eine der nationalen Registrierungsstellen in Deutschland. Die Registrierung wurde mit der Übergabe der Urkunde am 3. September 2026 erneuert.

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Familiengeprägtes Unternehmen mit moderner Arbeitskultur

Und so beschreibt sich Dr. Kade nicht nur als traditionsreiches, sondern auch als langfristig denkendes Unternehmen. Für ihn gehöre ein nachhaltiges Wirtschaftsverständnis, das sowohl Ressourcen schont als auch Mitarbeitenden verlässliche Strukturen bietet, zum Selbstverständnis, so König. Dazu gehören am Arbeitsplatz etwa das Duzen, flexible Arbeitszeiten und – wo möglich – das Ablegen von Dresscodes.

Der 140. Geburtstag ist damit nicht nur Anlass für einen Blick zurück, sondern zeigt auch, wie sich ein Berliner Pharmaunternehmen über Generationen weiterentwickeln kann: mit einem klaren therapeutischen Fokus, Arbeitsplätzen am Standort und Produkten, die Menschen bei Beschwerden unterstützen sollen, über die noch immer zu selten offen gesprochen wird.