IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Wärmeversorgung

Tiefengeothermie in Berlin: Die unterschätzte Wärmequelle der Zukunft

Für die Einhaltung der Klimaziele braucht es in Berlin zukunftsorientierte Lösungen, die den Energiebedarf der Hauptstadt zuverlässig decken können. Hier kommt die Tiefengeothermie ins Spiel. Sie kann einen nennenswerten Beitrag zur Wärmewende leisten.

Von: Luisa Deppe
Geothermische Bohrung in einem Wohngebiet.

Tiefengeothermie soll Berlins Wärmeversorgung klimafreundlich machen.

Berlins Fernwärmenetz erstreckt sich über mehr als 2.000 Kilometer und stellt das größte zusammenhängende Wärmenetz Westeuropas dar. Es versorgt rund 700.000 Wohnungen und circa 8.000 weitere Gebäude. Die Hauptstadt ist durch ihre hohe Siedlungsdichte – und den damit einhergehenden hohen Wärmeenergiebedarf – ein idealer Kandidat für Tiefengeothermie. 

Was Berlin zum Hotspot für Tiefengeothermie macht

Da sich Tiefengeothermie besonders für die Grundlastversorgung von Fernwärmenetzen, Quartierslösungen und industriellen Großabnehmer eignet, könnte sie in Berlin einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung der Stadt leisten. Bis zu 15 Prozent der Fernwärmeerzeugung könnte sie perspektivisch bis 2045 liefern und damit fossile Erzeugung ersetzen.

 

 

Tiefengeothermie – Revolution oder Evolution der Wärmewende?

Wann? 31.08.2026, von 13.00 – 17.00 Uhr

Wo? Ludwig-Erhard-Haus, Fasanenstr. 85, 10623 Berlin

Tiefengeothermie gewinnt für die Berliner Wärmeplanung zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig stellen sich Fragen zu Wirtschaftlichkeit, Finanzierung und Umsetzung. Die Veranstaltung bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und zeigt auf, welchen Beitrag die Erdwärme künftig zur Wärmeversorgung der Hauptstadt leisten kann.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Für die Anmeldung und weitere Informationen klicken Sie gern hier.

Die geologischen Gegebenheiten in Berlin kommen der Technologie zugute. Berlin liegt im Norddeutschen Becken und ist deshalb eines der bedeutendsten Zielgebiete für Tiefengeothermie in Deutschland. 

Volker Jungk ist Geschäftsführer der AKVO GmbH, einer Ingenieursgesellschaft, die mithilfe ihrer Modellierungs-Expertise die thermischen Auswirkungen von tiefengeothermischen Projekten bewertet. Er sagt in Bezug auf den Standort Berlin: „Insbesondere poröse und durchlässige Sandsteine im Wechsel mit weniger durchlässigen Tonsteinen können aufgrund ihrer hohen Wasserspeicher -und -durchlässigkeit günstige Voraussetzungen für die Nutzung von Tiefengeothermie bieten.“

Bei geeigneten geologischen Randbedingungen ist tiefe Geothermie für viele Standorte wahrscheinlich die einzig sinnvolle Variante.“
Volker Jungk Geschäftsführer AKVO GmbH

Investitionen und Fündigkeitsrisiko: Die Hürden der Tiefengeothermie

Um die Potenziale der Wärmeversorgung durch Tiefengeothermie für die Hauptstadt ermitteln zu können, müssen Gelder zunächst in die Erschließung der Wärmequelle investiert werden. Das kann laut Jungk sehr teuer werden und lange dauern. Zusätzlich bestünde ein sogenanntes Fündigkeitsrisiko – also die Gefahr, nicht auf das zuvor prognostizierte Vorkommen an Wärmemenge zu stoßen.

Die hohen Investitionskosten, die aufgrund des Risikos anfallen, seien ein großes Hemmnis. Zudem sagt Jungk, dass die Erkundung des Untergrundes „noch in den Kinderschuhen“ stecke, obwohl aufgrund der ehemaligen Kohlenwasserstofferkundung in den ostdeutschen Bundesländern bereits ein sehr guter Kenntnisstand vorhanden sei. 

Da das Wissen über die tiefengeothermischen Potenziale ausgebaut werden muss, bedarf es sowohl Machbarkeitsstudien als auch komplexer 3D-Modellierungen des Untergrundes.

Modell einter Entnahmestelle für Tiefengeothermie.

Bevor Tiefengeothermie eingesetzt werden kann, bedarf es einer komplexen Untersuchung des Untergrundes

Weniger Risiko für Investoren: Neue Förderung soll Geothermie beschleunigen

Ab Dezember 2025 gibt es eine neue Förderung für den Ausbau der Tiefengeothermie, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Versicherer Munich Re auf den Weg gebracht wurde. Jungk bezeichnet die vom Bund, der KfW, und der Munich RE gemeinsam getragene Fündigkeitsabsicherung als Meilenstein. 

Er erhofft sich von der Finanzierung einen wesentlichen Beschleunigungsfaktor, da sie tiefengeothermische Projekte so für Kommunen und Investoren planbarer machen sollte. Zusätzlich unterstützt die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) nicht nur Wärmeerzeugungsanlagen, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur. Was die Wirtschaftlichkeit der Förderung anbelangt, sagt Jungk, dass dies vom Wärmebedarf des Abnehmers und den Bedingungen vor Ort abhinge. 

„Geht man davon aus, dass in Zukunft nur noch klimaneutrale Wärme genutzt wird und weiterhin auf Kernkraft verzichtet wird, verbleiben für große Wärmeabnehmer eigentlich nur noch Abwärme, tiefe Geothermie und vielleicht grüner Wasserstoff. Bei geeigneten geologischen Randbedingungen ist tiefe Geothermie für viele Standorte wahrscheinlich die einzig sinnvolle Variante.“

Energieeffizienz bei Immobilien: „Selten zuvor gab es so viel Innovationsdynamik“
Porträt von Dietmar Deunert, CEO eZeit Ingenieure, bei einer Baubegehung.
eZeit Ingenieure Energieeffizienz bei Immobilien: „Selten zuvor gab es so viel Innovationsdynamik“
Lesezeit: 3 Minuten
Luisa Deppe
Geothermie in Berlin: Erste Messungen zeigen großes Potenzial
Blick auf eine Straße und mehrere Wohnblöcke in Berlin-Lichtenberg.
Energiewende Geothermie in Berlin: Erste Messungen zeigen großes Potenzial
Lesezeit: 1 Minute

Berlin muss bei der nachhaltigen Wärme schneller werden

„Wie hoch genau das Potenzial in Berlin sein wird, werden die geplanten 3D-Seismikmessungen zeigen, welche für 2027 vorgesehen sind,“ betont Jungk. Besonders kritisch sieht Jungk die Verzögerungen, die mit dem Nichteinhalten der Roadmap Geothermie Berlin einhergehen würden. Zunächst seien nämlich 12 Bohrungen zur Erkundung des tiefen Untergrundes geplant gewesen, nun seien es nur noch 4. 

Laut Jungk sei dies besonders ärgerlich, da Testbohrungen unabdingbar seien. Stattdessen würden zeitlich parallel stattfindende Bohrungen den Prozess merklich beschleunigen. Welchen langfristigen Effekt die neuen Finanzierungen auf die Potenzialerschließung der Tiefengeothermie in Berlin haben werden, wird sich noch zeigen.