"Mehr zu bauen, entlastet am stärksten"

Wiens Bürgermeister warnt vor Vergesellschaftung in Berlin

Michael Ludwig hält die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin für den falschen Weg. Im Tagesspiegel-Interview verweist der Wiener Bürgermeister auf hohe Kosten und mögliche Folgen für den privaten Wohnungsbau. Sein Rezept gegen den Wohnungsmangel: mehr bauen.

Zu sehen ist ein Mann im grauen Sakko, dem ein Mikrofon hingehalten wird. Es handelt sich um den Bürgermeister der Stadt Wien in einem Interview.

Michael Ludwig von der SPÖ ist seit 2018 Bürgermeister und Landeshauptmann der österreichischen Hauptstadt Wien.

Ludwig bezweifelt, dass Berlin die finanziellen Folgen einer Vergesellschaftung tragen kann. Zugleich warnt er, der Bürgermeister einer Stadt, in der 65 Prozent der Bevölkerung in öffentlich geförderten Wohnungen wohnen, vor den Signalen an die Bauwirtschaft: Wenn für Eigentümer und Investoren keine verlässlichen Rahmenbedingungen bestünden, könne dies die Bereitschaft zu neuen Bauvorhaben bremsen. „Da baut kein Mensch mehr“, bringt es Ludwig im Interview auf den Punkt.

Statt bestehende Wohnungen zu übernehmen, setzt Ludwig auf zusätzlichen Wohnraum. „Mehr bauen. Ich glaube, das ist die größte Entlastung, die man herbeiführen kann“, sagt der Wiener Bürgermeister. Entscheidend seien dabei auch das Grundstücksmanagement und die Frage, wie sich kostengünstige Wohnungen schaffen lassen. „Aber mehr zu bauen, entlastet natürlich den Wohnungsmarkt am stärksten.“