IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Neuer Heavy Hub in Grünau

Schwergutlogistik in Berlin: Neuer Umschlagplatz am Teltowkanal

Die Müller-Zeiner Industrieverpackungen GmbH hat in Grünau einen effizienten und klimafreundlichen Umschlagplatz für Schwergut geschaffen.

Von: Dr. Lutz Kaden
Zu sehen ist ein Lkw-Kran, der Ladung auf einem Wasser-Umschlagplatz verlädt.

Der neue Wasserweg durch den Teltowkanal erspart aufwendige Schwertransporte über Berlins Straßen und Brücken.

Seit dem 30. Juli ist Berlin um einen Hafen reicher. Mit der ersten Schiffsentladung an der grundsanierten Kaianlage in Grünau konnten die privaten Betreiber den neuen Heavy Hub am Teltowkanal in Betrieb nehmen. Für diese Erfolgsgeschichte hatte das Unternehmen Müller-Zeiner Industrieverpackungen GmbH zuvor allein 2,5 Mio. Euro in den Standort investiert.

Für die Wiederöffnung der stillgelegten Umschlagsanlage eines ehemaligen Betonplattenwerks musste die Kaikante statisch genau geprüft, umgebaut und intensiv saniert werden. Im Teltowkanal selbst mussten Untiefen beseitigt werden, die durch die Schrauben der anlegenden Schiffe verursacht wurden. Dafür wurden gleich mehrere Genehmigungen gebraucht, vom Verkehrssenat des Landes und vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt des Bundes. „Für die reibungslose Zusammenarbeit mit den Behörden bin ich sehr dankbar“, sagte Gabriele Köstner, die Geschäftsführerin der Müller-Zeiner Industrieverpackungen GmbH, bei der Eröffnung.

Zu sehen ist eine Frau mit Brille und etwa schulterlangen blonden Haaren, die neutral in die Kamera schaut. Sie trägt ein schwarzes Sakko.
Wir können nicht nur Lieferzeiten verkürzen und Kosten sparen. Vor allem haben wir Ressourcen geschont.“
Gabriele Köstner Geschäftsführern Müller-Zeiner Industrieverpackungen GmbH

Heavy Hub in Grünau verbindet Logistik und Nachhaltigkeit

Mit der Kaianlage ist nun ein Logistikstandort entstanden, der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ganz praktisch verbindet. Er ermöglicht die direkte taggleiche Belieferung des Industriestandorts Moabit, wo für die Logistik der Platz nicht mehr ausreicht. Dabei können die Werkstücke jetzt aus dem Hamburger Hafen per Binnenschiff nach Berlin kommen. Und das hat gleich mehrere Vorteile. Der Lkw-Transport der Großbauteile über die Autobahn brauchte bisher jeweils aufwendige Genehmigungen und begleitete nächtliche Schwerlasttransporte. Nun können Baustellen, Straßensperrungen und lastbeschränkte Brücken buchstäblich umschifft werden.

Diese Entlastung des Straßennetzes von 260 Tonnen Fracht pro Monat hat auch erhebliche ökologische Vorteile. Beim Transport per Schute fallen im Vergleich zum Lkw rund zwei Drittel weniger CO2-Emissionen an. „Wir wollen so pro Jahr 350 Lkw-Frachten einsparen“, sagt Gabriele Köstner.

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Vorausgegangen war eine Anfrage eines Großkunden Ende 2023 zur Erweiterung des mit Müller-Zeiner bestehenden Logistikvertrages und damit zur langfristigen Sicherung der Fertigung in Berlin. Gefragt waren die ganzjährige Bereitstellung und Bewirtschaftung von 6.000 Quadratmetern Schwerstgutlager mit Krananlagen für Großkomponenten mit einem Gewicht von bis zu 80 Tonnen. Diese Kombination ist heute in Berlin kaum zu finden. Und doch konnte das eine Berliner Traditionsunternehmen die Anforderungen des anderen in nur sieben Monaten umsetzen.

Dafür wurde das seit Langem stillgelegte Betonwerk in Grünau reaktiviert. Der massive Betonboden machte den Einbau von Kränen bis 80 Tonnen und das Handling der schweren Bauteile in der riesigen Halle möglich. „Beim Umbau haben wir bewusst so viel Bestand wie möglich erhalten. Vorhandene Kräne wurden modernisiert, weitere generalüberholt eingebaut“, erzählt Gabriele Köstner. „So konnten wir nicht nur Lieferzeiten verkürzen und Kosten sparen. Vor allem haben wir Ressourcen geschont.“ Hätte man einen vergleichbaren konventionellen Neubau errichtet, hätte allein der dafür nötige Stahlbeton rund 2.200 Tonnen CO2 bedeutet.

Schwerlastverkehr in Berlin: Wasserwege entlasten das Straßennetz

Und ab jetzt kann die Schwerguthalle auch wieder ihren Standortvorteil ausspielen, so nah am Wasser gebaut zu sein. Und das ist auch für Berlin dringend nötig, kämpft doch der Wirtschaftsverkehr mit immer mehr Sperrungen und Einschränkungen. Für den schweren Güterverkehr sind die vielen maroden Brücken besonders problematisch, da sie zuerst für Lkw gesperrt werden. So wird das Netz, das für die Logistik schwerer Güter genutzt werden kann, immer dünner. Während die Autobahn GmbH des Bundes die Ringbahnbrücken am Autobahndreieck Funkturm in Rekordzeit ersetzt, muss Berlin nach seinem Masterplan bis 2045 noch 175 Brücken ersetzen.

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Berlin braucht den Wasserweg

Doch die industrielle Basis des Wirtschaftsstandortes Berlin ist auch auf Schwerguttransporte angewiesen. Die großen Gasturbinen aus Berlin gehören zu den leistungsstärksten der Welt und bringen fertig rund 550 Tonnen auf die Waage. Deshalb werden sie seit Jahren über die RoRo-Rampe der Behala an der Huttenstraße verschifft. Auch den Spandauer Südhafen baut die Behala derzeit aus. Der Westhafen wiederum ist längst ein zentraler Logistik-Hub der Stadt.

Nun darf nicht abgewartet werden, bis das Niedrigwasser, das heute schon die Elbe, den Rhein und die Donau in Teilen unbefahrbar macht, auch die Berliner Gewässer betrifft. Wenn auch die Schwergutshuttles wenig Tiefgang haben, gilt es jetzt, Lösungen zu suchen und zu finden, damit Berlin auch in Zukunft am Wasser gebaut bleibt.

125 Jahre Müller-Zeiner

Holz und Innovationen haben im Familienunternehmen Müller-Zeiner seit Generationen Tradition. Das 1900 im Frankenwald als Sägewerk und Holzhandel gegründete Unternehmen begann 1956 in Berlin-Tempelhof mit der Kistenfertigung. 1972 folgten in Neukölln Palettenfertigung und Verpackungsdienstleistung. Nach dem Mauerfall entstand in Schenkendorf ein größeres Palettenwerk, 2000 der Holzverpackungsstandort Berlin-Moabit. Heute arbeitet Müller-Zeiner an fünf eigenen und vier Onsite-Standorten.