IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Handel

wohndesign berlin: Einrichtungsstudio setzt auf stationären Handel statt Onlineverkauf

Seit 30 Jahren behauptet sich wohndesign berlin mit ausgewählten Designermöbeln und persönlicher Beratung. Doch reicht dieses Konzept aus, um in einem schnelllebigen Markt zu bestehen?

Von: Laurenzia Kiesche
Blick in die Verkaufsräume von wohndesign berlin

45 Hersteller beliefern wohndesign berlin mit Designerstücken, die ihren Preis haben. Ein Sofa kostet dort selten weniger als 2.000 Euro, Deckenlampen liegen häufig bei mehreren hundert Euro.

Der stationäre Einzelhandel in Berlin erlebt einen Umbruch. Immer mehr Läden müssen schließen, in Einkaufsstraßen und -zentren der Stadt herrscht Leerstand. Ein Grund dafür ist der wachsende Onlinehandel. Diese Entwicklung zeigt sich – wenn auch weniger stark als in anderen Einzelhandelsbereichen – auch in der Einrichtungsbranche, wie aus dem nline-Monitor des Handelsverbandes Deutschland hervorgeht.

Bei einem Berliner Einrichtungsstudio zeichnet sich ein anderes Bild ab: Rund 85 Prozent des Umsatzes von wohndesign berlin kommt durch das Ladengeschäft zustande, nur etwa 15 Prozent durch den Onlinehandel.

Die kleine Berliner Firma mit drei Mitarbeitenden bewährt sich damit seit 30 Jahren – doch wie besteht es gegen wachsende Möbelriesen und dem Trend zum Onlineshopping?

Möbelgeschäft in Berlin: Nähe zum Kunden als Erfolgsfaktor

Stefan Röske, Inhaber von wohndesign berlin, ist überzeugt: „Es gibt immer noch genug Menschen, die gerne in Geschäfte gehen, Möbel ausprobiern und sich beraten lassen wollen.“ Auf genau dieser persönlichen Beratung baut sein Geschäftsmodell auf.

Je nach Raumgröße, Budget sowie Stil- und Materialvorlieben wählen er und sein Team passende Möbelstücke aus und stellen sie für ihre Kundinnen und Kunden zusammen. „Jeder muss seine Nische finden und für uns ist es die individuelle Einrichtung“, sagt Röske.

Porträtfoto von Stefan Röske, Geschäftsführer wohndesign berlin

Stefan Röske gründete wohndesign berlin vor 30 Jahren. Als er Anfang der 1990er-Jahre nach Berlin kam, führte er zunächst eine Montagefirma – dann widmete er sich der Einrichtungsbranche.

Das Einrichtungsstudio in Schöneberg bietet Designerstücke – von Sofas über Tischlampen bis hin zu Gartenstühlen – aus einem Sortiment von 45 Herstellern an, von denen rund 20 zum festen Bestand gehören.

Wir haben während Corona gemerkt, dass wir kein reiner Online-Händler sind.“
Stefan Röske Inhaber von wohndesign berlin

Dass der Verkauf über das stationäre Geschäft besser funktioniert, hängt auch mit der Kundschaft zusammen: Sie ist überwiegend zwischen 40 und 70 Jahre alt, bereit, für individuelle und hochwertige Möbel mehr zu investieren, und legt Wert darauf, persönlich beraten zu werden.

Außenansicht des Ladens von wohndesign berlin

2019 zog der Laden von wohndesign berlin von der Kantstraße nach Schöneberg – nahe des Viktoria-Luise-Platzes.

Der Fokus auf den direkten Kundenkontakt hat sich während der Pandemie noch einmal gefestigt. Kurz zuvor war der Laden von Charlottenburg nach Schöneberg umgezogen, ehe er 2020 während des Lockdowns vorübergehend schließen musste. Der Verkauf lief nur noch online oder telefonisch.

„Wir haben während Corona gemerkt, dass wir kein reiner Online-Händler sind. Wir brauchen den persönlichen Kontakt, nicht den Austausch mit einem Chatbot“, sagt Röske.

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Künstliche Intelligenz in der Wohnraumgestaltung

Zugleich ist ihm das Potenzial von Künstlicher Intelligenz bewusst. In der Beratung nutzt er KI unter anderem bei der Planung kompletter Wohnungs- oder Hauseinrichtungen. Die Technologie hilft dabei als visuelle Unterstützung: „Der Kunde bringt ein Foto des Zimmers mit und die KI setzt meine Möbel in den Raum ein.“

Blick in den Showroom von wohndesign berlin in Schöneberg

Der Laden von wohndesign berlin in Schöneberg dient als Verkaufsfläche und Showroom in einem.

Als Unternehmen müsse man mit der Zeit gehen, weiß Röske: „Handgefertigte Entwürfe will keiner mehr. Das läuft heute über Grafikprogramme oder noch einfacher mit KI. Das muss man integrieren, um zukunftsfähig zu bleiben.“ Aber angewiesen sei er darauf nicht. „Die meisten Sachen können wir immer noch im persönlichen Gespräch klären.“ Und dafür brauche es keine KI.

Seit der Gründung von wohndesign berlin im Jahr 1996 hat sich die Branche stark gewandelt. Während früher persönliche Netzwerke entscheidend waren, prägen heute Onlinehandel und digitale Technologien den Markt. 

Eines habe sich jedoch Röske zufolge nicht verändert: Der Schritt in die Selbstständigkeit sei nach wie vor herausfordernd. „Ich habe den allergrößten Respekt vor Menschen, die heute noch eine Firma gründen und all die Hürden auf sich nehmen.“