Zu sehen ist die Frage "WTF is IHK", darauf die Antwort: Offizieller Partner der Berliner Wirtschaft.

WTF is IHK?

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IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Effiziente Zollabwicklung

Das Carnet ATA wird digital: Was Berliner Unternehmen zum neuen Verfahren wissen müssen

Ab dem 1. Juni wird das Carnet ATA – der Reisepass für Waren – für die EU, die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich volldigital. Was sich für Berliner Unternehmen ändert – und wo typische Stolperfallen liegen.

Von: Aaron Baumgart
Eine Zöllnerin füllt ein Dokument aus. Ansicht von hinten.

Das digitale Carnet ATA soll die temporäre Einfuhr von Waren ins Ausland erleichtern.

  • Das Carnet ATA wird digital und gilt ab dem 1. Juni 2026 für die EU, die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich
  • Antragstellende erhalten zukünftig einen QR-Code, der an der Grenze vorgezeigt wird
  • Ende 2027 soll das digitale Carnet ATA in allen 80 teilnehmenden Ländern eingeführt werden

Für viele Berliner Unternehmen gehört das Carnet ATA zum internationalen Geschäftsalltag. Denn wer Waren vorübergehend ins Ausland bringt – etwa Messeausrüstung, Warenmuster oder Technik für Projekte – benötigt das Dokument für eine reibungslose Einfuhr. Ab dem 1. Juni 2026 ändert sich für Reisen zwischen der Europäischen Union, der Schweiz, Norwegen und dem Vereinigten Königreich ein zentraler Punkt: Das Carnet ATA wird volldigital. Das Verfahren bleibt bestehen, das Papierheft verschwindet.

Zur Einführung des digitalen Carnet ATA bietet die IHK Berlin eine Online‑Beratungssprechstunde an. Der erste Termin findet am 3. Juni um 11 Uhr statt. Zur Anmeldung: www.ihk.de/berlin/termin-digitalesCarnet 

Alle weiteren Informationen zum digitalen Carnet ATA: https://www.ihk.de/berlin/service-und-beratung/international/export/carnet-a-t-a-uebersicht

Für Unternehmen bedeutet das vor allem: weniger Papier, dafür mehr digitale Vorbereitung. Die Beantragung des Carnet ATA läuft weiterhin über das bekannte Antragsportal. Nach der Genehmigung werden die Carnet-Daten per eCarnet-ID und PIN in eine App oder Desktop-Anwendung übertragen. An der Grenze wird dann kein Heft mehr vorgelegt, sondern ein QR-Code. Dieser kann intern an reisende Mitarbeitende oder an Speditionen weitergegeben werden.

Die Umstellung betrifft zunächst die EU, die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich. Perspektivisch soll das digitale Carnet ATA jedoch weltweit ausgerollt werden. Die Internationale Handelskammer verfolgt das Ziel, das eCarnet bis voraussichtlich Ende 2027 in allen rund 80 teilnehmenden Ländern einzuführen.

Das digitale Carnet ATA sorgt für Zeitersparnis und Flexibilität

Erprobt wurde das neue Verfahren bereits in einem Pilotprojekt, an dem unter anderem die IHK Berlin beteiligt war. Gemeinsam mit weiteren Kammern, Unternehmen, Zollstellen und internationalen Partnern wurden seit 2024 Praxistests durchgeführt. Auch die Berliner NET CHECK GmbH, die Mobilfunkmessungen im Auftrag ihrer Kunden durchführt, war Teil der Testphase.

Für NET CHECK ist das Carnet ATA ein wichtiges Arbeitsinstrument. „Für die vorübergehende Ein- und Ausfuhr unserer dafür benötigten Berufsausrüstung in Drittländer ist das Carnet ATA als internationales Zolldokument sozusagen der Reisepass für unsere Berufsausrüstung“, sagt Birka Mundt, Technical Support Engineer bei NET CHECK. 

Das Unternehmen nahm am Pilotprojekt teil, um sich frühzeitig auf die digitale Umstellung vorzubereiten, Prozesse kennenzulernen und eigene Erfahrungen einzubringen.

Nur keine Berührungsängste. Sowohl die Carnet-App als auch die Desktop-Version sind sehr übersichtlich und selbsterklärend gestaltet.“
Birka Mundt Technical Support Engineer

In der Praxis zeigte sich: Der digitale Ablauf vereinfacht die Handhabung. Das beantragte Carnet wird über ID und PIN in die App oder Desktop-Version geladen. Dort können weitere Schritte vorbereitet werden, etwa die Aktivierung beim Zoll oder die Planung einzelner Reisen. Für die Zollabfertigung werden QR-Codes erstellt, die anschließend an die reisenden Mitarbeitenden weitergeleitet werden.

„Ganz klare Vorteile sind Zeitersparnis, Flexibilität und Übersichtlichkeit“, so Birka Mundt. „Bei Verwendung des Papier-Carnets muss immer sichergestellt sein, dass der zugeteilte Messtechniker die richtigen Dokumente zur Berufsausrüstung mitführt. Zukünftig reicht dann die Zusendung der QR-Codes an den Messfahrer.“

Ansicht der Desktop-Version für das digitale Carnet ATA

Die Desktop-Anwendung und mobile App sind übersichtlich und intuitiv aufgebaut.

Keine Berührungsängste beim digitalen Carnet ATA

Ganz ohne Vorbereitung geht es dennoch nicht. Unternehmen sollten rechtzeitig klären, wer intern für Antragstellung, Datenübernahme und Weitergabe der QR-Codes zuständig ist. Auch die nötigen Endgeräte – Smartphone, Tablet oder Laptop – müssen vorhanden und getestet sein. Wichtig ist außerdem: Für die Reisevorbereitung braucht es eine Internetverbindung. Sind die QR-Codes einmal erzeugt und weitergegeben, ist unterwegs keine dauerhafte Online-Verbindung erforderlich.

Typische Stolpersteine liegen weniger im Verfahren selbst als in der Organisation. Wer Zugriff und Endgeräte erst am Abreisetag prüft oder den QR-Code nur bei einer Person speichert, riskiert Verzögerungen. Auch reisende Mitarbeitende sollten vorab wissen, wie sie den Code vorlegen und was sich gegenüber dem Papierheft ändert.

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Die Erfahrung aus der Testphase fällt bei der NET CHECK GmbH positiv aus. Anfangs habe es zwar Unsicherheit gegeben, etwas falsch einzugeben und damit die Abfertigung zu erschweren, sagt Mundt. „Das hat sich sehr schnell als unbegründet erwiesen.“ Wünschenswert wäre lediglich noch die Möglichkeit, Anhänge wie Vollmächte in die Anwendung zu laden. 

Schließlich hat Birka Mundt noch einen Rat an andere Berliner Unternehmen: „Nur keine Berührungsängste. Sowohl die Carnet-App als auch die Desktop-Version sind sehr übersichtlich und selbsterklärend gestaltet. Bei Fragen steht die IHK Berlin mit Rat und Tat zur Seite.“