Köpfe der Berliner Wirtschaft

Vorgestellt: Christopher Lansloot, Kindaling GmbH

Seit zehn Jahren führt Christopher Lansloot das Unternehmen Kindaling GmbH - zusammen mit fünf Mitarbeitenden, und das ausnahmslos im Homeoffice. Sie betreiben einen digitalen Marktplatz für Kinderkurse und Familienaktivitäten. Mit uns spricht Lansloot über Freizeit-Trends und wieso internationale Krisen auch Auswirkungen auf sein Geschäft haben.

Ulrike Menn
Auf dem Bild ist ein Mann mit Bart und Glatze zu sehen, der in die Kamera lächelt.

Dass Christopher Lansloot Vater wurde, motivierte ihn, das Parent-tech Unternehmen Kindaling zu gründen.

Was ist ihr Business? 

Wir sind dafür da, Eltern bei der Freizeitgestaltung mit ihren Kindern zu unterstützen. Wir bündeln alle Freizeitaktivitäten auf einer Online-Plattform, machen damit den ganzen Markt transparenter und für Eltern einfacher und schneller auffindbar. Das Beste ist: Eltern können die Angebote auch direkt bei uns buchen. Bisher gab es für diesen Markt keine zentrale Anlaufstelle. Wir haben die Branche digitalisiert und sind quasi das Airbnb für Kinderkurse und Feriencamps. Wobei wir natürlich lokal agieren - und das inzwischen in 14 Städten.

 

Sie haben über 2000 Angebote - welche sind besonders gefragt? 

Im Sommer natürlich die Feriencamps, das reicht von Kunstworkshops bis hin zu Fußball- und Tanzcamps. Erste Hilfe Kurse für Erwachsene, die gerade Eltern geworden sind, werden besonders oft gebucht. Dann Kinderschwimmen natürlich und alle Sportkurse, Bewegungsangebote und auch Sprachen. Im Trend sind die ganzen Coding und KI-Geschichten, da gibt es mittlerweile ein große Auswahl. Was wir in letzter Zeit auch beobachten: Kurse für Selbstbehauptung und zur Stärkung des Selbstbewusstseins sowie Anti-Mobbing-Kurse sind zunehmend stärker nachgefragt, um Kinder bestmöglich auf Kita und Schule vorzubereiten. 

Aus welcher Motivation heraus sind Sie Unternehmer geworden?

Meine Eltern sind beide auch selbstständig, wenn auch in einer ganz anderen Branche. Aber somit war das schon immer ein bisschen im Hinterkopf. Ich war lange bei eBay, zu einer Zeit, als eBay noch ein junges und stark wachsendes Unternehmen war. Das war schon beeindruckend, in die digitale Online-Welt einzutauchen. Ich habe da in verschiedenen Positionen gearbeitet und das Geschäftsmodell des Online-Martkplatzes gut kennengelernt. Dann sind immer so ein paar Ideen hängen geblieben und als ich selber Vater wurde, hat es mich nicht losgelassen, dass man alles online buchen kann - vom Friseurtermin bis zur Flugreise - aber den PEKiP- Kurs nicht. Stattdessen brachte die Hebamme einen Stapel Papier-Flyer mit. Im Austausch mit Anbietern von Kinderkursen wurde mir klar, wie cool es für beide Seiten wäre, eine Plattform für Kinder-Freizeit-Aktivitäten zu entwickeln. 

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Jana Illhardt

Was hindert ihr Wachstum? Was müsste sich ändern? 

Eine Herausforderung für uns ist, dass die KI das Suchverhalten der Eltern verändert. Sie landen nicht mehr direkt auf einer Webseite, sondern fragen die KI nach einem Angebot. Diese Transition ist nicht ganz einfach, aber wir fühlen uns da gut aufgestellt. 

Mehr zu schaffen macht uns aber der Inflations-Schock und die globale Situation mit ihren multiplen Krisen. Wir verkaufen ein Konsumprodukt, dem nicht immer die allerhöchste Priorität eingeräumt wird. Bevor ich die Ferienbetreuung für meine drei Kinder buche, möchte ich sicherstellen, dass die Grundbedürfnisse meiner Familie – Wohnen, Heizen, Lebensmittel – gedeckt sind. Wir merken schon, dass der Gürtel bei den Familien etwas enger geschnallt wird. Diese ganzen Konflikte, diese ganzen externen Schocks bringen einfach viel durcheinander. Umso weniger Konflikte es gibt, umso glücklicher die Menschen sind, umso mehr ist Zeit und Geld für Familie und Kinder da. Und das ist ja unsere Mission: Die Kindheit unvergesslich zu machen.