IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Erneuerbare Energien

NeXtWind: Repowering von Windkraftanlagen – aus Alt mach Neu

1,8 Milliarden Euro hat NeXtWind für den weiteren Ausbau seiner Windparks gesichert. Wie das Berliner Unternehmen mit Repowering aus alten Anlagen leistungsstarke Energie-Standorte macht.

Von: Jens Bartels
Zwei Windräder stehen hintereinander in einem Feld

Nextwind kauft und modernisiert ältere Windparks

Die Uhr tickt. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Zur Erreichung dieses Ziels spielt ein schneller Ausbau der Windenergie eine zentrale Rolle. Das Repowering von Windkraftanlagen ist dabei ein wichtiger Baustein, um die Kapazität der erneuerbaren Energien schnell zu erhöhen. Beim Repowering werden alte Windkraftanlagen durch moderne Modelle der neuesten Generation ersetzt. Dies führt zu einer erheblichen Steigerung der Stromproduktion. Das Klimaschutzgesetz schreibt die Netto-Treibhausgasneutralität Deutschlands bis 2045 weiterhin verbindlich fest.

Wie groß das Potenzial ist, zeigt NeXtWind: Bei mehr als der Hälfte seiner 37 Windparks plant das Unternehmen, die Erzeugungskapazität durch Modernisierung bis 2028 etwa zu vervierfachen.

Mit Windenergie zum grünen Stromerzeuger

Genau darin ist die Geschäftsidee von NeXtWind begründet. Im Fokus des Berliner Unternehmens steht der Kauf älterer Windparks und die anschließende Revitalisierung und Optimierung durch Repowering. Erst im Jahr 2020 von Lars B. Meyer, Werner Süss und Ewald Woste gegründet, hat sich NeXtWind in kurzer Zeit zu einem etablierten Anbieter auf dem deutschen Onshore-Windmarkt entwickelt. Das Ziel ist, mit Windenergie zu einem der führenden unabhängigen europäischen Stromerzeuger zu werden.

Ein Pluspunkt ist dabei, dass das gesamte Führungsteam schon vor der Gründung in der Energiewirtschaft tätig war. Zum Management gehören aktuell unter anderem die beiden Co-CEOs Lars B. Meyer und Werner Süss sowie CFO Lisa-Sophie Kleiß und COO Urban Keussen.

Blick auf ein Bürogebäude der Firma Nextwind

Blick aus dem Nextwind-Büro im Charlottenburger Upper West: Auf Nabenhöhe von Windrädern

Blick über die Hauptstadt

Das Unternehmen residiert in luftiger Höhe in Berlin-Charlottenburg. „Unsere Büros im 31. und 32. Stock des Upper West Towers in Berlin-Charlottenburg liegen mit 105 Metern auf Nabenhöhe einiger unserer Windräder – ein Perspektivwechsel, der uns bildlich in die Position eines Windrades versetzt und unsere enge Verbindung zu unseren Parks verdeutlicht“, sagt Lars B. Meyer.

„Gleichzeitig ist das Upper West eines der markantesten Gebäude der Hauptstadt und reflektiert mit seiner zentralen Lage und Höhe unsere Positionierung und Vision, die Energiewende aktiv voranzutreiben“, fügt Meyer hinzu. Das größere Büro im Upper West bezog NeXtWind Anfang 2025. Der Berliner Unternehmenssitz befindet sich weiterhin in der Kantstraße 164.

NeXtWind baut das Windpark-Portfolio aus

NeXtWind betreibt heute 37 Standorte mit rund 500 Megawatt installierter Leistung. Gleichzeitig befinden sich nach Unternehmensangaben Projekte mit mehr als 1,9 Gigawatt Leistung in Genehmigungs- und Bauprozessen. Bis 2028 soll die gesamte Erzeugungskapazität auf mehr als drei Gigawatt steigen.

Einen wichtigen Wachstumsschritt machte das Unternehmen Anfang 2025 mit der Übernahme von zwölf Windparks in West-, Nord- und Ostdeutschland. Die Anlagen waren zwischen 2007 und 2011 errichtet worden und verfügten zum Zeitpunkt der Übernahme zusammen über eine Leistung von 140 Megawatt. Durch Repowering und weitere Optimierungen will NeXtWind diese auf deutlich mehr als 300 Megawatt steigern.

Wie solche Projekte konkret aussehen, zeigt aktuell der Windpark Lütau in Schleswig-Holstein. Für den zweiten Bauabschnitt hat NeXtWind sieben neue Nordex-Anlagen mit zusammen knapp 40 Megawatt bestellt. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2027 vorgesehen. Zusammen mit dem bereits laufenden ersten Abschnitt soll der Standort dann auf 68,4 Megawatt Gesamtleistung kommen.

Portrait von Lars Meyer, Nextwind

Lars B. Meyer ist Mitgründer und Managing Partner der Nextwind Management GmbH

Die deutsche Hauptstadt ist nicht nur ein politisches Zentrum, sondern auch ein Hotspot für Start-ups und Technologiefirmen.“
Lars B. Meyer Mitgründer und Managing Director

1,8 Milliarden Euro für moderne Windräder

„Wir verfolgen eine klar definierte und ehrgeizige Wachstumsstrategie, um uns bis Ende des Jahrzehnts als führender, innovativer Energieproduzent und -bereitsteller von erneuerbarer Energieinfrastruktur in Deutschland und Europa zu etablieren“, betont Lars B. Meyer.

Zusätzlich zum Ausbau und Betrieb bereitet das Führungsteam die Windparks auf Erweiterungen durch Solar-PV und Batteriespeicher vor, um die bestehende Netzinfrastruktur noch besser nutzen zu können. Aus klassischen Windparks sollen auf diese Weise sogenannte Clean Energy Hubs werden, die unterschiedliche Technologien an einem Standort verbinden.

Bei diesen ambitionierten Zielen hilft die starke Finanzierungsbasis. Von Sandbrook Capital, dem Public Sector Pension Investment Board (PSP Investments) und IMCO erhielt NeXtWind Eigenkapitalzusagen von insgesamt 750 Millionen US-Dollar.

Hinzu kommt eine international syndizierte Fremdkapitalfinanzierung über 1,8 Milliarden Euro, die NeXtWind im November 2025 abschloss. Das ursprünglich auf 1,4 Milliarden Euro ausgelegte Volumen wurde wegen der hohen Nachfrage um 400 Millionen Euro erweitert. Das Kapital soll insbesondere für den Ankauf, das Repowering und die Optimierung weiterer Windparks eingesetzt werden.

Repowering wird für die Windkraft immer wichtiger

Auch bundesweit wächst die Bedeutung des Repowerings. Ende 2025 waren in Deutschland Onshore-Windkraftanlagen mit insgesamt 68,1 Gigawatt Leistung installiert. Bis 2030 sieht das Erneuerbare-Energien-Gesetz 115 Gigawatt vor. Dafür müssten im Schnitt jährlich 9,4 Gigawatt hinzukommen.

Im ersten Halbjahr 2026 gingen 423 neue Windenergieanlagen an Land mit zusammen 2.363 Megawatt Leistung in Betrieb. 135 Anlagen mit 770 Megawatt entfielen auf Repowering-Projekte. Das entspricht knapp einem Drittel der neu installierten Leistung.

Gerade ältere Standorte sind dabei interessant: Flächen sind bereits erschlossen, Netzanschlüsse vorhanden und die Windverhältnisse bekannt. Moderne Turbinen können zudem deutlich mehr Strom produzieren als ältere Anlagen.

Fachkräfte für Repowering

Aber auch die bewusste Entscheidung für die Hauptstadt als Unternehmenssitz ist ein wichtiger Faktor für das Wachstum. „Berlin wurde 2020 als Unternehmenssitz gewählt, da die Stadt ideale Voraussetzungen für ein schnell wachsendes und innovationsgetriebenes Unternehmen wie NeXtWind bietet“, erzählt Lars B. Meyer. „Denn die deutsche Hauptstadt ist nicht nur ein politisches Zentrum, sondern auch ein Hotspot für Start-ups und Technologiefirmen.“

Berlin vereint nach Überzeugung des Co-CEOs wirtschaftliche Dynamik mit kultureller Vielfalt und internationalem Flair – ein Umfeld, das Innovation und kreatives Denken fördert. Zudem bietet die Stadt einen großen Pool an hoch qualifizierten Talenten. Dies erleichtert NeXtWind die Rekrutierung von Fachkräften, angefangen bei Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Spezialistinnen und Spezialisten für Repowering über Projektentwicklung bis hin zu Finance und IT.

Was sind Clean Energy Hubs?

NeXtWind will seine Windparks langfristig zu sogenannten Clean Energy Hubs weiterentwickeln. Dabei soll Windkraft mit weiteren Technologien wie Photovoltaik und Batteriespeichern kombiniert werden.

Der Vorteil: Bereits vorhandene Flächen und Netzanschlüsse können umfassender genutzt werden. Batteriespeicher ermöglichen zudem, Strom zeitlich flexibler ins Netz einzuspeisen. NeXtWind sieht darin den nächsten Schritt nach dem klassischen Repowering.

Finanzierung
1,8 Mrd. Euro
hat NeXtWind 2025 über eine internationale Konsortialfinanzierung gesichert.
Repowering-Pipeline
mehr als 1,9 GW
befinden sich nach Unternehmensangaben aktuell in Genehmigungs- und Bauprozessen.
Team
mehr als 100
Fachkräfte aus über 15 Nationen arbeiten bei NeXtWind in Berlin und London.
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Mehr als 100 Fachkräfte bei NeXtWind

Wie stark das Unternehmen gewachsen ist, zeigen die Beschäftigtenzahlen. Anfang 2024 arbeiteten noch rund 30 Menschen bei NeXtWind, Anfang 2025 waren es bereits 80. Heute nennt das Unternehmen mehr als 100 Fachkräfte aus über 15 Nationen an seinen Standorten Berlin und London.

Punkten will NeXtWind auf dem Arbeitsmarkt weiterhin mit einem dynamischen Arbeitsumfeld, flachen Hierarchien, kurzen Entscheidungswegen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Gesucht werden nach Angaben des Unternehmens unter anderem Fachkräfte aus Finance, Investment, Projektentwicklung und Technik.

Und natürlich ist das Repowering von Windkraftanlagen auch ein Thema für Talente, die beim Arbeitgeber auf Purpose achten: Bestehende Windstandorte effizienter zu nutzen, ist ein wichtiger Hebel für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.