IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

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Förderung

Fördermittel als Wachstumstreiber: Wie Ahlberg Metalltechnik in Berlin mit der IBB investiert und expandiert

Fabian Ahlberg, Geschäftsführer der Ahlberg Metalltechnik GmbH, und Raphael Kube, Abteilungsleiter bei der IBB, erklären, wie Unternehmen am besten zu öffentlichen Förderungen kommen.

Von: Michael Gneuss
Zu sehen sind zwei mittelalte Männer im Gespräch.

Förderungen sind ein wichtiger Wachstumshebel für viele Unternehmen. Fabian Ahlberg (links) und Raphael Kube (rechts) erklären, worauf es ankommt.

Die Ahlberg Metalltechnik GmbH hat schon mehrfach Investitionsvorhaben mithilfe von Förderungen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ realisiert. Dabei hat die Firma aus Adlershof eng mit der Investitionsbank Berlin (IBB) zusammengearbeitet. Geschäftsführer Fabian Ahlberg und Raphael Kube, der bei der IBB die Kundenberatung leitet, sprechen miteinander über die wichtigsten Faktoren in der Zusammenarbeit zwischen einem Mittelständler und einer Förderbank.

Herr Ahlberg, wie wichtig sind öffentliche Förderungen für Sie? Was haben Sie für Ihr Unternehmen möglich gemacht?

Wir nehmen Förderungen in zwei Kernbereichen in Anspruch. Das sind einmal Investitionsförderungen, beispielsweise wenn wir neue Fertigungsbereiche erschließen und neue Maschinen anschaffen. Die Förderungen helfen uns, die Kapazitäten zu erhöhen sowie flexibel und modern und damit wettbewerbsfähig mit unserer Fertigung zu bleiben. Der zweite Bereich sind Förderungen über die Agentur für Arbeit, um Mitarbeitern einen Einstieg in unser Unternehmen zu ermöglichen, der sonst so nicht möglich wäre.

Kümmern Sie sich als CEO um Förderungen?

Die Geschäftsführung ist involviert, es geht dabei ja auch um strategische Überlegungen. Wir haben eine Planung für die kommenden drei bis vier Jahre, und im Rahmen der Förderungen müssen wir auch Vorgaben erfüllen – zum Beispiel die Mitarbeiterzahl erhalten. Es geht ja darum, dass wir hier im Bezirk Arbeitsplätze schaffen, Umsätze generieren und auch Steuern zahlen wollen. Dafür werden wir öffentlich gefördert. Aber die Geschäftsführung macht es nicht allein. Die Investitionsförderungen laufen über die Finanzabteilung, die Förderungen für neue Mitarbeiter über die Personalabteilung.

Herr Kube, ist Ahlberg Metalltechnik ein typisches Beispiel für den Umgang mit öffentlichen Förderungen?

Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie Fördermittel in die strategische Planung integriert werden. Aber das wird nicht überall so vorbildlich umgesetzt. Mir ist wichtig, dass Folgendes verstanden wird: Es muss immer ein klar definiertes wirtschaftliches Vorhaben zur Unternehmensentwicklung vorhanden sein, wenn Förderungen vergeben werden. Das können Kapazitätserweiterungen sein, aber auch Investitionen zur Gestaltung effizienterer oder nachhaltigerer Prozesse. Die Förderprogramme entwickeln sich dahin gehend stetig weiter.

Was meinen Sie damit?

Rapahael Kube: Der klassische GRW-Förder-Case besteht in der Investition in neue Maschinen, heute gibt es aber auch häufiger die Lohnkostenförderung, wenn zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle keine teuren Maschinen, sondern mehr hochqualifizierte Fachkräfte benötigt werden. Auch Transformationsthemen werden stärker adressiert, beispielsweise wenn Kosten mithilfe von selbst erzeugter Energie gesenkt werden sollen.

Fabian Ahlberg: Aus Unternehmenssicht muss ich sagen: Am Anfang ist die Hürde schon recht hoch. Ohne Erfahrung ist es schwer einzuschätzen, welche Vorgaben erfüllt werden müssen, welche Dokumente erforderlich sind und wo die richtigen Ansprechpartner sitzen. Wir haben uns 2015 mit dem Umzug nach Adlershof in die Thematik eingearbeitet, als wir hier am Standort die neue Produktionshalle und das neue Verwaltungsgebäude gebaut haben. Seitdem haben wir Erfahrungen gesammelt, mit denen wir sehr viel schneller neue Fördermaßnahmen umsetzen können, um keine Aufträge aus Kapazitätsgründen ablehnen zu müssen.

 

 

Zu sehen ist ein mittelalter Mann mit Glatze in einem wildgrünen Sakko. Es handelt sich um Fabian Ahlberg, Geschäftsführer der Ahlberg Metalltechnik GmbH.
Es muss ein klar definiertes wirtschaftliches Vorhaben zur Unternehmensentwicklung vorhanden sein.“
Fabian Ahlberg Geschäftsführer Ahlberg Metalltechnik GmbH
Herr Kube, ist es wirklich so kompliziert, Förderungen zu beantragen?

Ich glaube schon, dass es am Anfang nicht ganz einfach ist. Für eine gewisse Zeit ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema nötig. Aber ich denke, dass es danach schnell ein Stück weit zur Routine wird. Man sieht am Beispiel Ahlberg, dass es sich am Ende lohnen kann.

Wer ist denn in Berlin zentraler Ansprechpartner für Unternehmen, die sich für Fördergelder interessieren?

Die Kundenberatung der IBB, also die Abteilung, der ich vorstehe, ist ein guter erster Ansprechpartner. Wir haben ein Team von zwölf Beraterinnen und Beratern, die sich in den verschiedenen Branchenclustern gut auskennen. Letztlich muss nur das Vorhaben klar formuliert werden, dann kommen wir mit den Unternehmen in gute Gespräche, um Fördermöglichkeiten zu identifizieren.

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Herr Ahlberg, haben Sie auch schon schlechte Erfahrungen mit Förderanträgen gemacht?

Eigentlich nicht. Aber ich vermisse Fördermöglichkeiten. Es gibt ein riesiges Potpourri an Förderprogrammen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Doch nirgendwo können wir den enormen Aufwand fördern lassen, der für branchenspezifische Zertifizierungen entsteht. Als ehemaliger reiner Autozulieferer reduzieren wir bewusst unsere Abhängigkeit von der Autoindustrie. Wenn wir Anfragen aus der Medizintechnik oder der Luft- und Raumfahrt erhalten, werden entsprechende Zertifizierungen und Qualitätsstandards vorausgesetzt. Dafür müssen wir unter anderem Mitarbeitende weiterqualifizieren und unser Qualitätsmanagement umfassend anpassen. Das bedeutet jedes Mal einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand. Ich wünsche mir deshalb gezielte Unterstützung für Unternehmen, die sich in solchen Transformationsphasen neue Branchen erschließen wollen.

Herr Kube, gibt es typische Fehler, die Unternehmen bei Förderanträgen machen?

Wir erleben immer wieder ärgerliche und unnötige formale Fehler – so zum Beispiel, wenn eine Maschine bereits angeschafft oder beauftragt wurde und erst danach der Förderantrag gestellt wird und somit die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind. Ein anderes Problem ist, dass die Erwartungen, beispielsweise hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen, in der Fördermittelbeantragung zu optimistisch – und somit nicht mehr glaubwürdig – dargestellt werden. Sie sollten so formuliert sein, dass auch konjunktureller Gegenwind das Projekt nicht auf den Kopf stellt und Fördergelder nicht zurückgezahlt werden müssen.

Zu sehen ist ein mittelalter Mann in weißem Hemd. Es handelt sich um Raphael Kube, Abteilungsleiter der IBB.
Förderungen helfen uns, die Kapazitäten zu erhöhen.“
Raphael Kube Abteilungsleiter Kundenberatung IBB
Also ist es wichtig, frühzeitig Rat einzuholen?

Wir sind gern Teil der strategischen Planung von Firmen. Wenn im Kreis der Geschäftsführung über die Planung für die nächsten drei Jahre mit Investitionsvorhaben beraten wird, ist das ein guter Zeitpunkt, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir verstehen uns als neutraler Sparringspartner und wollen zeigen, dass wir wirklich Mehrwert bieten können, indem wir mitdenken und Impulse geben oder auch nützliche Kontakte vermitteln.

Mitunter dauert es lange, bis Anträge bewilligt und Förderungen gezahlt werden. Muss das sein?

Raphael Kube: Grundsätzlich ist schneller immer besser. Mag sein, dass einige Prozesse noch zu umständlich sind. Im Kern sind Vergaben von öffentlichen Förderungen aber Teamprojekte, bei denen es auf die Zusammenarbeit zwischen Förderbank, Unternehmen und dem Geber der Fördermittel – also zum Beispiel der Senatsverwaltung – ankommt. Wenn alle gut zusammenarbeiten, kann es sehr schnell gehen. Ich erlebe Fälle, in denen die Entscheidung für eine Vergabe von GRW-Mitteln in drei Wochen fällt. Aber es kann auch anderthalb Jahre dauern. Die Dauer ist insbesondere von der Komplexität des Vorhabens und dem Zusammenspiel aller Parteien abhängig.


Fabian Ahlberg: Ich kann mich nicht beschweren. Wir hatten noch kein Problem, wenn es um die Förderung von Investitions- oder Personalvorhaben geht. Wir haben uns aber aus der Förderung von Entwicklungsvorhaben herausgezogen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da schwieriger ist.

Welche Personalmaßnahmen lassen Sie fördern?

Es gibt Fördertöpfe für Eingliederungsmaßnahmen für Menschen, die bei uns einen Quereinstieg versuchen oder lange nicht mehr in ihrem Beruf tätig waren. Auch die Beschäftigung von Frauen, die in für sie atypischen Berufen arbeiten wollen, kann gefördert werden. Wir haben zum Beispiel Zerspanungsmechanikerinnen eingestellt.

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Wie bereiten Sie sich auf Gespräche vor, mit denen Sie sich um Fördergelder bewerben?

Mir geht es in erster Linie darum, sich kennenzulernen und einen positiven Gesprächsrahmen zu finden, in dem beide Seiten Vertrauen füreinander entwickeln können. Natürlich bereiten wir uns vor, gehen mit Kenntnissen zu den Förderprogrammen ins Gespräch – aber vor allem wollen wir in der Lage sein, unsere Investitionsvorhaben und den Business Case verständlich und detailliert vorzustellen.

Herr Kube, welche Erwartungshaltung haben Sie, wenn Unternehmen auf Sie zukommen?

Zunächst muss ich einmal sagen, dass jede Firma auch die Möglichkeit hat, ohne eine Vorabberatung den Förderprozess loszutreten, indem der Antrag online in unserem Kundenportal gestellt werden kann. Aber wenn es um Kundengespräche geht: Begeisterung füreinander schaffen – das sollte meiner Ansicht nach auf beiden Seiten das Ziel sein. Es beeindruckt uns, wenn Unternehmer für ihr Unternehmen und ihr Vorhaben brennen. Und wir wollen natürlich auch zeigen, was wir können. Nicht so schön ist, wenn nach Fördergeldern gefragt wird, ohne dass schon Pläne vorhanden sind.

Gibt es eine Art Bestseller im Förderprogramm?

Bei Volumen und Stückzahlen sind es GRW-Förderungen und die „Pro FIT“-Projektfinanzierung, ein Programm für Forschung, Innovation und Technologie. Viel Zeit stecken wir in Beratung zur ganzheitlichen Finanzierungsstrukturierung: also wie sich Förderzuschüsse mit Förderkrediten und sonstigen Finanzierungen ergänzen lassen.