Ausbildungsplatzabgabe

Ausbildungsplatzabgabe: Viele Landeseigene Unternehmen betroffen

Die umstrittene Berliner Ausbildungsplatzabgabe könnte ausgerechnet für zahlreiche landeseigene Unternehmen teuer werden. Laut einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage werden voraussichtlich 28 Landesunternehmen die vorgeschriebene Ausbildungsquote nicht erreichen. Die genaue Höhe der dann zu zahlenden Abgabe wurde nicht genannt.

Zu sehen ist eine gelbe U-Bahn in einer Haltestelle in Berlin.

Ob Stadtwerke, Messe oder BVG: Viele Landeseigene Betriebe können die von der Politik geforderte Ausbildungsquote selbst nicht erfüllen und werden abgabepflichtig.

Die Kritik der Berliner Wirtschaft an der Ausbildungsplatzabgabe erhält neuen Rückenwind: Wie aus der Antwort der Senatsverwaltung für Finanzen auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Dennis Haustein hervorgeht, werden zahlreiche landeseigene Unternehmen die gesetzliche Ausbildungsquote voraussichtlich selbst verfehlen. Dabei beziehen sich die Informationen auf die Geschäftsberichte für 2024.

Betroffen wären unter anderem große öffentliche Betriebe wie die BVG, die Messe Berlin oder mehrere landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Viele Unternehmen führen dabei ähnliche Probleme an wie private Betriebe: fehlende Bewerber, begrenzte Betreuungskapazitäten, kleine Unternehmensstrukturen oder die Tatsache, dass dual Studierende im Gesetz häufig nicht auf die Ausbildungsquote angerechnet werden.

Die genannten Gründe und Zahlen greifen dabei genau jene Kritikpunkte auf, die die Berliner Wirtschaft in den vergangenen Monaten wiederholt an der Ausbildungsplatzabgabe formuliert hat. Statt einer Verbesserung der Situation auf dem Ausbildungsmarkt drohen zusätzliche Bürokratie und weitere Belastungen – auch für Unternehmen, die bereits intensiv ausbilden.

“Statt gegen die privaten Unternehmen und die mit Landesbeteiligung zu arbeiten, sollte die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft weiter konsequent die Berufsorientierung und das Matching verbessern ……und die Ausbildungsplatzabgabe direkt wieder abschaffen. Wenn man in eine Sackgasse fährt, hilft nur umkehren”, kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner.

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