Wettbewerb Klimaschutzpartner 2026

25 Jahre Klimaschutzpartner-Preis: Die Gewinner der Jubiläumsausgabe

Man könnte meinen, das Thema Klimaschutz hat in Anbetracht der geopolitischen Entwicklungen an Relevanz für die Wirtschaft verloren. Doch zahlreiche Beispiele aus der Praxis beweisen das Gegenteil: Ganze 44 Bewerbungen gingen für den Wettbewerb Klimaschutzpartner 2026 ein, nun wurden die vier Preisträger gekürt. Wir werfen einen Blick auf die Gewinnerprojekte.

Fabian Nestler
Zu sehen ist ein bestuhlter Saal, welcher voll mit Publikum ist, welches auf eine Bühne blickt.

Preisverleihung des Wettbewerbs Klimaschutzpartner 2026 im Ludwig Erhard Haus vor rund 180 Gästen.

Am 5. Mai 2026 wurden im Rahmen der Berliner Energietage die diesjährigen Klimaschutzpartner des Jahres ausgezeichnet. Der Wettbewerb zählt zu den etablierten Auszeichnungen der Berliner Wirtschaft und bringt seit 25 Jahren Akteure aus Unternehmen, Handwerk, Wissenschaft und Verwaltung zusammen.

Insgesamt 44 Projekte gingen im Jubiläumsjahr ins Rennen. 16 von ihnen wurden von der Jury nominiert und präsentierten ihre Ansätze vor rund 180 Gästen. Neben den Jurypreisen wurde auch ein Publikumspreis vergeben. Im Mittelpunkt standen Lösungen, die Klimaschutz praxisnah umsetzen und auf andere Bereiche übertragbar sind.

Ressourceneffizienz im Gebäudebestand

Zu sehen sind sieben Personen, vier Männer und drei Frauen, die vor einer Fotowand stehen und freundlich in die Kamera schauen.

Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH erhielt den Preis in der Kategorie A.

In der Kategorie „Realisierte Projekte“ überzeugte das Projekt „Reallabor Integrierte Wasser- und Wärmerückgewinnung im Quartier (IWIQ)“. Ziel ist es, Wasser- und Energiekreisläufe im urbanen Bestand effizient miteinander zu verknüpfen.

Das Projekt zeigt, wie sich Grauwasserrecycling und Wärmerückgewinnung systematisch einsetzen lassen. Der Trinkwasserverbrauch kann so um mindestens 30 Prozent reduziert werden, in erweiterten Anwendungen sogar um bis zu 60 Prozent. Gleichzeitig wird ein Teil des Wärmebedarfs durch zurückgewonnene Energie gedeckt.

Torsten Dunkelmann, Vize-Präsident des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, betonte: „Mit IWIQ wird deutlich, welches enorme Klimaschutzpotenzial im Gebäudebestand steckt. Das Projekt denkt Wasser- und Energiekreisläufe konsequent zusammen und zeigt praxisnah, wie Ressourceneffizienz im Quartier funktionieren kann – übertragbar, skalierbar und zukunftsfähig.“

Der Ansatz gilt als skalierbar und übertragbar auf andere Quartiere. Damit liefert das Projekt wichtige Impulse für die Verzahnung von Wasser-, Energie- und Wärmewende in der Stadtentwicklung.

Drohnenlogistik für die medizinische Versorgung

Zu sehen sind zwei Männer, die vor einer Fotowand stehen und freundlich in die Kamera schauen.

In der Kategorie "innovative Planungen" wurde das Start-up Colors UG gemeinsam mit Labfly/DiAvEn UG ausgezeichnet

In der Kategorie „Innovative Planungen“ wurde das Projekt „U-Space Berlin“ ausgezeichnet. Das Vorhaben erprobt eine neue Form der urbanen Logistik: den Transport medizinischer Proben per Drohne.

Seit 2025 werden Proben zwischen zwei Kliniken im Südwesten Berlins auf dem Luftweg transportiert. Im Vergleich zu klassischen Kurierfahrten spart das System Zeit, Kosten und CO₂-Emissionen. Gleichzeitig leistet das Projekt Pionierarbeit bei der Entwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen für Drohnen im städtischen Raum.

Axel Pinkert, Geschäftsführer Finanzen der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH, erklärte: „U-Space Berlin zeigt eindrucksvoll, wie digitale Innovation und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Die drohnenbasierte Logistik spart Zeit, Kosten und CO₂. In größerem Maßstab umgesetzt, hat das Modell das Potenzial, die medizinische Logistik in Berlin nachhaltig zu verändern.“

Das Konzept zeigt, wie digitale Technologien konkret zur Emissionsreduktion beitragen können und eröffnet neue Perspektiven für die medizinische Infrastruktur in Metropolen.

Neue Maßstäbe für nachhaltige Mobilität

Zu sehen sind vier Personen, ein Mann und drei Frauen, die vor einer Fotowand stehen und freundlich in die Kamera schauen.

Der Preis für öffentliche EInrichtungen ging an die GB infraVelo GmbH

In der Kategorie „Projekte öffentlicher Einrichtungen“ wurde das erste öffentliche Fahrradparkhaus Berlins ausgezeichnet. Am Regional- und S-Bahnhof Schöneweide entsteht eine Anlage mit mehr als 1.100 Stellplätzen.

Das Projekt kombiniert nachhaltige Bauweise mit moderner Infrastruktur. Eine Holzkonstruktion, begrünte Fassaden, Photovoltaik und Regenwassermanagement sind zentrale Bestandteile. Hinzu kommt ein digitales Nutzungssystem, das den Zugang kostenfrei ermöglicht.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, sagte: „Dieses Projekt ist weit mehr als nur eine Abstellanlage. Es steht für eine neue Qualität der Fahrradinfrastruktur in Berlin. Es verbindet nachhaltige Bauweise mit digitalem Zugang und ist beispielgebend für den weiteren Ausbau multimodaler Mobilitätsangebote.“

Das Fahrradparkhaus stärkt den Umweltverbund und fördert die Kombination verschiedener Verkehrsmittel. Es gilt als Modell für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur in Berlin und darüber hinaus

Publikumspreis für Ressourcenschutz im Kiez

Zu sehen ist eine Bühne, darauf vier Personen. Eine Dame erhält einen überdimensionalen Check.

Der Publikumspreis überreicht von Senatorin Ute Bonde.

Neben den drei Kategorien wurde auch in diesem Jahr ein Publikumspreis vergeben. Rund 180 Gäste vor Ort stimmten live über die präsentierten Projekte ab. Die Auszeichnung, die mit 2.500 Euro dotiert ist, ging an das Projekt „ReSi – Ressourcen sichtbar machen“ der KungerKiezInitiative e. V.

Das Projekt verfolgt das Ziel, Ressourcen im urbanen Raum bewusster zu nutzen und sichtbar zu machen. Im Fokus stehen Ansätze, die nachhaltigen Konsum im Alltag fördern und den Austausch innerhalb der Nachbarschaft stärken. Durch konkrete Angebote und Beteiligungsformate werden Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Klimaschutz eingebunden.

Mit dem Gewinn des Publikumspreises zeigt sich, wie wichtig niedrigschwellige, lokal verankerte Initiativen für die ökologische Transformation sind. Projekte wie „ReSi“ leisten einen direkten Beitrag zur Ressourcenschonung und stärken gleichzeitig das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln im Kiez.

Breites Bündnis für den Klimaschutz

Der Wettbewerb „Klimaschutzpartner des Jahres“ wird seit 2002 vergeben und gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen für Klimaschutzprojekte in Berlin. Getragen wird er von einem breiten Bündnis aus Wirtschaftsverbänden, Kammern und Institutionen - darunter die IHK Berlin, die BEW, der Handelsverband Berlin-Brandenburg und Handwerkskammer Berlin.

Auch in diesem Jahr wurde deutlich, wie vielfältig die Ansätze für mehr Klimaschutz in der Hauptstadt sind. Von Gebäudetechnik über Logistik bis zur Mobilität zeigen die ausgezeichneten Projekte, dass Innovation und Nachhaltigkeit eng miteinander verbunden sind.

Die prämierten Lösungen liefern konkrete Ansätze für die Herausforderungen der urbanen Transformation und machen Berlin zu einem wichtigen Impulsgeber für klimafreundliche Entwicklungen.

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