Zu sehen ist die Frage "WTF is IHK", darauf die Antwort: Offizieller Partner der Berliner Wirtschaft.

WTF is IHK?

Informelles Heldenkollektiv? Interessengemeinschaft hervorragender Kaufleute? Oder doch: Industrie- und Handelskammer Berlin?

Mit der neuen Imagekampagne zeigt die IHK Berlin, wofür sie steht.

Berlins Unternehmen sind so vielfältig wie unsere Stadt selbst. Für sie alle ist die IHK da.

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Female Entrepreneurship

Julia Bösch und Outfittery: Vom Zalando-Start-up zur europäischen Mode-Plattform

Aus der Idee eines Personal-Shopping-Services für Männer hat Julia Bösch 2012 in Berlin Outfittery aufgebaut – heute Teil der Lookiero Outfittery Group mit 130 Millionen Euro Jahresumsatz in 13 europäischen Märkten. Bösch kämpfte sich durch harte Finanzierungsrunden. Nun will sie mehr Frauen fürs Gründen begeistern.

Ulrike Menn
Foto von Julia Bösch, Gründerin von Outfittery

Julia Bösch, Gründerin von Outfittery

Ihre Karriere begann Julia Bösch nach dem BWL-Studium bei Zalando. Das damalige Start-up hatte zu der Zeit gerade mal 40 Mitarbeitende. Nach zwei Jahren explosiven Wachstums waren es dann schon 1.500, und für die gebürtige Konstanzerin stand fest: Jetzt hat sie so viel gelernt, dass sie bereit ist zu springen – ins Unternehmertum. Sie will, zusammen mit einer Freundin, ihre eigene Firma gründen.

So kam Julia Bösch die Idee zu Outfittery

„Als ich 2012 gegründet habe, kamen immer wieder Journalisten mit der Frage, wie es ist, als Frau zu gründen. Mich hat diese Frage immer aufgeregt, denn ich wollte keine eigene Schachtel haben, sondern das Rennen mit allen laufen.“ Später hat sie gesehen, dass solche Berichte anderen Frauen helfen können. Heute teilt sie gerne auch auf Veranstaltungen ihr Wissen, ihre Erfahrungen. 

Initialzündung ihrer Gründung von Outfittery war das Treffen mit einem Freund in New York, der sich dort einen Personal Shopper leistete. Die Idee war in den USA damals schon sehr verbreitet, in Europa gänzlich unbekannt. 

Outfittery: Der Weg zum individuellen Style

Julia und ihre Freundin waren völlig begeistert von dem Ansatz, Mode auf diesem Weg zu verkaufen. Sie mochten die Vorstellung, die Welt ein wenig besser zu machen, indem sie Menschen – anfangs ausschließlich Männern – ein individuelles, personalisiertes Angebot machen. 

„Dabei wollten wir nie Trends folgen oder den Berliner Hipster-Style an den Mann bringen. Wir wollten mithelfen, dass die Kunden auch über die Mode ihre Persönlichkeit ausdrücken. So kann man Menschen stärken.“

Wenn man in einen Kleiderschrank schaut, dann werden 30 Prozent der Teile gar nicht getragen.“
Julia Bösch Executive Chair
Foto von Julia Bösch, Gründerin von Outfittery, mit mehreren Personen welche ihr zuhören.

Julia Bösch will helfen, damit Menschen über die Mode ihre Persönlichkeit besser ausdrücken können

Julia Bösch meistert harte Finanzierungsrunden

An Investorengelder zu kommen, das hat sie wie viele andere Gründerinnen auch als schwierig in Erinnerung. „In der Seed-Phase ist ganz gut Geld da. Auch in Deutschland. Aber in größeren Runden wird es schwierig hier. Wir haben dann Geld hauptsächlich außerhalb Deutschlands eingesammelt.“ 

Und dabei, so denkt sie heute, sei es vielleicht hilfreich gewesen, dass sich ihr Angebot zunächst exklusiv an Männer richtete: „Wir hatten einen Service, den unser männliches Gegenüber sehr gut verstanden hat. Das war uns damals gar nicht klar. Aber im Nachhinein war das ein großer Vorteil. Weil die Investoren selbst das Problem passender Outfits gelöst haben wollten.“

Dabei treibt sie auch das Thema Nachhaltigkeit um. „Wenn man in einen Kleiderschrank schaut, dann werden 30 Prozent der Teile gar nicht getragen, und die anderen Sachen werden im Durchschnitt nur sieben Mal getragen. Das ist schockierend.“ Da sei weniger, aber „die richtige Kleidung“ mehr.

Julia Bösch will Frauen empowern

Und sie möchte Frauen empowern, hat in ihrem Unternehmen selbst einen hohen Frauenanteil: „Ich habe gemerkt, dass sich bei uns sehr viele Frauen bewerben. Ich glaube, das funktioniert nur darüber, dass man wirklich in die Top-Führungspositionen Frauen bringt. Die senden wiederum selbst das Signal, mehr Frauen an Bord zu bringen.“ Und: Je mehr sichtbare Vorbilder es gibt, desto mehr Frauen werden sich trauen, ihr eigenes Business zu gründen. Da geht Julia Bösch mit bestem Beispiel voran.

Frauen gründen anders
Foto von Dr. Andrea Schirrmacher, Vorstand der Weiberwirtschaft e.G.
Female Entrepreneurship Frauen gründen anders
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Ulrike Menn