Das Magazin der IHK Berlin

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Nach der Gründer-Vision ist vor der Start-up-Finanzierung

Aus der genialen Idee ein funktionierendes Geschäft zu machen, gelingt all jenen gut, die strukturiert vorgehen. Dabei hilft der Rat von Kunden und Profis.
von Rudolf Kahlen Ausgabe 12/2018

Heico Koch von trademachines.com
Vor fünf Jahren gründete Heico Koch seine Firma, heute ist trademachines.com die weltweit größte Meta-Suchmaschine für gebrauchte Großmaschinen. Am hilfreichsten fand er die Tipps von Kunden. Foto: Trade Machines/Marko Priske
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Mit dem IHK-Finanzierungsfinder können Gründer nach der passenden Förderung für ihr Startup suchen.

Die bes­ten Tipps sind von poten­zi­el­len Kun­den gekom­men, als die Grün­der der Ber­li­ner Tra­de Machi­nes FI GmbH vor fünf Jah­ren ihre Idee vor­stell­ten: eine Art Goog­le für Gewer­be­trei­ben­de, die gebrauch­te Dreh-, Fräs- oder Mess­ma­schi­nen kau­fen woll­ten. Die­se Such­ma­schi­ne soll­te sie bes­ser mit ent­spre­chen­den Anbie­tern ver­net­zen.

Geschäfts­füh­rer Hei­co Koch riet damals zur Vor­sicht: „Letzt­lich müs­sen wir erst sehen, wie stark das Inter­es­se an solch einer Platt­form ist – und dann inves­tie­ren.“ Nach drei Wochen hat­te das klei­ne Team zehn Fir­men­ver­tre­ter, die mit­ma­chen woll­ten und bereit waren, einen Ver­trag zu unter­schrei­ben, erin­nert sich der pro­mo­vier­te Inge­nieur. Seit die­ser Anfangs­zeit schätzt Koch den Rat von Geschäfts­part­nern, den er auch immer wie­der abruft: „Die Kun­den wis­sen sehr genau, was ihnen wich­tig ist, damit die Gestal­tung neu­er Pro­duk­te mög­lichst schnell und rei­bungs­los funk­tio­niert. Das tech­ni­sche Umset­zen der hilf­rei­chen Hin­wei­se müs­sen wir selbst schaf­fen.“ Heu­te ist Trademachines.com die welt­weit größ­te Meta-Such­ma­schi­ne die­ser Art im gewerb­li­chen Bereich.

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Lars Möl­bitz
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Grün­dungs­be­ra­ter der IHK Ber­lin: Mei­nung Drit­ter ist wich­tig

Ob ange­hen­de Fir­men­in­ha­ber Tipps von poten­zi­el­len Kun­den bekom­men oder geziel­te Hin­wei­se von Exper­ten aus Steu­er­kanz­lei­en, Kre­dit­in­sti­tu­ten oder der IHK umset­zen: „Holen Sie sich bei der Pla­nung Ihres Kon­zep­tes immer wie­der eine neu­tra­le, unab­hän­gi­ge Mei­nung von Drit­ten ein und las­sen Sie sich Feed­back zu Ihrem Vor­ha­ben geben“, rät Lars Möl­bitz, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter in der Grün­dungs­be­ra­tung der IHK Ber­lin. Das hel­fe, so der Exper­te, bei aller Ver­liebt­heit in die eige­ne Idee rea­lis­tisch zu blei­ben.

Zur Start­up-Finan­zie­rung den IHK-Finan­zie­rungs­fin­der nut­zen

Ein gut geplan­tes Kon­zept ist auch wich­tig, wenn es um die Finan­zie­rung des Pro­jek­tes geht. Ange­sichts der Viel­zahl an öffent­li­chen För­der­mit­teln ver­lie­ren Grün­der bei der Wahl des pas­sen­den Pro­gramms schnell den Über­blick und benö­ti­gen Ori­en­tie­rung, wie die aktu­el­le Umfra­ge der IHK unter Betrof­fe­nen erge­ben hat. „Hier set­zen wir mit unse­rem Online-Tool Finan­zie­rungs­fin­der an“, erläu­tert Möl­bitz.

Grün­der erhal­ten Über­blick zu Finan­zie­rungs­an­ge­bo­ten

„Mit nur weni­gen Klicks kön­nen Sie sich schnell und indi­vi­du­ell einen Über­blick über die gän­gigs­ten Finan­zie­rungs­an­ge­bo­te für Ber­li­ner Grün­der und Unter­neh­mer ver­schaf­fen. Da erfah­ren Inter­es­sier­te durch das Beant­wor­ten geziel­ter Fra­gen, wel­che Finan­zie­rung zum eige­nen Vor­ha­ben passt und wel­che För­der­pro­gram­me sich anbie­ten. „Bei einem kon­kre­ten Finan­zie­rungs­vor­ha­ben und Kapi­tal­be­darf“, ergänzt der IHK-Exper­te, „bie­ten wir auch eine Finan­zie­rungs­be­ra­tung – tele­fo­nisch oder in der IHK.“

Anke Odrig von Little Bird
Anke Odrig: Anke Odrig (M.), Grün­de­rin von Litt­le Bird, hat in Gesprä­chen immer wie­der ihr Kon­zept über­prüft. Foto: www.heidischerm.de

Über­zeu­gen­der Busi­ness­plan, För­de­rung der Inves­ti­ti­ons­bank Ber­lin

Anke Odrig, Grün­de­rin der Ber­li­ner Litt­le Bird GmbH, bekam in ihrer Start­pha­se über zwei Coa­ches des Busi­ness Angels Club Ber­lin-Bran­den­burg die ent­schei­den­den Tipps für die Finan­zie­rung ihrer Idee: einer Online-Platt­form, die Plät­ze in Kin­der­ta­ges­stät­ten zwi­schen suchen­den Eltern und anbie­ten­den Kom­mu­nen ver­mit­telt. Die Exper­ten hal­fen ihr, ein Paket zu schnü­ren, das sich aus dem Eigen­ka­pi­tal der eins­ti­gen SAP-Pro­jekt­ma­na­ge­rin, einem Kre­dit bei der Volks­bank Ber­lin und Mit­teln aus einem öffent­li­chen För­der­pro­gramm der Inves­ti­ti­ons­bank Ber­lin zusam­men­setz­te – ins­ge­samt 1,2 Mio. Euro.

In Gesprä­chen haben die jewei­li­gen Exper­ten immer wie­der mei­nen Busi­ness­plan hin­ter­fragt. Das hat mein Kon­zept wei­ter­ge­bracht.
Anke Odrig

„Im Rah­men die­ser Gesprä­che haben die jewei­li­gen Exper­ten immer wie­der mei­nen Busi­ness­plan hin­ter­fragt“, erin­nert sich die Betriebs­wir­tin. Das habe ihr Kon­zept wei­ter­ge­bracht. Mitt­ler­wei­le ver­wen­den 130 Kom­mu­nen die Soft­ware von Litt­le Bird. Ihre Visi­on: „2020 kön­nen alle Eltern in Deutsch­land unse­re Anwen­dung nut­zen.“

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Mit Rat und Tat dabei – Von Ein­stiegs­be­ra­tung bis Feed­back­ge­spräch: Ange­bo­te der IHK für Grün­der

Für die Vor­pha­se einer Unter­neh­mens­grün­dung ist die Hil­fe der IHK Ber­lin viel­fäl­tig. Lars Möl­bitz von der IHK-Grün­dungs­be­ra­tung stellt Ange­bo­te dar­aus vor.

  • Ein­stiegs­be­ra­tung – Im Regel­fall infor­mie­ren sich hier Grün­der, die sich erst­mals selbst­stän­dig machen wol­len, über all­ge­mei­ne Aspek­te.
  • Grund­la­g­en­se­mi­nar – An drei Aben­den einer Woche gibt die IHK Tipps zu Geschäfts­kon­zept, Finan­zie­rung und kauf­män­ni­schen Aspek­ten. Semi­na­re die­ser Art gibt es vie­le in der Regi­on. Das zeigt ein Blick auf die Wei­ter­bil­dungs­da­ten­bank Ber­lin.
  • Online-Tools – Den pas­sen­den Rah­men, um via Inter­net einen Busi­ness­plan zu erstel­len, bie­tet die IHK unter www.gruendungswerkstatt-berlin.de. Und die für sie rich­ti­ge Rechts­form kön­nen Grün­der unter www.ihk-berlin.de/rechtsformfinder ermit­teln. Soll es bei­spiels­wei­se eine GmbH, KG, OHG oder ein Ein­zel­un­ter­neh­men sein?
  • Feed­back­ge­spräch – Die­ses Ange­bot hilft Grün­dern, ihr Kon­zept zu hin­ter­fra­gen. Mög­li­che Feh­ler kom­men eben­so zur Spra­che wie die wei­te­ren Schrit­te. Das Feed­back­ge­spräch der IHK kann die Zusam­men­ar­beit mit einem bran­chen­er­fah­re­nen Unter­neh­mens­be­ra­ter aller­dings nur ergän­zen.

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