IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Gründung

Top 10 Start-ups aus Berlin: Diese jungen Unternehmen prägen die Hauptstadtwirtschaft

Rund 500 Start-ups entstehen jedes Jahr in Berlin. Nur wenige schaffen den Sprung vom guten Pitch zum belastbaren Geschäft. Diese 10 Unternehmen zeigen, wo die Hauptstadtwirtschaft gerade besonders spannend wird.

Von: Jana Illhardt
Eine Grafik, die eine Wachstumskurve zeigt

Mehr als 3.500 Start-ups wurden 2026 deutschlandweit gegründet – ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2024.

Berlin liefert der deutschen Start-up-Szene verlässlich Nachschub. Rund 5.000 Start-ups haben hier ihren Hauptsitz, rund 500 kommen nach Angaben der Berliner Wirtschaftsverwaltung jedes Jahr neu hinzu. 

Viele Gründungen verschwinden wieder vom Radar. Andere schaffen den Sprung in den Alltag von Kundinnen und Kunden, in die Prozesse etablierter Firmen oder in internationale Märkte. Diese Auswahl blickt deshalb nicht auf die lautesten Namen, sondern auf 10 Berliner Start-ups, die bereits relevante Kennzahlen liefern, in ihren Branchen auffallen und zeigen, welche Themen die Hauptstadtwirtschaft aktuell bewegen.

Was steckt hinter der Auswahl?

Berücksichtigt wurden Start-ups mit Hauptsitz in Berlin, skalierbarem Geschäftsmodell und sichtbaren Wachstumssignalen, etwa durch Finanzierungsrunden, Umsatzangaben, Kundenzahlen, Mitarbeitende oder eine starke Marktposition. Nicht in die Auswahl kamen Unternehmen, deren Hauptsitz nicht in Berlin liegt oder deren aktueller Status nicht eindeutig belastbar ist.

Was ist ein Start-up?

Ein Start-up ist ein junges Unternehmen, das auf ein innovatives und skalierbares Geschäftsmodell setzt. Oft steht Technologie im Mittelpunkt, zwingend ist das aber nicht. Entscheidend ist, dass das Angebot nicht nur lokal funktioniert, sondern schnell wachsen und auf weitere Märkte übertragen werden kann. Typisch sind externe Finanzierung, ein Team mit starkem Wachstumsfokus und ein Produkt, das bestehende Prozesse einfacher, schneller oder günstiger macht.

Berlin bleibt Deutschlands Startup-Motor: Die wichtigsten Insights aus dem Startup Ecosystem Report 2025
Titelbild, Symbolbild Berliner Fernsehturm vor grafischem Hintergrund
Berlin Startup Ecosystem Report 2025 Berlin bleibt Deutschlands Startup-Motor: Die wichtigsten Insights aus dem Startup Ecosystem Report 2025
Lesezeit: 1 Minute

Wichtige Start-ups aus KI, Software und Finanzinfrastruktur

Parloa – KI-Agenten für den Kundenservice

Branche: KI / Customer Service Software
Gründung: 2018
Mitarbeitende: 400+
Umsatz / ARR: mehr als 50 Millionen US-Dollar ARR 2025
Letzte große Finanzierung: 350 Millionen US-Dollar Series D im Januar 2026; Bewertung rund 3 Milliarden US-Dollar

Parloa gehört zu den Berliner KI-Unternehmen, die den Sprung aus der Nische geschafft haben. Die Plattform entwickelt und steuert KI-Agenten für den Kundenservice. Sie beantworten Anfragen per Telefon, Chat oder Messenger, übernehmen Standardprozesse und sollen Service-Teams entlasten, ohne dass Unternehmen ihre gesamte Systemlandschaft neu bauen müssen.

Spannend ist Parloa vor allem, weil das Unternehmen ein konkretes Problem großer Organisationen adressiert: Service ist teuer, personalintensiv und oft schlecht skalierbar. Genau hier setzt Parloa mit seiner AI Agent Management-Plattform an. Der Hauptsitz liegt in Berlin, weitere Büros gibt es unter anderem in München und New York.

bunch – Betriebssystem für Private Markets

Branche: Fintech / Private-Markets-Infrastruktur
Gründung: 2021
Umsatz / ARR: ARR-Wachstum 2025 laut Unternehmen +300 Prozent
Letzte große Finanzierung: 35 Millionen US-Dollar Series B im Mai 2026; insgesamt mehr als 58 Millionen US-Dollar Finanzierung

bunch arbeitet an einem Thema, das für Außenstehende trocken klingt, für Fonds und Investoren aber viel Geld und Zeit kostet: die Verwaltung privater Kapitalanlagen. Die Plattform digitalisiert Prozesse für Venture-Capital-, Private-Equity- und andere Fondsmanager – von Investorendaten über Kapitalabrufe bis Reporting.

Damit trifft bunch einen Markt, der stark wächst und gleichzeitig an Komplexität zunimmt. Private Markets werden für professionelle und vermögende Anleger wichtiger, doch viele Arbeitsabläufe hängen noch an Tabellen, E-Mails und manuellen Kontrollen. bunch will daraus eine integrierte, KI-gestützte Infrastruktur machen.
 

Berlin ist Start-up-Metropole
5.000
Start-ups haben ihren Hauptsitz in Berlin.
Gründungen
500
Start-up-Gründungen kommen pro Jahr hinzu.
Kapital
2,2 Milliarden Euro
Venture Capital flossen 2024 flossen in Berliner Start-ups.

Wichtige Start-ups aus Fintech und Health Tech

Mondu – B2B-Zahlungen wie im Onlinehandel

Branche: Fintech / B2B Payments
Gründung: Ende 2021
Letzte große Finanzierung: Dezember 2025: 100 Millionen Euro Debt Financing von J.P. Morgan Payments; insgesamt über 220 Millionen US-Dollar Finanzierung laut Unternehmen

Mondu überträgt Komfort aus dem B2C-E-Commerce in den Geschäftskundenbereich. Unternehmen können ihren B2B-Kundinnen und -Kunden etwa Kauf auf Rechnung, Ratenzahlung oder flexible Zahlungsziele anbieten. Für Händler ist das attraktiv, weil Zahlungsarten im B2B-Handel oft kaufentscheidend sind, gleichzeitig aber Risiko, Prüfung und Abwicklung komplex bleiben.

Das Berliner Fintech hat seit seiner Gründung mehrere Produkte auf den Markt gebracht und arbeitet inzwischen in mehreren europäischen Märkten. Besonders relevant ist Mondu für Plattformen, Marktplätze und Händler, die ihren Checkout modernisieren und Finanzierung stärker in den Verkaufsprozess integrieren wollen.

Nelly – digitale Finanzprozesse für Arztpraxen

Branche: Healthtech / Fintech
Gründung: 2021
Mitarbeitende: nicht belastbar öffentlich beziffert
Umsatz / ARR: nicht öffentlich veröffentlicht
Letzte große Finanzierung: 50 Millionen Euro Series B im Januar 2025

Nelly sitzt an der Schnittstelle von Gesundheitswesen und Fintech. Das Unternehmen digitalisiert Verwaltungs- und Zahlungsprozesse in Arztpraxen, von der Patientenaufnahme über Dokumente bis zu Rechnungen, Online-Zahlungen und Factoring. Für Praxen zählt nicht der Digitalisierungs-Slogan, sondern die Zeitersparnis im Alltag.

Genau hier hat Nelly einen klaren Ansatz: weniger Papier, weniger Nachfassen, schnellerer Zahlungseingang. Mehr als 1.200 Praxen nutzen die Lösung nach Unternehmensangaben. In einem stark regulierten und zugleich digitalisierungshungrigen Markt kann diese Spezialisierung zum Vorteil werden.

Wichtige Start-ups aus Food, Commerce und Consumer Brands

Flink – Quick Commerce nach der Konsolidierung

Branche: Quick Commerce / Lebensmittel-Lieferdienst
Gründung: 2020
Mitarbeitende: 8.900 laut TechCrunch-Angabe aus 2024
Umsatz / ARR: erwarteter Bruttoumsatz 2024: 600 Millionen US-Dollar in Deutschland und den Niederlanden
Letzte große Finanzierung: 150 Millionen US-Dollar im September 2024; 100 Millionen US-Dollar im Frühjahr 2026 berichtet

Flink steht für eine Berliner Start-up-Geschichte, die nicht nur Wachstum, sondern auch Marktbereinigung erzählt. Der Lieferdienst bringt Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs per App in kurzer Zeit nach Hause. Nach der heißen Phase des Quick-Commerce-Booms richtet Flink den Fokus stärker auf Profitabilität und Kernmärkte.

Gerade deshalb bleibt das Unternehmen relevant: Flink zeigt, wie aus einer schnellen Wachstumswette ein operativ anspruchsvolles Logistikgeschäft wird. Wer in Berlin bestellt, sieht nur die App. Dahinter stehen Hubs, Einkauf, Datenmodelle, Personalplanung und ein eng getaktetes Liefernetz.

LANCH – Food-Marken mit Creator-Reichweite

Branche: Food-Tech / Creator Commerce
Gründung: 2023
Mitarbeitende: Mehr als 100 
Umsatz / ARR: Ziel für 2025 laut Bericht: mehr als 100 Millionen Euro Umsatz
Letzte große Finanzierung: 26 Millionen Euro Series A im Februar 2025

LANCH verbindet Food-Tech, Markenaufbau und Creator-Ökonomie. Das Berliner Unternehmen entwickelt virtuelle Food-Marken wie Happy Slice, Happy Chips und Loco Chicken gemeinsam mit bekannten Gesichtern aus Social Media, Musik oder Sport. Restaurants können diese Marken als Franchise- oder Ghost-Kitchen-Modell nutzen.

Damit verschiebt LANCH die Frage, was ein Restaurant im Liefergeschäft ausmacht. Nicht mehr nur Standort und Küche zählen, sondern Markenbekanntheit, digitale Nachfrage und operative Skalierung. Für Gastronomen kann das ein zusätzlicher Umsatzkanal sein. Für Creator entsteht aus Reichweite ein eigenes Konsumprodukt.

HOLY – Softdrinks als Pulvermarke

Branche: Consumer / Getränke
Gründung: 2020
Umsatz / ARR: 2023 laut Unternehmen mehr als 200.000 Kundinnen und Kunden und mehr als 10 Millionen verkaufte Drinks
Letzte große Finanzierung: 10,5 Millionen Euro Series A im August 2023; insgesamt 12,3 Millionen Euro Finanzierung laut Unternehmen

HOLY baut eine Getränkemarke, die stark über Community, Social Media und Direktvertrieb gewachsen ist. Das Unternehmen verkauft Pulver für Energy Drinks und Eistee, die mit weniger Zucker und weniger Verpackung auskommen sollen als klassische Softdrinks in Flaschen oder Dosen.

Der Ansatz passt in mehrere Trends zugleich: gesündere Alternativen, geringeres Transportgewicht, weniger Verpackungsmaterial und Markenaufbau über digitale Kanäle. Für Berlin ist HOLY ein Beispiel dafür, dass Start-ups nicht nur Software bauen müssen, um skalierbar zu sein.
 

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Yepoda – K-Beauty aus Berlin

Branche: Beauty / Consumer Brand
Gründung: 2020
Mitarbeitende: 85 laut Rapid Pioneers; deutsche-startups.de nennt 40 Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt der kleinen Kapitalgesellschaft
Umsatz / ARR: mehr als 65 Millionen Euro Umsatz 2024
Letzte große Finanzierung: Series B im März 2025, geführt von Verlinvest; Betrag nicht veröffentlicht

Yepoda bringt koreanische Hautpflege in europäische Märkte und verbindet Produktentwicklung in Korea mit einem starken Markenauftritt in Europa. Das Unternehmen setzt auf vegane, tierversuchsfreie Produkte, Nachhaltigkeitsversprechen und eine klare D2C-Positionierung, ist inzwischen aber auch im Retail sichtbarer geworden.

Besonders auffällig sind die Zahlen: Yepoda erzielte 2024 nach Investorenangaben mehr als 65 Millionen Euro Umsatz und bediente mehr als eine Million Kundinnen und Kunden in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Damit zählt die Marke zu den Berliner Consumer-Start-ups, die früh Profitabilität und Internationalisierung verbinden.

Wichtige Start-ups aus Klima, Energie und Lieferketten

Ostrom – digitaler Ökostromanbieter mit Smart-Energy-Plattform

Branche: Energy-Tech
Gründung: 2021 in Berlin
Umsatz / ARR: nicht öffentlich veröffentlicht; 2024 verdreifachte sich laut Unternehmen die Kundenbasis
Letzte große Finanzierung: 20 Millionen Euro Series B im Juni 2025; insgesamt mehr als 40 Millionen Euro Finanzierung

Ostrom positioniert sich als digitaler Energieanbieter, der Stromtarife, App-Steuerung, dynamische Preise und Smart-Meter-Themen zusammenbringt. Das Ziel ist nicht nur ein moderner Stromvertrag, sondern ein System, mit dem Haushalte Verbrauch, Geräte und flexible Energienutzung besser steuern können.

 

Damit sitzt Ostrom an einem zentralen Engpass der Energiewende: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollen grünen Strom nutzen, verstehen aber Tarife, Smart Meter und variable Preise kaum. Eine gute digitale Oberfläche kann hier mehr bewirken als lange Erklärtexte.

 

Root Global – CO2-Daten für die Lebensmittelbranche

Branche: Climate-Tech / Food Supply Chains
Gründung: 2022
Mitarbeitende: 47 laut Latka-Schätzung 2025/26; öffentlich nicht bestätigt
Umsatz / ARR: 5,9 Millionen US-Dollar Umsatz/ARR laut Latka-Schätzung; öffentlich nicht bestätigt
Letzte große Finanzierung: 8 Millionen Euro Seed-Finanzierung im August 2024

Root Global konzentriert sich auf eine Branche, in der Klimadaten besonders schwierig sind: Lebensmittel. Emissionen entstehen entlang komplexer Lieferketten – bei Rohstoffen, Landwirtschaft, Verarbeitung, Transport und Verpackung. Root Global hilft Unternehmen, diese Daten zu erfassen, zu berechnen und Reduktionshebel sichtbar zu machen.

Das Berliner Climate-Tech-Start-up trifft damit einen wachsenden Bedarf: Nachhaltigkeitsberichterstattung, Kundenerwartungen und Regulierung erhöhen den Druck auf Hersteller, belastbare Daten liefern zu können. Wer Emissionen senken will, muss sie zuerst entlang der Lieferkette verstehen.

 

Warum diese Start-ups für Berlins Wirtschaft relevant sind

Diese 10 Start-ups zeigen, wie breit Berlins Gründungsszene inzwischen arbeitet. KI-Agenten, Fondssoftware, B2B-Zahlungen, Praxisverwaltung, Lebensmittel-Lieferung, Creator-Marken, Getränke, Beauty, Energie und CO2-Management haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Für die Berliner Wirtschaft sind sie aber aus drei Gründen interessant.

  • Sie lösen konkrete Probleme in bestehenden Märkten – vom Kundenservice bis zur Arztpraxis.
  • Sie ziehen Kapital, Talente und internationale Aufmerksamkeit nach Berlin.
  • Sie schaffen Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit etablierten Unternehmen, etwa bei Digitalisierung, Energie, Finanzierung, Vertrieb oder Nachhaltigkeit.

Nicht jedes dieser Unternehmen wird automatisch zum nächsten Unicorn. Genau das macht die Auswahl spannender: Sie zeigt nicht nur die ganz großen Bewertungen, sondern die Geschäftsmodelle, die gerade im Markt beweisen müssen, ob sie dauerhaft tragen.