IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Nach einer aufmerksamkeitsstarken Teaserphase geht die Kampagne der IHK Berlin in die nächste Stufe. Mit „WTF is IHK?“ wurde bewusst Neugier geweckt und Gespräche angestoßen.

Jetzt löst die Kammer diese Frage auf – klar, sichtbar und mit Haltung. 

Die Unternehmer stehen stellvertretend für die Vielfalt der Berliner Wirtschaft. 

Durch ihre Perspektiven wird deutlich, was der Claim konkret bedeutet – und wie die IHK Berlin Unternehmen tatsächlich unterstützt. 

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

Unternehmensgründung

Die 7 häufigsten Fehler und wie Gründer sie vermeiden

Von der Geschäftsidee über die Finanzierung bis zur Kundengewinnung: Wer gründet, muss viele Entscheidungen treffen. Welche Fehler besonders häufig passieren und wie sie sich vermeiden lassen.

Von: Sirka Sander
Junge Menschen haben ein Meeting in einem modernen Büro.

Auf Kooperationen setzen: Teams haben bei Investoren bessere Chancen als Einzelpersonen.

Berlin bleibt die Stadt der Gründerinnen und Gründer. Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen lag die Zahl der Neugründungen 2025 nach Angaben der IHK Berlin nur knapp unter der Rekordmarke von rund 63.000 Unternehmensgründungen im Vorjahr. Ob klassische Existenzgründung, wissenschaftsbasierte Ausgründung oder innovatives Start-up: Wer ein Unternehmen aufbaut, steht vor ähnlichen Herausforderungen. 

Die Möglichkeiten für Gründerinnen und Gründer sind vielfältig – von Fördermitteln und Netzwerken bis hin zu Business Angels und Venture Capital. Doch gerade diese Vielfalt macht den Einstieg nicht immer leichter. Christina Lüdtke vom Start-up-Team der IHK Berlin weiß aus ihrer täglichen Arbeit, an welchen Stellen Gründungen besonders häufig ins Stocken geraten. Diese typischen Stolpersteine treten dabei immer wieder auf:

Fehler Nr. 1: Alles selbst können wollen

Viele Gründerinnen und Gründer starten mit einer guten Idee und viel Fachwissen. Genau darin liegt jedoch oft der erste Stolperstein: derfachliche Tunnelblick. Wer tief in seinem Fachgebiet steckt, verliert leicht den Blick für andere Kompetenzbereiche, die für den Erfolg einer Gründung ebenso wichtig sind. Eine Chemikerin kennt ihr Produkt bis ins Detail, ein Softwareentwickler seinen Code, eine Designerin ihre Marke. Doch wie sieht es mit Vertrieb, Marketing, Finanzierung oder Kundengewinnung aus?

„Man muss die Kompetenzen nicht alle selbst haben. Man muss aber identifizieren können, dass es sie gibt – und wer dabei helfen kann“, so Lüdtke. Wer gründet, sollte deshalb früh überlegen, welche Fähigkeiten im eigenen Team fehlen. Nicht jede Kompetenz muss selbst aufgebaut werden. Oft ist es sinnvoller, sich gezielt Unterstützung zu holen.

Fehler Nr. 2: Eine Idee ist noch kein Geschäftsmodell

Eine zündende Idee ist der Funke jeder Existenzgründung, doch allein reicht sie nicht aus. „Die hübsche Idee, die ich da habe, ist noch nicht automatisch eine Möglichkeit, Geld zu verdienen“, erklärt Lüdtke. In ihrer Beratung erlebt sie immer wieder, dass sich Gründerinnen und Gründer intensiv mit ihrem Produkt beschäftigen, aber zu spät die entscheidende Frage stellen: Wer soll das eigentlich kaufen und warum?

Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob es sich um eine klassische Unternehmensgründung oder ein wachstumsorientiertes Start-up handelt. Entscheidend ist, dass aus der Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht. Genau dabei hilft auch ein sorgfältig ausgearbeiteter Businessplan. Er zwingt Gründerinnen und Gründer dazu, ihre Idee aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und wichtige Fragen frühzeitig zu beantworten.

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Jana Illhardt

Fehler Nr. 3: Zu lange im stillen Kämmerlein tüfteln

Viele Gründende haben Sorge, dass jemand ihre Idee kopieren könnte. Deswegen feilen viele zu lange im stillen Kämmerlein an ihrem Produkt, bevor sie es anderen zeigen. Genau das hält Lüdtke für einen der häufigsten Fehler. „Erzählen Sie von Ihrer Idee. Nur so bekommen Sie Feedback.“

Wer früh mit potenziellen Kundinnen und Kunden spricht, erhält wertvolle Rückmeldungen und erkennt schneller, ob das Angebot tatsächlich einen Bedarf trifft und welchen Mehrwert es bietet. Oft zeigt sich dabei, dass eine Idee leicht angepasst, vereinfacht oder sogar neu gedacht werden muss. „Die größte Gefahr besteht meist nicht darin, dass jemand eine Idee kopiert, sondern darin, dass niemand davon erfährt“, so Lüdtke.

Christina Lüdtke von der IHK Berlin.
Solo-Gründungen scheitern statistisch deutlich häufiger.“
Christina Lüdtke Fachreferentin Start-ups & Finanzierung, IHK Berlin

Fehler Nr. 4: Netzwerke nicht effektiv nutzen

Wer über seine Idee spricht, erhält nicht nur Feedback von potenziellen Kundinnen und Kunden. Oft entstehen daraus auch wertvolle Kontakte. Berlin bietet Gründerinnen und Gründern ideale Bedingungen: Veranstaltungen, Wettbewerbe, Inkubatoren, Accelerator-Programme und Beratungsangebote gibt es in großer Zahl. Trotzdem werden diese Möglichkeiten häufig nicht oder zu spät genutzt. „Man kann in Berlin für fast jede Frage jemanden finden, der sie beantworten kann“, so Lüdtke. Der Austausch mit anderen Gründenden spart Zeit, hilft bei Entscheidungen und eröffnet neue Perspektiven. Nicht selten finden sich auf diesem Weg Kooperationspartner oder Mitgründerinnen und Mitgründer.

Besonders schwierig wird es übrigens für Solo-Gründungen. Sie müssen Produktentwicklung, Vertrieb, Marketing, Finanzierung und Verwaltung gleichzeitig stemmen. „Solo-Gründungen scheitern statistisch deutlich häufiger“, erklärt Lüdtke. Hinzu kommt, dass Investoren lieber in Teams investieren als in Einzelpersonen.

Fehler Nr. 5: Die Finanzierung auf später verschieben

Viele Existenzgründerinnen und -gründer beschäftigen sich erst mit der Finanzierung, wenn das Produkt bereits weit entwickelt ist. Nach Ansicht von Christina Lüdtke ist das häufig zu spät. Je nach Geschäftsmodell kommen unterschiedliche Wege infrage: Eigenkapital, Förderdarlehen, klassische Bankkredite, Business Angels oder Venture Capital. 

Gerade bei klassischen Unternehmensgründungen kann ein früher Kontakt zur Hausbank hilfreich sein. Dort lassen sich nicht nur Finanzierungsfragen klären, sondern oft auch erste Informationen zu Fördermöglichkeiten einholen. „Gehen Sie zu Ihrer Hausbank und stellen Sie sich vor“, rät Lüdtke. Auch wenn noch kein konkreter Finanzierungsbedarf besteht, könne es sinnvoll sein, früh Ansprechpartner kennenzulernen und Kontakte aufzubauen.

Viele schließen außerdem Fördermittel vorschnell aus, weil sie den bürokratischen Aufwand scheuen. Dabei können Zuschüsse und Förderprogramme gerade für innovative Vorhaben eine wichtige Unterstützung sein. Anders als Kredite müssen Zuschüsse in der Regel nicht zurückgezahlt werden. Wer sich nicht selbst durch Förderrichtlinien und Antragsunterlagen arbeiten möchte, kann auf spezialisierte Dienstleister zurückgreifen.

Durchblick im Förderdschungel

Fördermittel für Gründungen, Investitionen oder Innovationen: Mit der kostenlosen Videoreihe Durchblick im Förderdschungel gibt die IHK Berlin einen kompakten Überblick über Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen und Start-ups.

Fehler Nr. 6: Unvorbereitet ins Gespräch mit Kapitalgebern gehen

Wer Investoren gewinnen möchte, sollte sich intensiv auf Gespräche vorbereiten. Neben einem überzeugenden Geschäftsmodell kommt es dabei vor allem darauf an, die eigene Idee verständlich und selbstbewusst zu präsentieren. Lüdtke beobachtet außerdem, dass Gründerinnen in Finanzierungsgesprächen teilweise andere Fragen gestellt werden als ihren männlichen Kollegen. Während Männer häufiger ihre Wachstumschancen erläutern sollen, müssen Frauen oft stärker erklären, wie sie Risiken vermeiden wollen. Wer solche Mechanismen kennt, kann sich gezielt darauf vorbereiten. Umso wichtiger ist es, die eigene Strategie, die Marktchancen und die Finanzplanung überzeugend darstellen zu können.

Frauen gründen anders
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Ulrike Menn

Fehler Nr. 7: Die Unternehmerrolle nicht annehmen

Viele Gründerinnen und Gründer konzentrieren sich zunächst auf das, was sie eigentlich machen möchten: beraten, programmieren, entwickeln, verkaufen oder forschen. Mit der Unternehmensgründung übernehmen sie jedoch eine neue Rolle. Plötzlich gehören auch Kundengewinnung, Marketing, Finanzierung, Buchhaltung und Personalfragen zum Arbeitsalltag.

„An seinem Produkt zu arbeiten ist wichtig. Aber unterschätzen Sie nicht, wie viel Zeit alles andere drum herum braucht“, sagt Lüdtke. Wer von Anfang an realistisch plant und genügend Zeit für diese Aufgaben einräumt, verhindert, dass das operative Tagesgeschäft die eigentliche Unternehmensentwicklung ausbremst.

Fragen zu Unternehmensgründung, Finanzierung oder Fördermöglichkeiten? Christina Lüdtke vom Startup-Team der IHK Berlin hilft weiter.

Christina Lüdtke
Fachreferentin Start-ups & Finanzierung